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Vergleich ohne Anwalt möglich? Klage bekommen

15.05.2017 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Guten Tag,
in einem Zivilverfahren würde ich gerne etwas erfragen.

Ich habe eine Klage bekommen wegen einer Bestellung in Höhe von knapp 1000 Euro, ich möchte mich ohne Anwalt vergleichen und habe auch ein Vergleichsvorschlag an die Gegenseite gemacht,
Nun kam von der Gegenseite folgendes zurück:

I. Vor dem Hintergrund, dass mittlerweile das Klageverfahren hier eingeleitet wurde und vor dem AmtsG bereits anhängig ist, lassen Sie Versäumnisurteil gegen sich ergehen, damit niemand einen Termin vor dem Amtsgericht Wiesbaden wahrnehmen muss.

II. Im Nachgang zu dem dann vorliegenden Versäumnisurteil kann dann ein entsprechender Vollstreckungsvergleich basierend auf Ihrem Angebot vom XXX abgeschlossen werden, das auch für Sie günstiger sein dürfte, als wenn man nun bei Gericht einen entsprechenden Vergleich abschließt.

III. Innerhalb dieses Vollstreckungsvergleiches müsste dann allerdings noch berücksichtigt werden, dass Sie auch die insgesamt anfallenden Gerichtskosten- und Anwaltskosten tragen müssen. Auch diese Kosten können im Rahmen weiterer Ratenzahlungen erbracht werden.

IV. Nach Vorlage eines rechtskräftigen Versäumnisurteils würden wir dann wieder auf Sie zurückkommen. Um ein Versäumnisurteil ergehen zu lassen, müssen Sie auf die entsprechende Aufforderung des Amtsgerichts Wiesbaden, sich gegen die Klage zu verteidigen und Ihren Gegenanspruch entsprechend zu begründen, einfach nicht antworten.

Frage 1: Kann ich dieses Angebot so annehmen?... oder zahle ich mich am Ende mit Anwalts und Gerichtskosten noch dumm und dämlich.

Frage 2: Wie könnte ich hier weiter vorgehen dass ich auch wirklich nur mein Vergleichsangebot am Ende dann auch abzahle.

Frage 3: Muss ich bei einem Versäumnisurteil die kompletten Gerichts- und Anwaltsgebühren der Gegenseite zahlen?

Vielen Dank schon mal vorab.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Frage 1: Kann ich dieses Angebot so annehmen?... oder zahle ich mich am Ende mit Anwalts und Gerichtskosten noch dumm und dämlich.

Sie laufen Gefahr, dass Sie Anwalts-und Gerichtskosten tragen müssen, jedoch ist eben bereits eine Klage am Laufen, so dass diese in irgendeiner Weise beendet werden muss.

Frage 2: Wie könnte ich hier weiter vorgehen dass ich auch wirklich nur mein Vergleichsangebot am Ende dann auch abzahle.

Sie können auch sofort zahlen und die Angelegenheit bei Gericht für erledigt erklären. Das ist noch kostengünstiger als ein Versäumnisurteil. Voraussetzung ist aber, dass Sie sofort leistungsfähig sind.

Frage 3: Muss ich bei einem Versäumnisurteil die kompletten Gerichts- und Anwaltsgebühren der Gegenseite zahlen?

Ja.

Einen Überblick über die Arten der Prozessbeendigung und die anfallenden Kosten finden Sie hier an einem vorgerechneten Beispiel:
Quelle:
http://www.iww.de/rvgprof/archiv/kostenrecht-so-beenden-sie-ihre-prozesse-kostenguenstig-f22451


Die kostengünstigere Variante ist wie gesagt, Zahlung und für erledigt erklären lassen.
Für nähere Einzelheiten schildern Sie ggf. mir Ihren Vergleichsvorschlag, so dass ich Ihnen in der Nachfragefunktion noch nähere Informationen geben kann.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 15.05.2017 | 16:16

Hallo Frau Traust,

Ja es geht um einen Betrag von ca. 1250 Euro. Ich habe der Gegenseite angeboten das ich 600 Euro on 3 raten zahle aber deren Anwaltsgebühren nicht zahlen kann. Klingt sowas plausibel? Könne ich mit dem Vergleich Erfolg haben wenn ich die Klage anfechte? Alles auf einmal ist leider nicht machbar, da ich hoch verschuldet bin.
Viele grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.05.2017 | 17:10

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Nachfrage gerne wie folgt:


Mittlerweile ist die Situation eingetreten, dass die Gegenseite geklagt hat. Damit sind jedenfalls Gerichts- und Anwaltskosten angefallen, die - wie aufgezeigt- der Höhe nach noch beeinflusst werden können.

Sie könnten noch folgendes machen:
Wenden Sie sich mit der Klage an einen Anwalt und versuchen Sie Prozesskostenhilfe zu bekommen. Dann fallen für Sie keine Anwalts- und Gerichtskosten an. Dann kann sich ein Anwalt auch die Akte selbst ansehen und die rechtlichen Erfolgsaussichten einer Verteidigung beurteilen. Das ist hier ohne Kenntnis der Aktenlage in einer online Beratung natürlich nicht möglich.

Wenn Sie vor Gericht einen Vergleich schließen, so kommen sogar noch weitere Gebühren dazu. Das sollte man auf jeden Fall vermeiden. Es ist oftmals Verhandlungssache, wer die Kosten des Vergleichs zahlt. Oft vereinbart man, dass die Kosten des Vergleichs jede Partei selbst zahlt. Aber das kann man nicht voraussehen, zumal Sie nicht anwaltlich vertreten im Gericht wären.

Aber eine Möglichkeit, dass Sie gar keine Anwalts- und Gerichtskosten zahlen müssen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Auch bei der Gewährung von Prozesskostenhilfe müssen Sie ggf. gegnerische Anwaltskosten tragen.

Je nachdem, um wen es sich handelt, ist natürlich auch die Frage, ob man darauf vertrauen kann, dass nach einem Versäumnisurteil ein Vollstreckungsvergleich geschlossen wird. Das kann ich hier ohne die Akte zu kennen, nicht beurteilen.

Die Möglichkeit wäre es höchstens noch, dass Sie anbieten, drei Raten zu zahlen und die Gegenseite nimmt die Klage zurück. Dann müsste die Gegenseite die Kosten tragen. Dies ist aber als höchst unwahrscheinlich anzusehen. Dieser Vorschlag ist also leider nicht sehr plausibel.

Wenn Sie nicht auf einmal zahlen können, so kommt auch keine Zahlung und für erledigt Erklärung in Betracht. Dies war die Variante, die ich in meiner Antwort aufgezeigt hatte.

Mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

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