Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
508.934
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verheiratet, aber 2 Wohnungen im selben Mietshaus

| 26.05.2015 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


16:05

Zusammenfassung: Anmeldung eines gemeinsamen Wohnsitzes für Ehegatten

Wir wohnen seit 8 Jahren im selben Mietshaus in 2 Wohnungen. Ich habe eine 2,5 Zimmerwohnung, (in der ich seit 13 Jahren wohne), er eine 1,5- Zimmerwohnung über mir. Wir werden im Juli heiraten und haben uns nach langer aussichtsloser Wohnungssuche entschlossen, bis zur Rente in ca. 7 Jahren die Konstellation so zu belassen. Er arbeitet im Außendienst und nutzt 1 Zimmer seiner Wohnung als Büro, dessen Einrichtung in meiner Wohnung zu viel Platz einnehmen würde. 4-Zimmerwohnungen, die wir uns angeschaut haben, sind teurer als unsere beiden Wohnungen zusammen. Als Rentner reicht uns später meine 2,5- Zimmerwohnung mit ihrer moderaten Miete.
Da wir denken, dass wir gerade in dieser Zeit der ständigen Mieterhöhungen bei Umzug sicher kein Einzelfall sind, interessiert es uns, wie wir das rechtlich einwandfrei regeln können, ohne als getrennt lebend zu gelten. Müssen wir uns gegenseitig bei dem anderen in der Wohnung mit anmelden, oder reicht es, wenn er sich bei mir mit anmeldet?
P.S.: Wir haushalten zusammen und werden nach der Eheschließung auch ein gemeinsames Konto führen.
26.05.2015 | 16:37

Antwort

von


(252)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur bevorstehenden Hochzeit!

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Müssen wir uns gegenseitig bei dem anderen in der Wohnung mit anmelden, oder reicht es, wenn er sich bei mir mit anmeldet?

Grundsätzlich gilt: Weder noch. Gemäß § 26 Abs. 1 EStG können Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen. Das Finanzamt geht automatisch von der Zusammenveranlagung der Ehegatten aus, wenn Sie keinen Antrag auf Einzelveranlagung gestellt wird. „Nicht dauernd getrennt lebend" bedeutet nicht, dass Sie den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Es ist daher zulässig, wenn Ihr zukünftiger Ehemann aus beruflichen Gründen eine andere Wohnung bewohnt und auch dort seinen Wohnsitz hat. Die Formulierung ist vielmehr auf Paare gerichtet, die kurz vor der Trennung stehen. Diese sollen dann, unter Umständen, nicht mehr in den Genuss der Zusammenveranlagung gelangen.

Aber:

Möglicherweise müssen Sie länderrechtliche Vorgaben des jeweiligen Melderechtes beachten. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, Az.: 1 C 25.98, gelten Ehegatten als Familie und haben daher grundsätzlich nur eine gemeinsame Hauptwohnung. Die Melderechtliche Situation ist jedoch grundsätzlich von der steurerrechtlichen zu unterscheiden.

Ich rate Ihnen daher zunächst an, sich bei der für Sie zuständigen Meldebehörde zu erkundigen ob überhaupt eine Anmeldung eines Zweit-/ oder Nebenwohnsitzes in Ihrem Falle erforderlich ist. Beachten Sie zudem das Fälligwerden einer möglichen Zweitwohnsteuer.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Nachfrage vom Fragesteller 27.05.2015 | 15:46

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dass man eine gemeinsame Hauptwohnung nach der Heirat angeben sollte, ist uns bekannt. Daher auch unsere Frage. Gerade in diesem Fall der beiden Wohnungen in einem Haus hofften wir auf einen Erfahrungs-Rat vom Anwalt, der auf evtl. Parallelfällen beruht. Das Einwohnermeldeamt zu fragen, wollten wir eigentlich verhindern, da dieses rein gesetzlich auf einer Ummeldung bestehen müsste, da es sich um 2 Wohnungen in 2 unterschiedlichen Etagen handelt.
Ihre Antwort ist deshalb für uns unklar, oben steht: grundsätzlich nicht (also keiner muss sich in der Wohnung des anderen anmelden), aber unten steht doch dann das Gegenteil, dass ein Ehepaar eine gemeinsame Hauptwohnung haben muss, also einer von uns sich auf jeden Fall beim anderen anmelden muss, was wiederum Zweitwohnsteuer bedeuten würde.
Meinen Sie eine Kulanzregelung mit dem Meldeamt?
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.05.2015 | 16:05

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Beantwortung Ihrer Frage beruht auf der hier notwendigen Differenzierung zwischen den melderechtlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen. Möglicherweise erscheint Ihnen meine Antwort daher auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein.

Es bleibt jedoch dabei:

Die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung nach § 26 EStG dürften bei Ihnen vorliegen. Sie sind beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, miteinander verheiratet und nicht dauernd getrennt lebend. Es ist nicht erforderlich, dass Sie mit Ihrem Mann in ein und derselben Wohnung leben.

In steuerrechtlicher Hinsicht ist es vielmehr ausreichend, wenn Sie und Ihr Ehemann eine sog. Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft bilden. Diese liegt bei Ihnen nach den mir vorliegenden Informationen vor.

Hiervon zu unterscheiden sind etwaige landesrechtliche Meldevorgaben die Sie erfüllen müssen. Unter Umständen werden Sie daher eine Haupt- und Nebenwohnung bestimmen müssen. Dies könnte, je nach Bundesland, unter Umständen zu einer Zweitwohnungssteuerpflicht führen. Auf die Zusammenveranlagung nach § 26 EStG hat dies jedoch keinen Einfluss.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen



Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.05.2015 | 10:25

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das Problem wurde geklärt. Ich kann diesen Anwalt weiter empfehlen. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Mikio Frischhut »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.05.2015
5/5,0

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das Problem wurde geklärt. Ich kann diesen Anwalt weiter empfehlen.


ANTWORT VON

(252)

Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Baurecht