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Verjährung bei Betrugstat

25.09.2013 17:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe vor einigen Jahren einen großen Fehler gemacht. Ich habe bei unserem damaligen Factoringunternehmen fingierte Rechnungen eingereicht, die im Grunde nicht existiert haben. Dies tat ich eigenständig weil die Firma meines Vaters (ich arbeitete mit in der Geschäftsleitung) in finanzielle Schwierigkeiten kam und unsere Familie dadurch bereits überschuldet war. Ich hoffte dadurch eine Zeit bis es wieder besser ist überbrücken zu können. Das war natürlich naiv und hat nicht funktioniert. Im Sommer 2006 kam dann alles raus und die Firma war endgültig konkurs.

Gegenüber der Factoringfirma musste ich damals einen pfändbaren Schuldtitel über 450.000 € unterschreiben, was in etwa der Betrugssumme entsprach. Auf eine Anzeige verzichtete die Firma im Gegenzug überraschenderweise. Ich sollte die Summe zurück zahlen. Es war natürlich klar das ich nicht in der Lage war auch nur annähernd diese Summe jemals zurück zahlen zu können. Zumal ich auch kein Einkommen hatte.

Nach einigen Monaten als ich wieder Arbeit hatte zahlte ich was möglich war. Mal 150 €, mal 200 € mal ging nichts. Im Vergleich also sehr geringe Beträge, aber alles war ok für den Gläubiger. Vor ein paar Jahren war ich dann finanziell nicht mehr in der Lage etwas zu bezahlen, durch die Firmenpleite hatte ich auch noch andere Verbindlichkeiten.

Bis heute ruhte das und außer einem Mahnbrief vor ein paar Jahren hörte ich auch nichts von der Firma. Nun habe ich einen einfachen Brief erhalten mit der Aufforderung mich endlich zu melden und zu zahlen, denn ich hätte ja eine Starftat begangen die man nur aus Gutmütigkeit nicht zur Anzeige brachte, aber die Geduld wäre nun am Ende.

Ich kann natürlich froh sein darüber wie es damals gelaufen ist. Ich möchte mich auch gar nicht vor der Zahlschuld drücken. Aber ich frage mich in wie weit ich mich unter Druck setzen lassen muss. Können sie mir nun mein Lebenlang jederzeit das letzte Hemd aus der Schublade ziehen mit der Begründung, wenn du das nicht machst dann zeigen wir dich halt doch an.

Ich möchte natürlich schon eine stabile Zahlungsvereinbarung finden, aber vorher würde ich auch gerne wissen wie lange man mich für diesen Betrug strafrechtlich belangen kann.

Vielen Dank schon mal für eine entsprechende Aufklärung!

25.09.2013 | 18:29

Antwort

von


(143)
Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Die Betrug (§ 263 StGB ) verjährt gem. § 78 III Nr. 4 StGB in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit Beendigung der Tat, wird aber durch viele Ereignisse unterbrochen, z.B. durch die erste Vernehmung des Beschuldigten, den Strafbefehl oder die Eröffnung des Hauptverfahrens.

Aber:
Besonders schwerer Betrug (§ 263 III StGB ) verjährt gem. § 78 III Nr. 3 StGB erst nach zehn Jahren.

Anhand der von Ihnen angegebenen Schadenssumme liegt hier ein schwerer Betrug im Sinne des § 263 III Nr.2 StGB vor, weshalb hier meines Erachtens die Straftat nach 10 Jahren verjährt wäre.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen und Weglassen von Informationen zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei für eine weitergehende Beratung oder Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
-Philipp Wendel-
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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