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Verjährung Stromkosten, zwischendurch umgezogen


04.07.2007 15:34 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Hallo,
ich habe vor gut einem Monat eine Rechnung eines Stromversorgers erhalten. Darin verlangt dieser, dass ich eine Rechnung begleichen soll, dessen Abrechnungszeitraum auf 12.2002 bis 05.2003 datiert. in dieser zeit nutzte ich auch dessen strom ohne, dass ich mich jemals dort angemeldet habe. es ist auch richtig, dass ich für diesen zeitraum keine von mir verursachten Kosten beglichen habe und mir ist bewusst, dass ich auf jedenfall einen gewissen betrag zu zahlen habe.
doch die höhe des rechnungsbetrages, von ca. 240 Euro, erscheint mir deutlich zu hoch. Mitte Mai las ich mit dem Nachmieter die Zählerstände ab. Verglichen mit der rechnung, fiel diese um ca. 1000kWh zu hoch aus. dummerweise habe ich vom ablesen nur eine kopie, welche weder vom vermieter noch vom nachmieter abgezeichnet wurde. Und obwohl mein Mietvertrag erst zum 31.05.03 auslief, war ich bereit, dem Nachmieter die Möglichkeit zu geben, schon vorher in die Wohnung einzuziehen. Auch da gibt es leider nichts schriftliches.

Die Fakten

Zähler Zeitraum Verbrauch_ALT Zählerstand NEU

02.12.02 bis 31.12.02 236 kWh _32.964,0 _33.200,0
01.01.03 bis 31.05.03 1097 kWh_33.200,0 _34.297,0


von mir abgelesener
Zählerstand Mitte Mai 2003 Auszug _33.132,8

selbst zum 31.12.02 hatten die schon einen höheren Zählerstand als ich beim Auszug im Mai 2003 !

Wie sind die Verjährungsfristen in diesem Fall? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Stromversorger erstmal meine neue Adresse rausfinden musste. Wirkt sich das vielleicht verjährungshemmend aus?
Trotz Nachfrage, konnte man mir keine monatlichen Nachweise des Verbrauches schicken.
Muss der Stromanbieter das nicht oder kann er das nicht?
Hab ich eine Chance den Betrag auf meine verbrauchten Kosten zu verringern?

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Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich verjähren die Zahlungsansprüche der Stromversorger in der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Durch die Ermittlung der neuen Adresse ist keine Hemmung der Verjährung eingertreten. Da Sie die Stromnutzung aber nicht angemeldet haben, gehe ich davon aus, dass der Versorger nicht ohne weiteres die für den Verjährungsbeginn erforderliche Kenntnis hatte und Sie sich jetzt unter Umständen noch nicht auf die Verjährung berufen können.

Es gibt keine Verpflichtung zur monatlichen Verbrauchsermittlung, sofern nicht vertraglich vereinbart. Gem. § 24 AVBEltV wird der Elektrizitätsverbrauch nach Wahl des Elektrizitätsversorgungsunternehmens monatlich oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abgerechnet.

Welcher Verbrauch letztlich abgerechnet werden kann, kann ich hier nicht abschließend beurteilen. Gegen eine Abrechnung nach Ihrer Ablesung spricht der Zeitablauf und die vagen Nachweismöglichkeiten, die die Rüge z.B. von einem Ablesefehler deutlich erschweren.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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