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Verheiratet, verschiedene Wohnsitze und Arbeitsorte Deutschland/Schweiz, Steuern?

03.12.2012 16:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich arbeite und wohne in Deutschland und habe ein Einkommen von ca. 90.000 Eur brutto. Mein Freund arbeitet seit knapp 5 Jahren in der Schweiz mit einem Einkommen von ca 130.000 CHF brutto. Wir haben einen gemeinsamen Wohnsitz in Deutschland. Mein Freund versteuert sein Einkommen in der Schweiz. Ich in Deutschland.
Wir moechten gerne noch dieses Jahr heiraten. Anfang naechsten Jahres erwarten wir ein Kind und ich werde ca 4 Monate in Mutterschutz/Elternzeit sein, bevor ich wieder Vollzeit arbeite.
Welche Vor- und/oder Nachteile haben wir mit der Heirat und welche moeglichen Veranlagungsmodelle koennen wir waehlen? Wie wirkt sich die Heirat steuerlich in Deutschland, wie auf das Schweizer Gehalt aus und was fuer Aenderungen gibt es im naechsten Jahr mit Kind?
Vielen Dank im voraus.
Mit freundlichen Gruessen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Sie haben die Möglichkeit der Zusammenveranlagung und können so den günstigeren Splittingtarif in Anspruch, wenn auch Ihr zukünftiger Ehemann einen steuerlichen Wohnsitz in Deutschland hat.
Wenn Sie als eine werdende Mutter in die Steuerklasse III wechseln, muss allerdings im Gegenzug Ihr zukünftiger Ehemann in die ungünstigere Steuerklasse V wechseln, um so ein höheres Elterngeld etc. zu erhalten. Denn die Höhe des Elterngeldes bemisst sich nach dem durchschnittlichen vorherigen Nettoeinkommen des Elterngeldberechtigten, und dieses hängt auch von der Steuerklasse ab.

Durch das Kind haben Sie Anspruch auf Kindergeld in Höhe von 184 € monatlich und einen Freibetrag.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2012 | 21:01

Sehr geehrter Herr Hermes,
leider beantwortet Ihre Darstellung meine Frage nicht. Die steuerliche Veranlagung in Deutschland waere nicht das "Problem", wenn mein zukuenftiger Mann und ich beide in Deutschland unser Einkommen versteuern wuerden. Die Schwierigkeit ist ier doch vielmehr, dass ich in Deutschland und er in der Schweiz sein Einkommen versteuert und der Kernpunkt der Frage ist, wie sich eine Heirat dann steuerlich auswirkt, wenn wir beide weiterhin in unterschiedlichen Steuersystemen leben und arbeiten. Mein Mann wird keine Steuerklasse V wechseln und auch nicht wechseln koennen, da er ja gar nicht in Deutschland sein Einkommen versteuert. Koennten Sie mir bitte die o.g. Frage noch einmal beantworten? Eine "einfache" Steuerveranlagung eines Ehepaares mit Wohnsitz und Einkommen in Deutschland st mir gelaeufig, die Schwierigkeit besteht ja nun in der Besonderheit der beiden Laender.

Auch die Frage bzgl des Kindes ist eine andere: Wirkt sich das Kind in Deutschland und in der Schweiz auf die Steuern aus oder nur bei einem und bei welchem Ehepartner? Kann man hier waehlen. Soweit mir bekannt ist, wirkt sich eine Heirat in der Schweiz negativ auf das versteuernde Einkommen aus (Verheiratete zahlen mehr Steuern als Ledige), ein Kind hingegen positiv (man versteuert weniger mit Kind als ohne).

Herzlichen Dank und mit freundlichen Gruessen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2012 | 01:08

Entschuldigen Sie, dies habe ich wohl überlesen; ich bin davon ausgegangen, dass Sie mit Ihrem zukünftigen Ehemann einen gemeinsamen Wohnsitz in Deutschland haben, so wie Sie auch geschrieben haben. Es kommt für die Zusammenveranlagung auch nicht darauf an, wo Ihr Ehemann die Einkünfte erzielt. Das Veranlagungswahlrecht iSv. §§ 26 EStG besteht nur dann, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig nach § 1 Abs. 1 oder 2 EStG oder § 1a EStG sind. Ich gehe davon aus, dass Ihr Mann Wochenaufenthalter in der Schweiz ist und die Einkünfte in der Schweiz an der Quelle besteuert werden; im Rahmen einer Veranlagung in Deutschland wären die Einkünfte demnach steuerfrei in Deutschland und sind im Rahmen der Progression zu berücksichtigen. Die Eheschließung hat Ihr zukünftiger Mann im Rahmen der Quellenbesteuerung in der Schweiz ebenfalls anzugeben.
Welche Veranlagungsart günstiger ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Das Kind können Sie in Deutschland angeben; Sie erhalten Kindergeld und den steuerlichen Freibetrag für das Kind. Im Rahmen einer Quellenbesteuerung Ihres Mannes in der Schweiz spielt das Kind keine Rolle.
Falls Sie noch Rückfragen haben, bitte an info@kanzlei-hermes.com
insbesondere wenn Ihr Mann keine Quellenbesteuerung in der Schweiz durchführt, sondern seine Einkünfte im Rahmen des normalen Veranlagungsverfahrens.

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