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Vergehen BtmG 1000gr Pilze

02.12.2005 14:11 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

heute Morgen stand die Kripo vor meiner Tür mit einem Durchsuchungsbefehl.
Die Beamten berichteten mir, gegen mich bestehe der Verdacht 1000 Gramm erntefrische psilocybinhaltige Pilze über das Internet im April dieses Jahres erworben zu haben, was so auch im Durchsuchungsbefehl steht. Dieser Verdacht liegt der Durchsuchung der holländischen Firma Euphoric Minds zugrunde, welche die Kundendaten preisgeben musste (ca. 3000 Ermittlungsverfahren gehen daraus hervor - laut Kripo). Der Beamte zeigte mir die Firmenunterlagen, wo auch meine Bestelldaten zu sehen waren.

Bei der Durchsuchung meines Zimmers wurden die Beamten jedoch in jeglicher Hinsicht nicht fündig. Es wurden keine Beweißmittel beschlagnahmt. Anschließend fuhren sie gemeinsam mit mir zur örtlichen Sparkasse um dort den Kontoauszug des Monats April zu erhalten, welcher belegt, dass ich im April 106,95 € an die besagte Firma überwiesen habe.
Diesen Kontoauszug nahem die beiden Herren mit.

Auf jegliche Fragen antwortete ich, dass ich es mir nicht erklären könne wie es zu solchem Verdacht kommen könnte. Ich sagte den Herren, dass ich niemals Pilze bestellt oder erhalten habe.

Nun zu meiner Frage.
Reichen die Bestelldaten der Firma sowie mein Kontoauszug aus, um mich zu verurteilen bzw. mir den Führerschein zu entziehen (womit die Beamten mir drohten)?
Wie sieht ungefähr das Strafmaß für 1000gr frische Stropharia Cubensis aus (wobei mir doch höchstens der Kauf nachgewiesen werden kann. Kein Konsum. Kein Verkauf.) und was raten Sie mir, wenn ich die Vorladung erhalte und vernommen werde?
Der Beamte hinterließ mir eine Telefonnummer, wo ich mich melden könne, falls mir doch noch was einfällt.

Angaben zu meiner Person:
19 Jahre , nicht vorbestraft.


Mit freundlichen Grüßen


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Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt beantworten:


Der Erwerb von Betäubungsmitteln ist nach § 29 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) strafbar und wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Dies ist der Grundtatbestand. Es kann hier noch zu Straf- verschärfungen kommen. Dies hängt jedoch von Ihrer genauen Fallkonstellation ab, die erst dann genau bekannt ist, wenn ein Verteidiger Akteneinsicht erhalten hat.

Der Nachweis über Ihren Kontoauszug und Ihre Kundendaten bei der niederländischen Firma genügen um Ihnen den Erwerb von Betäubungsmitteln nachzuweisen.

Sie sollten sich an einen Rechtsanwalt/Strafverteidiger in Ihrer Nähe wenden und das weitere Vorgehen mit diesem absprechen. Keinesfalls sollten Sie gegenüber der Polizei weitere Angaben zum Tathergang machen.

Zu Ihren Gunsten wird bei einer Verurteilung der Umstand, bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten zu sein, wirken. Ein Fahrerlaubnisentzug erscheint mir in Ihrem Fall unwahrscheinlich, da zumindest der Konsum von Betäubungsmitteln bei Ihnen nicht nachgewiesen ist.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sanela Navrboc
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2005 | 18:51

Im Falle, dass ich bis vor Gericht meine Aussage verweiger. Kann ich dann nur für den Erwerb bestraft werden sofern es keine anderen Beweismittel außer Kontoauszug und die Bestellung gibt?
Kann ich als Beschuldigter auch Akteneinsicht beantragen?
mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2005 | 08:39

Diese Frage läßt sich seriös erst nach Akteneinsicht beantworten. Falls man Ihnen nur den Erwerb nachweisen kann werden Sie selbstverständlich auch nur hiernach verurteilt.

Sie können zudem durchaus auch Akteneinsicht beantragen, dies ist jedoch an höheren Zugangsvoraussetzungen geknüpft wie bei einem Anwalt, zumal nur ein Anwalt die Akte richtig bewerten kann.

Ich empfehle Ihnen daher abermals, einen Anwalt hiermit zu beauftragen.

Gerne stehe auch ich Ihnen im Rahmen einer Mandatsanfrage hierfür zur Verfügung.

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