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Verjährung bei falsch gesetztem Grenzzaun

28.12.2015 20:08 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Vor einem Jahr (August 2014) haben wir einen 2/3-Anteil eines benachbarten, unbebauten Grundstücks erworben, um unseren Garten zu vergrößern. Das Grundstück befindet sich in ideeller Teilung, der Besitzer des letzten 1/3 hat Sicherungshypotheken auf seinem Anteil. Das Grundstück ist zwar noch nicht ausgemessen. Wir haben jedoch den begründeten Verdacht, dass der nördliche Nachbar dieses Grundstücks seinen Zaun ca. 1 Meter zu weit auf unserem Grundstück errichtet hat. Wir wollen wissen, ob wir beliebig viel Zeit haben, die Sache irgendwann sachlich und ggf. juristisch zu klären, oder ob es hierbei Verjährungsfristen bzw. Gewohnheitsrecht zu beachten sind.

Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,



nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wird man von einer möglichen Unterlassungsanspruch über §§ 1004 BGB, 823 BGB ausgehen müssen, so dass nach Ihrer bisherigen Sachverhaltsdarstellung die dreijährige Verjährungsfrist gelten wird.



Gleichwohl rate ich davon ab, diese Verjährungsfrist "auszureizen", da neben der Verjährung auch die Verwirkung durchaus einsetzen kann, wenn Sie trotz Kenntnis des Anspruches diesen nicht geltend machen und der Nachbar aufgrund weiterer Umstände davon ausgehen kann, dass Sie diese Rechte auch nicht geltend machen wollen.


Daher sollten Sie zeitnah die Klärung herbeiführen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt

Thomas Bohle, Oldenburg.

Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2015 | 19:36

Vielen Dank! Nachfrage: Wann beginnt die Verjährungsfrist - mit Errichtung des Zaunes (da wohnten wir noch gar nicht dort), als wir das Grundstück gekauft haben oder wenn wir definitive Kenntnis von der falschen Zaunsetzung erlangen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2015 | 20:18

Sehr geehrte Ratsuchnde,
sehr geehrter Ratsuchender,

obwohl grundsätzlich die Zaunsetzung als auslösendes Moment heranzuziehen ist, wird man hier ausnahmsweise auf den Grundstückserwerb abstellen müüsen; aber auch insoweit sollten Sie zeitnah handeln, da eben die Verwirkung im Raum stehen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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