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Verjährung von Schadensersatzansprüchen - Kann ich Anwaltskosten dann zurückfordern?

06.12.2012 17:50 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Ich bin Eigentümerin einer Dachgeschosswohnung, in der ich auch selbst wohne.
Durch Undichtigkeiten am Dach sind im Dezember 2010 Schäden an der Holzdecke in meinem Bad entstanden. Da der erste Wassereinbruch der Hausverwaltung bereits im Januar 2010 gemeldet wurde und sie danach nicht zügig gehandelt hat und auch ein von der Eigentümergemeinschaft gefasster Beschluss nicht umgehend ausgeführt wurde, habe ich im Februar 2011 eine Rechtsanwältin aufgesucht.
Diese empfahl mir, einen Mahnbescheid über die Schadenshöhe von 1.250 € gegen die Hausverwaltung zu erlassen. Wie zu erwarten war, hat diese dagegen Widerspruch eingelegt. Die Angelegenheit sollte dann nach Zahlung eines Betrages von 165,20 € an das Amtsgericht weitergeleitet werden. Diesen Betrag habe ich auch an die Anwältin überwiesen.
Nachdem ich bis zum November 2011 nichts mehr gehört hatte, habe ich mich bei der Anwältin nach dem Stand der Angelegenheit erkundigt. Diese teilte mir daraufhin mit, dass die Klage angeblich nicht beim Amtsgericht eingegangen ist. Sie wolle die Klage nochmal einreichen und mich auf dem Laufenden halten. Erneut habe ich dann monatelang nichts mehr von der Anwältin gehört.
Anfang Oktober habe ich dann erneut bei ihr nachgefragt. Ich bekam keine Antwort. Auf nochmalige Nachfrage am 15.11.12 teilte sie mir am 19.11.12 mit, dass Sie im Frühjahr 2012 ein Kind bekommen hat und deshalb in Mutterschutz war und die Terminüberwachung in den Händen einer Vertretung lag. Sie sei gerade in Urlaub und wolle sich nach ihrer Rückkehr am 26.11.12 sofort um die Sache kümmern.
Bis heute habe ich wieder nichts von ihr gehört.

Für mich stellt sich jetzt zum einen die Frage bis wann der Schadensersatzanspruch verjährt ist und zum anderen, ob ich das Verhalten der Anwältin so hinnehmen muss.

Wenn ich vor Verjährung der Schadensersatzansprüche einen anderen Anwalt mit der Klage beauftrage, entstehen für mich erneut Kosten, die ich aber bereits der Anwältin gezahlt habe. Kann ich diese dann zurückfordern?



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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworten darf.

Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Ausführungen lediglich eine erste rechtliche Einschätzung auf Grundlage Ihrer Angaben darstellen. Hierbei ist der Umfang meiner Beratung durch die gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt.

Es gilt die dreijährige Verjährungsfrist, so dass Ihre Ansprüche, die im Dezember 2010 entstanden sind und von denen Sie zu dieser Zeit auch Kenntnis erlangt haben, noch nicht verjährt sind. Diese verjähren erst im Dezember 2013.

Ob Sie das Verhalten Ihrer Anwältin hinnehmen müssen ist eine Frage, die Sie sich selbst beantworten müssen und beantwortet zu haben scheinen. Sofern die Anwältin die Klage eingereicht hat, hat sie die Verfahrensgebühr nach RVG VV NR. 3100 verdient. Hier könnte man allenfalls noch über die Gebührenhöhe streiten. Wenn Sie zudem als Vorschuss die Terminsgebühr bezahlt haben, so können Sie diese zurückfordern, wenn Sie zuvor das Mandat kündigen. Sofern Sie mit der Arbeit Ihrer Anwältin nicht zufrieden sind, sollten Sie mit Ihr darüber sprechen, und insbesondere über die Kosten bei Beendigung des Mandats und versuchen eine Einigung zu erzielen. Jedoch werden Sie nach Ihrem eigenen Vortrag nicht ohne jegliche Zahlung „davonkommen". Etwas anderes würde nur gelten, wenn ein Anwaltsfehler vorliegt und Ihnen daraus ein Schaden entstanden ist, wofür zum jetzigen Zeitpunkt nichts ersichtlich ist. Einen neuen Anwalt müssten Sie erneut bezahlen.

Ich bedauere Ihnen hier keine andere Antwort geben zu können, aber leider steht hier die Rechtslage nicht auf Ihrer Seite.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in dieser Sache einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen konnte. Ich weise Sie darauf hin, dass Ihre Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung beantwortet wurde und eine endgültige Einschätzung der Rechtslage nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich ist. Die Antwort dient einer ersten rechtlichen Einschätzung. Dies kann jedoch eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen. Ich weise Sie zudem darauf hin, dass das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

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