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Verjährung um Klarheit zu schaffen

23.03.2016 18:03 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr geehrter Herr Anwalt,

ich wende mich zu Ihnen in einer Angelegenheit, welche mehr psychologisch zu bewerten ist - als aus strafrechtlicher Sicht. Vielleicht können Sie mir ja helfen und verstehen mich. Bitte galten Sie mich auch anschließend nicht für schräg oder gar verrückt- ich glaube in mir steckt halt einfach ein Tick zu viel Gutmensch und ich würde gerne einen Fehler aus der Vergangenheit korrigieren.
Ich versuche den Sachverhalt kurz und dennoch verständlich zu schildern:

Der eigentliche Sachverhalt ereignete sich am 08.07.2012. Ein Freund und ich waren dort in den Morgenstunden betrunken auf den Weg nach Hause als plötzlich zwei Migranten auftauchten und uns ansprachen und bedrängten. (Bitte verstehen sie dieses nicht als Ablehnung meinerseits gegen Migranten-ganz im Gegenteil)
Mein Freund lief dabei 20 Meter vor mir und wurde zugequatscht und ich halt 20 Meter hinter ihm, ebenfalls mit einer Person an meiner Seite, welche mich zuquatschte. So schnell wie diese Personen da waren, so schnell waren sie auch wieder weg. Kurze Zeit später bemerkte ich dann den Verlust bzw. die Entwendung meines Handy. Bis heute weiß ich nicht ob der Typ, welcher mich zuquatschte das Handy mir aus der Hosentasche zog oder ich ihn es, auf Grund meines Alkohols naiv und dämlich gegeben habe. Auf jeden Fall hat er es mir "abgezogen".

Als ich am nächsten Tag nüchtern und enttäuscht wieder klar bei Sinn war, steigerte ich mich in eine wahnsinnige Wut über diese Dreistigkeit hinein, außerdem bekam ich den Tip wenn ich dass ganze als Überfall schildere bekomme ich das Handy von der Hausratversicherung ersetzt.(Was letztendlich auch geklappt hat) Also dachte ich mir mit meinen Kumpel eine "Rauberpistole"aus.

So erstellte ich eine polizeiliche Anzeige in der ich Angab umgeschubst worden zu sein, am Aufstehen gehindert geworden zu sein und anschließend mit einem Messer bedroht worden zu sein und somit daraufhin mein Handy auf Druck herausgab. Dass ganze lief dann unter dem Sachverhalt der räuberischen Erpressung.

Mein Kumpel gab als Zeuge an: Gesehen zu haben wie ich umgeschubst worden bin und anschließend lief er dann weg und einer der Typen lief ihm hinterher und er konnte entkommen.

Was ja alles totaler Schwachsinn war, bei der Kripo Vernehmung stellte ich fest, dass es überhaupt nicht richtig ist, was wir da tun. Außerdem hatte ich auch echt ziemliche Manschetten dass die Kripo wirklich jemanden ausfindig macht und dann nie geahnter Stress und Ärger ins Hause kommt. Außerdem hatte/habe ich bis heute solidarische Gefühle mit den Täter -keine Ahnung warum. Ich wollte also den ganzen Sachverhalt wieder richtig stellen besonders für mein Gewissen und dass keiner zu Unrecht bestraft wird, aber mein Kumpel weigerte sich und wollte nicht nochmal zur Polizei und ohne seine Zustimmung wollte und konnte ich dies nicht richtig stellen, weil ich ihn ja auch nicht ans Messer liefern wollte.

In meiner Not ging ich zu einem Anwalt und schilderte ihm den ganzen Sachverhalt und sagte ihm dass ich das alles wie oben beschrieben und erlebt richtig stellen möchte. Er sagte, er würde sich darum kümmern und alles wird gut. Auch sagte ich ihm dass ich zur Not auch eine Geldstrafe bezahle. Als er mich nach nervenaufreibenden 3 Monaten anrief teilte er mir persönlich mit dass die Täter nicht ermittelbar sind und das Verfahren ist nun eingestellt worden und ich solle mich freuen. Aber das war ja nicht meine Intension was ich wollte aber für ihn war die Sache erledigt. Ich soll nun damit Leben!! Toll...

Er übergab mir auch eine Kopie der polizeilichen Akte in der ich feststellte, dass mein Kumpel ja damals gar nichts von einem Messer erzählte sondern nur dass ich geschubst worden bin und er weglief und entkam.
Also bin ich wieder zur Polizei hin und ließ den Schubser drin für meinen Freund, korrigierte den Sachverhalt aber dann so, dass ich aufgestanden bin, noch sah wie er weglief,einer von denen ihm hinterher lief, und ich dann aber diesmal Aufstand und mir dann der Weg versperrt wurde und ich dann mein Handy rausgab, außerdem korrigierte ich mich diesmal auch so, dass ich total betrunken war und das Messer
war nun auch draußen und ich gab auch zu, dass ich dieses nur erfunden habe. Ich wollte dass dies dann evtl. unter einem normalen Diebstahl läuft oder ich auch gerne einen Geldbetrag an eine
gemeinnützige Organisation spenden kann aber nnichtsdergleichen passierte...

Wie gerne hätte ich die komplette Wahrheit gesagt aber für meinen Kumpel musste ich die Geschichte mit dem Schubser drin
lassen.

Ich hoffe sie konnten dass alles einigermaßen nachvollziehen. Nun kommt mein Anliegen an Sie: Da ich momentan ja da nichts machen kann, würde gerne sagen wie es wirklich war, aber mein Kumpel kann und spielt da nicht mit. Außerdem würde ich gerne das blöde Handy von der polizeilichen Fahndungsliste bekommen. Ich möchte einfach nichts mehr damit zu tun haben und einfach meinen Frieden mit der Ganzen Sache machen. So habe ich mir überlegt, kann ich denn nicht mit ihrer Hilfe spätestens am 08.07.2017 nach 5 Jahren mit ihrer Hilfe den Sachverhalt so schildern, wie ich ihn wirklich gesehen und erlebt habe. Und ich setzte in Zusammenarbeit mit einem Anwalt eine schriftliche Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft in Berlin auf. In meinen erlebten Augen war dies ein ganz normaler Diebstahl und der verjährt ja auch nach 5 Jahren und mir und meinem Kumpel können sie ja dann auch gar nichts mehr. Es wäre ja eh zu prüfen, ob ich mich überhaupt strafbar gemacht habe. Außer evtl. der Versicherungsbetrug, aber eine unendliche Falschaussage gibt es meines Wissens nur bei Gericht und falsche Verdächtigung verjährt dicht ebenfalls nach 5 Jahren. Also müsste dies doch dann nach 5 Jahren möglich sein, oder??

Nachfrage 1:
"So habe ich mir überlegt, kann ich denn nicht mit ihrer Hilfe spätestens am 08.07.2017 nach 5 Jahren mit ihrer Hilfe den Sachverhalt so schildern, wie ich ihn wirklich gesehen und erlebt habe."


Das können Sie zwar tun, aber erstens ohne meine Hilfe ( weil ich davon abraten würde) und zweitens ohne Wirkung ( da die Tat in 2012 bereits statistisch erfasst wurden).


Da es Ihnen gemäß Ihrer kurzen, auf das Wesentliche beschränkten Darstellung allein um die "psychologische Befreiungswirkung" geht könnten Sie diese je nach religiöser Einstellung durch Ablegen der Beichte, das Aufsuchen eines Therapeuten oder - und das wäre meine Empfehlung - durch ein zeitweises ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich erlangen.



Frage 2:
"Außer evtl. der Versicherungsbetrug, aber eine unendliche Falschaussage gibt es meines Wissens nur bei Gericht und falsche Verdächtigung verjährt dicht ebenfalls nach 5 Jahren. Also müsste dies doch dann nach 5 Jahren möglich sein, oder?"


Ja, aber erst ab Vollendung der Tat.

Die hier in Betracht kommenden Taten verjähren nach § 78 StGB nach 3 bzw. 5 Jahren. Und dies war hier nach der fehlerhaften Anzeigeerstattung.

Nachfrage vom Fragesteller 23.03.2016 | 19:17

Bei einer Auffindung des Handys ob bei einer Durchsuchung eines Objektes oder bei einer Person. Kann denn für mich juristisch noch irgendetwas passieren, evtl. Gerichtsverhandlung oder erneute Stellungsnahme??
Weil auf ein erneutes Prozedere egal welcher Art möchte ich gerne verzichten, ich will einfach mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.03.2016 | 19:38

Nachfrage 1:
"Kann denn für mich juristisch noch irgendetwas passieren, evtl. Gerichtsverhandlung oder erneute Stellungsnahme?"


Also ich persönlich würde es zu 99,9 % für ausgeschlossen halten, dass Handy, der "Täter" oder gar beide zusammen auftauchen.

Selbst für den unwahrscheinlichen Fall des Gegenteils, ist nicht zu erwarten, dass es in dieser Angelegenheit zu einer Hauptverhandlung kommen wird.

Und nur für diesen unwahrscheinlichen Fall einer eröffneten Hauptverhandlung wegen räuberischer Erpressung sollten Sie überhaupt Ihre Aussage zurechtrücken, indem Sie Ihre Stellungnahme hier zur Akte reichen ( soweit dies nach dem 08.07.2017 passieren sollte), anderenfalls lassen Sie den Teil mit der Versicherung weg.

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