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Verfallsdatum bei mündlichen Eigenkündigung gibt es?

| 03.08.2018 23:53 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Hallo,

ich habe zwei Fragen:

1) hat die mündliche Eigenkündigung sowas wie ein Verfallsdatum nach dem sie ausgesprochen wurde? Oder kann der Arbeitgeber dann selbst entscheiden wann er den Arbeitnehmer auf seinen eigenen Wunsch kündigen kann?

2) Ich habe dem Arbeitgeber gesagt, dass ich mich gern kündigen möchte. Dabei war leider auch ein Zeuge, der dies bestätigen kann. Wir haben uns geeinigt, dass er mich kündigt, ich aber 2 Wochen extra bleiben sollte.
Die Kündigung hat er ausgestellt, jedoch will er sie mir erst am letzten Tag der Arbeit geben.
Habe ich das Recht die Kündigung jetzt zu verlangen? Das komische ist. Es müssen 2 originale sein. Eines müsste er bekommen und das andere ich. Wir haben aber nur einen unterschrieben. Diese einzige ist jetzt bei ihm.

Grüße
Herr Unbekannter

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage , die ich Ihnen wie folgt beantworte:



Frage 1:
"hat die mündliche Eigenkündigung sowas wie ein Verfallsdatum nach dem sie ausgesprochen wurde? Oder kann der Arbeitgeber dann selbst entscheiden wann er den Arbeitnehmer auf seinen eigenen Wunsch kündigen kann?"


Eine mündliche Kündigung ist völlig unbeachtlich und hat gar keine Wirkung, da eine Kündigung immer schriftlich erfolgen muss, was sich aus § 623 BGB ergibt.




Frage 2:
"Habe ich das Recht die Kündigung jetzt zu verlangen? Das komische ist. Es müssen 2 originale sein. Eines müsste er bekommen und das andere ich. Wir haben aber nur einen unterschrieben. Diese einzige ist jetzt bei ihm."


Eine Kündigung muss - wie oben ausgeführt- zwingend schriftlich erfolgen. Wenn Sie sich aufgrund Ihrer mündlichen Kündigung nunmehr selbst haben kündigen lassen, ist davon auszugehen dass Ihr Arbeitgeber eine Ahnung von der Materie hat, denn offenbar hat er nach Ihrer Schilderung Sie den Empfang seiner schriftlichen Kündigung durch Ihre Unterschrift bestätigen lassen.

Dies ist auch für ihn insofern sinnvoll als Sie nach Ablauf von 3 Wochen ab Kündigungszugang (also wohl Ihre Unterschrift) seine Kündigung nicht mehr vor dem Arbeitsgericht angreifbar wäre, § 4 KSchG.




Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Raphael Fork
-Rechtsanwalt -


Bewertung des Fragestellers 04.08.2018 | 10:25

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FRAGESTELLER 04.08.2018 5/5,0
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