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Verhandlung versuchter Betrug


10.04.2006 11:05 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren. Ich bitte Sie in einer doch recht komplexen Angelegenheit um Ihre Antwort.
Ich bin bereits viermal vorbestraft ( 1999, Geldstrafe, Veruntreuung von SV-Beiträgen, 2000 Geldstrafe, Betrug, 2002 Bewährungsstrafe Körperverletzung, 2003 Bewährungsstrafe Betrug) Die beiden Bewährungsstrafen wurden zu einer zusammengezogen ( 2 Jahre auf 3 Jahre Bewährung, verurteilt Dezember 2003). Mir wird nun gemeinschaftlich versuchter Kreditbetrug in 2 Fällen vorgeworfen. Ausführung der Tat: Februar 2004. Ich war zu der Zeit bei einem Kreditvermittler beschäftigt und mußte Kunden werben. Dieser hat dann über Internet mit gefälschten Gehaltsnachweisen in 2 Fällen versucht, Geld von einer Bank zu bekommen. Ich wurde seitens der Zeugen auch belastet, da ich immer mit in Erscheinung trat. Nun ist folgende Strategie geplant: Mein ehemaliger AG hat in einer Einlassung bereits vor der bereits anberaumten Verhandlung eingestanden, die Tat begangen zu haben. Für ihn steht das Urteil nach Rücksprache mit Staatsanwalt quasi schon fest. Er wird vor Gericht zu den Vorwürfen nichts sagen. Mein Verteidiger widerum teilte dem Gericht mit, daß ich nur Angestellter war und nichts von diesen Vorwürfen wußte. Ich soll mich dahingehend auch vor Gericht einlassen. Zeugen, welche in der Anklageschrift aufgeführt sind, wurden übrigens nicht geladen. Nun meine Frage: Kann es passieren, daß ich bei einer Verurteilung direkt im Gerichtssaal verhaftet werde?? MUSS es sein, daß meine Bewährung im Falle einer Verurteilung widerrufen wird?? ( Zahle monatlich als Bewährungsauflage 300,-€, Wohne mit meiner Mutter zusammen, welche blind ist usw.) Wie stehen die Chancen, unter den genannten Umständen, freigesprochen zu werden ( oder Einstellung des Verfahrens) Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG

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Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1.)

Eine Verhaftung im Gerichtssaal ist eher unwahrscheinlich. Nach Ihren Angaben, die ich bei der Beantwortung unterstelle, besteht kein Grund, bei einem nicht rechtskräftigen Urteil eine Verhaftung vorzunehmen.


2.)

Die Bewährung MUSS nicht auf jeden Fall widerrufen werden; dieses steht im Ermessen der Strafverfolgungsbehörden, wobei auch bei einer Verurteilung es durchaus möglich ist, dass trotz der nicht unerheblichen, und teilweise einschlägigen Vorstrafen hier dann nochmals die Strafverbüßung zur Bewährung ausgesetzt werden KANN.

Dieses hängt aber von vielen Einzelfragen und dem Verlauf der Hauptverhandlung ab, so dass eine sichere Prognose hier nicht getroffen werden kann.

Auch spielt die Sozialprognose eine Rolle, wobei auch nur noch eine untergeordnete; denn im Falle einer Verurteilung werden Sie zunächst als sogenannter Bewährungsversager behandelt, so dass die Sozialprognose dann schon untergeordnet berücksichtigt wird. Helfen könnte ggfs. eine Bescheinigung über die Erkrankung Ihrer Mutter und der von Ihnen auch ev. durchgeführten Pflegemaßnahmen.


3.)

Dieses gilt auch für die Frage, ob es zur Einstellung oder Freispruch kommen KANN: Natürlich KÖNNTE es dazu kommen, wobei aber ohne Kenntnis des gesamten Akteninhaltes eine Prognose kaum seriös möglich ist. Auch hier wird viel von dem Verlauf der Hauptverhandlung und der Tat selbst abhängen.

Waren Sie nur Angestellter und haben die Tat eben nicht begangen, wird es zum Freispruch kommen.

Stutzig macht mich aber, dass Sie selbst ausführen, dass Ihr Arbeitgeber gefälschte Gehaltsnachweise benutzt hat. Hatten Sie diese Kenntnis schon damals, wird Ihnen auch die "Angestelltenstellung" wenig nutzen, da Sie dann ggfs. (vorbehaltlich der Akteneinsicht) hier die Taten des Arbeitgebers unterstützt haben und somit dann Mittäter oder Gehilfe sein könnten; beides wäre dann strafbar.


Aber egal, wie das Verfahren nun ausgehen wird; über eines müssen Sie sich im Klaren sein. Kommt es zu einer weiteren strafrechtlichen Handlung, wird die Bewährung sicherlich widerrufen werden, so dass Sie peinlich genau dafür Sorge tragen müssen, alle Verbindlichkeiten einzuhalten ( sei es unbezahlte Rechnungen aus dem Versandhandel, unbezahlte Telefonrechnungen, Rücklastschriften etc. ).



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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