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Verfrühte Vollstreckung

20. Oktober 2014 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Erbengemeinschaft, Geschwister, besitzen mehrere Immobilien, die sich bedingt durch ein weiteren Erbfall und den Folgekosten erstmal in Zahlungsverzug befindet.

Die Objekte sind mit einen Nieß- und Nutzrecht belastet. Die Testamentsvollstreckung läuft ebenfalls über die Eltern.

Bedingt durch die nicht Bezahlung der Raten ( Zins und Tilgung ) wurden wir nun gekündigt, mit der Aufforderung die Objekte zur Zwangsversteigerung freizugeben. (17.10)

Wir sehen hier aber diese Kündigung als verfrüht an. Auch wenn wir die 2, 5 % an Summe überschritten haben.
Wir haben vom Kreditinstitut eine Aufforderung, schriftlich, Anfang Juni bekommen. Dieser Brief fordert uns auf, die angelaufene Schuld bis Ende Oktober komplett zu bezahlen. Da wir aber erst Mitte Oktober haben sehen wir diese Kündigung als verfrüht an und möchte deshalb diese widersprechen.

Durch den Verkauf eines unserer Objekte, Notartermin am 27.10.2014 ist die Bezahlung bisher angelaufener Schuld problemlos möglich. Auch die Folgekostesten ( Zins und Tilgung) wären bis zum Ende der Zinsbindung gedeckt.

Alles was hier noch im Wege stehten würde währen die banküblichen Zeiten für den Geldtransfer. Vertraglich wurde zwar eine Baranzahlung durch den Verkäufer vereinbart, aber diese noch nicht bestätigt.

Wie sollen wir uns nun gegenüber der Kündigung des Kreditinstitutes verhalten? Weiterhin ist es unabdingbar, dass wir die Buchung der Gelder zum Monatsende vollzogen haben, oder räumt man noch gesetzliche Fristen ein um eine ordentliche Kündigung der Bank entgegenzuwirken?

Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Wie sollen wir uns nun gegenüber der Kündigung des Kreditinstitutes verhalten? Weiterhin ist es unabdingbar, dass wir die Buchung der Gelder zum Monatsende vollzogen haben, oder räumt man noch gesetzliche Fristen ein um eine ordentliche Kündigung der Bank entgegenzuwirken?"

Aufgrund des eingetretenen Zahlungsverzugs hinsichtlich der Kreditverbindlichkeiten dürfte es sich hier seitens der Bank um eine außerordentliche Kündigung der Kreditverträge aus wichtigem Grund handeln. Der wichtige Grund liegt hierbei in dem Zahlunsgverzug bzw. in der daraus zu schließenden wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse der Schuldner. Die hierbei vom Kreditinstitut gesetzte Frist zur Abhilfe ist jedoch normalerweise von diesem abzuwarten, bevor die Kündigung erklärt werden kann, es sei denn, es liegen Umstände vor, die ein weiteres Abwarten für die Bank unzumutbar machen. Nicht nachvollziehbar ist für mich, warum Sie die Freigabe zur Zwangsversteigerung erklären sollen, da der Grundpfandgläubiger die Zustimmung des Schuldners zur Zwangsvollstreckung normalerweise nicht mehr benötigt.

Die Bank wird aber im Regelfalle kein gesteigertes Interesse an der Zwangsversteigerung haben, wenn nicht auch eine anderweitige Lösung zur Schuldenausgleichung gefunden werden kann. Ich würde Ihnen daher dringend raten, schnellstmöglich mit dem Kreditinstitut in Kontakt zu treten und den von Ihnen beschriebenen Vorschlag zur Ablösung der offenen Kreditverbindlichkeiten zu unterbreiten. Sofern die Bank dennoch auf die Zwangsvollstreckung in die Grundstücke bestehen sollte, wäre Ihnen in jedem Falle zu raten, vor Ende Oktober die aufgelaufenen Zins- und Tilgungsraten zu bedienen und sich dann gegen die Kündigung der Kreditverträge zur Wehr zu setzen. Hierbei empfehle ich jedoch die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe. Dabei wird zunächst die Einsichtnahme in die vertraglichen Unterlagen und in den erfolgten Schriftverkehr erforderlich sein. Sofern Sie dies wünschen, stehe ich Ihnen hierfür gern zur Verfügung. Zunächst gehe ich jedoch davon aus, dass ein Gespräch mit der Bank bereits weiterhelfen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 5. November 2014 | 11:06

Da die Finanzierung über einen Lebensversicherung dargestellt ist, und die Tilgung über Lebensversicherungen nach altem Recht gut verzinst, laufen, und derern momentaner Rückkaufswert der Vorfälligkeitentschädigung enspricht ist für den Darlehnsgeber als Versicherungsunternehmen durchaus ein gesteigertes Interesse gegeben diese belastende Altverträge abzustoßen, sowie die Vorfällikeitsentschädigung uns zu berechnen um unserere Ersparnisse aufzulösen. Daher meine Verwirrung bezüglich Ihrer Aussage, dass kein gesteigertes Interesse des Darlehnsgebers bestehten sollte. Gerade da sehen wir den Grund für die verfrühte Kündigung des Darlehnsgebers. Wohlangemerkt, kommt noch die Versteigerung unserer Objektes dazu.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 6. November 2014 | 09:57

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage, bei der es sich wohl mehr um eine Anmerkung handelt, nehme ich wie folgt Stellung:

Meine Aussage war nicht, dass das Kreditinstitut kein Interesse daran hat, sich von ungünstigen Kreditverträgen zu lösen. Dieses Interesse ist mit Sicherheit aufgrund des drastisch gesunkenen Zinsniveaus gegeben. In Ihrem Falle hat das auch sicherlich zur Kündigung beigetragen.

Meine Aussage war vielmehr ("Die Bank wird aber im Regelfalle kein gesteigertes Interesse an der Zwangsversteigerung haben, wenn nicht auch eine anderweitige Lösung zur Schuldenausgleichung gefunden werden kann." s.o.), dass die Bank nach erfolgter Kündigung kein gesteigertes Interesse an der Durchführung eines Zwangsversteigerungsverfahren zum Zwecke des Ausgleichs der offenen Forderungen hat. Wenn für die Bank ein anderer Weg unter Mitwirkung des Schuldners oder Dritter gangbar ist, wird sie sich im Regelfall dem nicht verwehren. Ein Zwangsversteigerungsverfahren birgt auch für die Bank eine Reihe von Unwägbarkeiten und Risiken. Zudem muss sie wegen der Kosten in Vorleistung gehen. Das Ergebnis ist hingegen schwer kalkulierbar. Daher sollte das Gespräch gesucht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Gunnar Wessel
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 5. Dezember 2022 /5,0
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