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Verjaehrung von Kreditforderungen

20.11.2010 15:19 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einige Fragen hinsichtlich der Verjaehrung von Kreditforderungen.

Ich lebe seit 1999 in England und war bis 2004 bei der Berliner Bank beschaeftigt. Bei dem gleichen Institut hatte ich seit 1990 einen Dispokredit sowie eine Kreditkarte.

Im Maerz 2004 wurde ich im Zuge von allgemeinen Rationalisierungsmassnahmen von meinem Arbeitgeber(welcher auch Glaeubiger ist) gekuendigt. Da ich nicht mehr in der Lage war weder meinen Dispokredit noch meine Kreditkarte zu bedienen, wurden im July 2004 beide Konten gekuendigt und die Forderungen zur Rueckzahlung faellig gestellt.

Den letzten Schriftwechsel erhielt ich im Dezember 2004. In diesem Schreiben bat man mich um Uebersendung aktueller Belege ueber meine wirtschaftliche Verhaeltnisse zwecks eventueller Ratenneufestsetzung. Ich teilte der Bank mit, dass ich weiterhin arbeitslos waere und daher keine Mittel zur Verfuegung haette. Bis Februar 2009 war ich immer unter der gleichen Adresse zu erreichen, erhielt aber keinen weiteren Schriftwechsel von der Bank.

Nunmehr im November 2010 erhielten meine Eltern, welche in Berlin wohnen, ein an mich gerichtetes Schreiben von der Konsul Inkasso GmbH. In diesem teilt man mir mit, dass die Firma von der Deutschen Bank (welche die Berliner Bank in der Zwischenzeit uebernommen hatte) beauftragt worden sein, eine gegen mich gerichtete Forderung einzuziehen. Man fordert mich auf, den faelligen Betrag vollstaendig bis zum 02.12.2010 zu begleichen bzw. mich hinsichtlich einer Ratenzahlung bis zum vorgenannten Termin in Verbindung zu setzen. Sollte ich die vorgenannte Frist ungenutzt verstreichen lassen, wird die Deutsche Bank das gerichtliche Mahnverfahren unter Entstehung weiterer Kosten einleiten.

Nun meinen Fragen:
1) Kann ich die Einrede der Verjaehrung geltend machen, da seit Faelligstellung der Forderungen vom Glaeubiger keine weiteren Schritte eingeleitet wurden und diese nunmehr 6 1/2 Jahre zurueckliegt ?
2) Muss ich dem Inkasso Unternehmen meine neue Adresse mitteilen?
3) Welche Antwort empfehlen Sie dem Inkasso Unternehmen zu geben?

Vielen Dank und viele Gruesse.



Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Zu 1) Kann ich die Einrede der Verjaehrung geltend machen, da seit Faelligstellung der Forderungen vom Glaeubiger keine weiteren Schritte eingeleitet wurden und diese nunmehr 6 1/2 Jahre zurueckliegt ?

Die Einrede der Verjährung greift hier leider nicht. Denn für Dispositionskredite wie auch für sonstige Überziehungs- oder Kontokorrentkredite gelten die Vorschriften über Verbraucherkreditverträge nach den § 492 BGB: Schriftform, Vertragsinhalt . Damit verbunden gilt auch die besondere Bestimmung über die Verjährung gemäß § 497 BGB: Verzug des Darlehensnehmers bezüglich der von Ihnen beschriebenen Forderungen. Auf dieser Grundlage ist somit die Forderung der Bank aus dem Dispositionskredit bezüglich der Verjährung gehemmt. Der Umstand, dass das Konto gekündigt wurde, ändert hieran auch nichts, da die Forderung weiterhin aus dem Dispositionskredit herrührt. Dies ist also im Ergebnis noch nicht verjährt, was im Übrigen auch für entstandene Zinsen gilt.

Zu 2) Muss ich dem Inkasso Unternehmen meine neue Adresse mitteilen?

Grunsätzlich müssen Sie das nicht. Es würde sich aber anbieten, um ggf. erneut Verhandlungen bezüglich einer neuen Ratenzahlungsmöglichkeit für die Rückzahlung der offenen Kreditlinie aufzunehmen. Anderenfalls könnten der Bank durch weitere Adressermittlungen und damit verbundene Maßnahmen nur weitere verzugsbedingte Kosten entstehen, welche diese dann natürlich auch an Sie weiterreichen könnte. Sie sollten auch versuchen, eine erneute Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen, um so etwaige Titulierungsversuche der Bank und damit für Sie ebenso verbundene Mehrkosten zu verhindern.

Zu 3) Welche Antwort empfehlen Sie dem Inkasso Unternehmen zu geben?

Aus den genannten Gründen sollten Sie dem Inkassobüro bzw. der Bank zu gegebener Zeit (sofern Sie finanziell die Möglichkeit haben) mitteilen, dass Sie ein bestimmtes Ratenzahlungsangebot vorschlagen möchten. Gleichzeitig können Sie dabei natürlich auch Ihre aktuelle Anschrift angeben, um wie schon erwähnt die Entstehung weiterer Kosten von vornherein zu umgehen. Sofern Sie eventuell erst einmal nur Zeit gewinnen wollen, können Ihre Eltern das Schreiben des Inkassobüros einfach zurückweisen mit der Begründung, dass Sie dort schon lange nicht mehr wohnen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich Ihnen noch ein schönes Wochenende und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

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