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Verjährung von heimlichen Aufnahmen.

| 30.01.2021 19:23 |
Preis: 35,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Ich habe mehrere heimliche Aufnahmen von Frauen gemacht. Die letzte Aufnahme ist ca. 2,5 Jahre her. Im Januar 2020 habe ich alle Aufnahmen gelöscht. Im Juni 2020 habe ich die letzten betroffenen Personen informiert, bzw. ihnen ein Angebot zur Informierung über meine vergangenen Grenzüberschreitungen gemacht.
Meine Frage ist nun, in wie weit eine Selbstanzeige oder Anzeige von den betroffenen Personen noch möglich ist? Wann setzt die Verjährung ein? Nach der Straftat an sich? Nach der Informierung? Nach der Löschung des Materials?
Vielen Dank im vorraus!

30.01.2021 | 21:17

Antwort

von


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14199 Berlin
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nicht jede heimliche Aufnahme einer Person erfüllt einen Straftatbestand nach dem Strafgesetzbuch (StGB).

Gemäß § 201a Nr. 1 und Nr. 3 StGB a.F. wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft, wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt oder wer eine durch eine solche Tat hergestellte Bildaufnahme gebraucht oder einer dritten Person zugänglich macht.

Es muss sich also zunächst um unbefugte Aufnahmen von Personen handeln, die sich in einer Wohnung oder in einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befinden.

Darüber hinaus muss durch diese Aufnahme ein tatbestandsmäßiger Erfolg eintreten, nämlich die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs der abgebildeten Personen.

Nicht jede Bildaufnahme in einer Wohnung führt also zur Erfüllung des Tatbestandes. Dies wäre aber beispielsweise bei Nacktaufnahmen sicher der Fall.

Auch durch das Archivieren, Speichern oder Kopieren derartiger Bilddateien wird der Tatbestand verwirklicht.

Verjährung tritt gemäß §§ 78a S. 1 , 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB fünf Jahre nach Beendigung der Tat ein. Hier kommen jedoch mehrere einzelne Tatbegehungen in Betracht, die zu unterschiedlicher Zeit beendet worden sind: Zum einen mit dem Erstellen der Aufnahmen, zum anderen mit dem Abspeichern und ggf. auch mit dem jeweiligen Betrachten der Aufnahmen. Wenn Sie die Aufnahmen im Januar 2020 angesehen und daraufhin gelöscht haben, würde der fünfjährige Verjährungszeitraum also an in diesem Moment zu laufen beginnen und im Januar 2025 enden.

Die Verjährung kann allerdings auch durch bestimmte Maßnahmen unterbrochen werden, woraufhin die Verjährungsfrist erneut zu laufen beginnt, vgl. § 78c StGB . Endgültige Verjährung tritt in solchen Fällen ein, wenn seit der Beendigung das Doppelte der gesetzlichen Verjährungsfrist verstrichen ist, vgl. § 78c Abs. 3 S. 2 StGB , also nach spätestens zehn Jahren. Es besteht also in der Tat noch einige Jahre die Gefahr von Strafanzeigen bzw. der Aufnahme von strafrechtlichen Ermittlungen.

Beachten Sie aber, dass im Falle einer Verurteilung die Strafzumessung immer tat- und schuldangemessen erfolgen muss. Dabei ist auch das sogenannte Nachtatverhalten zu berücksichtigen. Zu Ihren Gunsten wäre zu bewerten, dass Sie aus eigenem Antrieb die Aufnahmen gelöscht und auch die Opfer über die Taten informiert haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcel Korpusik

Bewertung des Fragestellers 31.01.2021 | 13:54

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