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Verhaltensregeln bei Mobbing


10.07.2007 19:46 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Guten Abend,
seit mehreren Monaten werde ich in meiner Abteilung, erst durch eine Kollegin, mittlerweile auch subtil durch andere, gemobbt. Zurzeit läuft das volle Progamm, erst war sie unfreundlich, dann wurde und werde ich nicht mehr gegrüßt, ich werde von der Arbeit ferngehalten, arbeitsrelevante Informationen werden nicht an mich weitergegeben, im Betrieb kursieren Gerüchte (steht aber leider kein Zeuge zur Verfügung, für die anderen Dinge habe ich Aufzeichnungen). Die Kollegin hat sich u. a. geweigert, für mich den obligatorischen Abteilungsüberstundenantrag zu fertigen (dafür ist sie zuständig), mit der Begründung, ich würde ja sonst auch sehr selbständig Dinge erledigen, mit der Folge dass ich ohne Überstundengenehmigung Überstunden schieben musste usw.. Im übrigen würde sie für mich gar nichts mehr tun. Einige Male habe ich meinen Chef (wir sind alle angestellt in der Firma) darüber informiert. Jedesmal hat er mich beschwichtigt und gebeten, das nicht so eng zu sehen und ihr Rückendeckung gegeben. Nachdem er jetzt in Urlaub gefahren war, hat diese Kollegin wieder in sehr hinterhältiger Weise eine Information zurückgehalten. Als ich das ganze Ausmaß begriffen hatte, habe ich, um jetzt nichts mehr anbrennen zu lassen, den Betriebsrat aufgesucht, um mir Rat zu holen. Ich habe dann den Betriebsrat gebeten, mit dieser Kollegin ein Gespräch zu vermitteln, um endlich über die Vorfälle mit ihr zu reden und Linie in die Sache zu bringen (ein Gespräch hatte sie bislang immer abgelehnt). Der BR hat sich mit ihr in Verbindung gesetzt, sie hat ein Gespräch abgelehnt und erklärt, sie sei dazu nur bereit, wenn unser Chef wieder da sei, ansonsten hätte sie bereits mit mir gesprochen. Ich hatte mich bereit erklärt, die Rückkehr abzuwarten. Dann erhielt ich einen Anruf von meinem Chef aus seinem Urlaub, der mich so ungefähr für bescheuert erklärte, wieso ich denn so etwas machen könnte. Es wäre eine Unverschämtheit, dass ich mich in seiner Abwesenheit an den BR wenden würde, er führte mit uns nach seiner Rückkehr ein Gespräch, würde von seinem Direktionsrecht Gebrauch machen, und uns erklären, wie wir uns zu verhalten hätten. Ursachenforschung würde nicht betrieben, schon gar keine Vergangenheitsbewältigung, er habe eine Fürsorgepflicht seinen Mitarbeitern gegenüber und er würde mir untersagen, mich noch einmal mit dem Betriebsrat in Verbindung zu setzen. Er würde mich zwischenzeitlich noch einmal anrufen, wobei ich ihm erklärt habe, dass er dass gerne tun kann, ich sei aber nicht bereit, mit ihm am Telefon über diesen Sachverhalt zu reden. Ich bin zwar auch für dieses Gespräch, bin aber schrecklich verunsichert, ob er darin auch meine Interessen vertreten wird. Kann er mir den Kontakt zum Betriebsrat untersagen und wie verhalte ich mich jetzt taktisch am klügsten? Wir haben zwar auch eine Personalabteilung, die würde ich aber jetzt nur sehr ungerne ansteuern. Gewerkschaftsmitglied bin ich auch. Mittlerweile ist es so, dass die anderen Überstunden schieben und ich Däumchen drehe und noch für niedere Arbeiten zuständig bin.
Ich danke für Ihren Rat.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Zunächst zur rechtlichen Situation:

Sie haben die Möglichkeit, soweit das Mobbing entsprechenden beleidigen Charakter annimmt, oder üble Nachreden zur Folge haben Strafanzeige zu erstatten. Dies führt zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft gegen die angezeigte Person.

Zivilrechtlich besteht die Möglichkeit einen entsprechenden Schadensersatz nach § 823 Abs. 1 BGB geltend zu machen. Der Ersatz des Schadens richtet sich dann auf Ersatz des materiellen Schadens und ggfs. Schmerzensgeld, soweit entsprechende Handlungen zu physischen oder psychischen Schäden führen. Hierzu wäre ein entsprechender Nachweis zu erbringen.

Rein taktisch sollten die Rechtsmittel nur als ultima ratio verwendet werden und zunächst das Gespräch geführt werden.

Zunächst gilt es das Gespräch sorgfältig vorzubereiten und soweit als möglich die Motivation des Mobbings zu ergründen. Denn nur wenn Sie wissen, warum wer gegen Sie entsprechende Vorbehalte hat, können diese ausgeräumt werden. Insoweit stünde Ihnen für die Vorbereitung des Gesprächs ein Verterter der Gewerkschaft zur Verfügung. Dabei sollten Sie sich zum einen in die Rolle der Kollegin und ihres Chefs versetzen, um auf entsprechenden Argumenten vorbereitet zu sein. Die Personalabteilung zum jetzigen Zeitpunkt einzuschalten halte ich nicht für empfehlenswert, da das Problem nur weiter gestreut würde und bei einer möglichen Versetzung in dem Unternehmen schaden könnte.

Ob das Gespräch mit der Kollegin und Ihrem Chef zu einer Lösung führt, vermag ich nicht zu beurteilen. Allerdings sollten Sie zunächst nicht davon ausgehen und auch eine Alternativlösung parat haben bzw. angehen, z.B. ein Wechsel innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Allein das Befassen oder auch Finden einer einer Alternative kann für Sie schon ein wenig den Druck aus dem Gespräch nehmen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit einen Kollegen mit dem Schwerpunkt für Arbeitsrecht aufzusuchen, um mit ihm das Gespräch vorzubereiten. Ob Sie das Gespräch alleine oder in Begleitung eines Gewerkschaftsvertreters/Anwalt führen, sollte ebenfalls gut abgewogen werden, da dies die Fronten zunächst verhärten wird. Es spricht jedoch nichts dagegen mit einem entsprechenden „schriftlichen Fahrplan“ in dieses Gespräch zu gehen.

Im übrigen sollten Sie unabhängig von dem bevorstehenden Gespräch ein entsprechendes Mobbingtagebuch führen, also Ihre Aufzeichnungen fortführen. In diesem wäre alle Mobbinghandlungen mit Datum und Sachverhalt einzutragen gewesen.

Ich hoffe Ihnen einen entsprechenden Überblick verschafft zu haben und Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2007 | 20:40

Meine vordergründige Frage war ja, ob mir mein Chef den Kontakt mit dem Betriebsrat verbieten kann und gäbe es dafür eine Rechtsgrundlage oder steht es mir frei, mich mit dem BR zu beraten?

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2007 | 20:49

Meine vordergründige Frage war ja, ob mir mein Chef den Kontakt mit dem Betriebsrat verbieten kann und gäbe es dafür eine Rechtsgrundlage oder steht es mir frei, mich mit dem BR zu beraten?

Ergänzung vom Anwalt 13.07.2007 | 08:30

Ein Kontakt zum Betriebsrat kann Ihnen Ihr Chef nicht verbieten. Sie können diesen weiterhin kontaktieren und auch bitten an dem bevorstehenden Gespräch teilzunehmen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
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