Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verjährung der Inkassoforderung?

17.08.2017 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Sehr geehrte Damen und Herren,
im Jahr 2015 erhielt ich als Betreuerin eine Rechnung eines Inkassounternehmens. Es ging um eine Forderung aus 07/2012. Ich bat um Übersendung von Details. Es wurden mir weitere Auskünfte sowie die Kopie eines Vollstreckungsbescheides von 12/2013 zugesandt.
Ich teilte dem Inkassounternehmen mit, dass die betreute Person Grundsicherung sowie Hilfe zum Lebensunterhalt erhält und daher eine Begleichung eventueller Außenstände (hier: in nicht unbeträchtlicher Höhe) nicht möglich sei.
Jetzt, in 08/2017, wurde ich erneut, diesmal als Erbin angeschrieben: "In diesem Verfahren erhielten wir die Mitteilung des zuständigen Nachlassgerichtes, dass Sie Erbe geworden sind und somit für die Verbindlichkeiten haften."
Ein Erbschein existiert nicht, da es nichts zu erben gab. Vermutlich erteilte das Gericht diese Auskunft wegen des Verwandtschaftsgrades (2 Kinder/Mutter).
Aus meiner Sicht ist, trotz des kurzen Schriftverkehrs in 2015, die Forderung verjährt. Oder bin ich im Irrtum?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Auskunft!

Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn es einen Vollstreckungsbescheid gegen den verstorbenen Schuldner gibt, beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB).

Ein Erbe erbt nicht nur das positive, sondern auch das negative Vermögen (d.h. Schulden) (§ 1922 Abs. 1 BGB, § 1967 Abs. 2 S. 1 BGB ["vom Erblasser herrührende Schulden"]).

> Die Forderung ist nicht verjährt.

Sind Sie Erbe, das sind Sie, wenn Sie das Erbe nicht fristgemäß innerhalb von sechs Wochen ausgeschlagen haben (§ 1943 BGB), so haften Sie für die Schulden mit Ihrem gesamten Vermögen.

Der Gläubiger kann den Vollstreckungsbescheid auf Sie als Schuldner umschreiben lassen (§ 727 ZPO) und gegen Sie vorgehen. Dazu kann der Gläubiger sich einen Erbschein erteilen lassen (§ 792 ZPO).

Ihre Haftung können Sie auf den Nachlass beschränken (§ 1975 BGB), wenn Sie die Nachlassverwaltung (§ 1981 Abs. 1, 2 BGB: innerhalb von zwei Jahren nach Annahme der Erbschaft) oder ein Nachlassinsolvenzverfahren (§ 1980 Abs. 1 S. 1 BGB: "unverzüglich" nach Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) beantragen.

Mangels Masse bleibt dann nur noch die Dürftigkeitseinrede (§ 1990 BGB). Auch insoweit wäre die Haftung auf den Nachlass beschränkt.

Befragen Sie diesbezüglich einen Kollegen / eine Kollegin für Erbrecht.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 73644 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Als Nicht-Jurist kann ich natürlich die Qualität der Aussagen kaum bewerten, da vertraue ich einfach auf die Fachkompetenz des Anwaltes. Herr Richter hat aber extrem schnell und auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten reagiert ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare, gut verständliche und präzise Auskunft. Drei verschiedene Optionen werden exakt dargestellt. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Antwort war gut verständlich und hilfreich. ...
FRAGESTELLER