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Verfall des Unterhaltsanspruchs eines volljährigen Kindes?

| 10. März 2020 00:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


07:55

Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht mir bei meinem Anliegen nicht um die Berechnung der Höhe des Unterhaltsanspruchs, sondern "nur" um Ihre Einschätzung, ob mein nun 18-jähriger Sohn im vorliegenden Fall ab einem bestimmten Zeitpunkt (noch vor Abschluss einer Berufsausbildung) grundsätzlich noch einen Unterhaltsanspruch hat.

Ich habe mit meiner Ex-Frau außerdem noch eine 20-jährige Tochter, die sich nach abgebrochenem Studium nun in einer Berufsausbildung befindet sowie eine 11-Jährige Tochter mit einer anderen Frau (ebenfalls getrennt). Da ich davon ausgehe, dass das bei der Beurteilung meiner Frage keine weitere Relevanz hat, werde ich auch nicht näher darauf eingehen.
Ebenso wenig dürften die finanziellen Verhältnisse aller Beteiligten eine Rolle spielen, da es mir ja um eine grundsätzliche Beurteilung der Umstände geht. Meine Ex-Frau ist jedenfalls mit ihrem neuen sehr wohlhabenden Partner, ihrem Geschäft und ihren beiden Häusern (inkl. vermieteter Arztpraxen) vermutlich recht gut - meiner Einschätzung nach besser als ich - versorgt.

Zur Situation meines Sohnes, dzt. wohnhaft im Bayerischen Wald bei seiner Mutter:

Nachdem er nach der Grundschule auf das Gymnasium wechselte, zeichnete sich bald ab, dass dies nicht der richtige Weg für ihn ist (nicht zu dumm, aber zu faul) und er wechselte nach 2 Jahren auf die Realschule.
Seine Mutter ist Inhaberin eines großen Schuhgeschäfts (von ihrem Vater übernommen) und zur damaligen Zeit wurde mir gegenüber kommuniziert, dass der Junior später mal das Geschäft seiner Mutter übernehmen will. Hierfür wurde (ohne meine Einbeziehung) geplant, dass er nach dem Realschulabschluss die Wirtschaftsschule und/oder Fachoberschule besucht und dann eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann machen wird. Vor dem Hintergrund, dass meine Ex-Frau das Geschäft auch "nur mit Mittlerer Reife" leitet, erschien mir das zwar nur als Taktik, mich möglichst lange Unterhalt zahlen zu lassen, aber okay...

Nach Erlangung der Mittleren Reife wechselte er zur Fachoberschule mit der Ausbildungsrichtung "Wirtschaft und Verwaltung". Das passte in meinen Augen auch zum damals geäußerten Berufsziel. Die Noten sind zwar ausgerechnet in den eher relevanten Fächern Deutsch, Mathe, BWL, Rechnungswesen, Recht und Informatik mit jeweils 5-7 Punkten nicht gerade berauschend, aber das passt wiederum zu den oben erwähnten Erfahrungen aus der Gymnasialzeit. Mit Abschluss der 12. Klasse im Sommer diesen Jahres ist das Kapitel Fachoberschule dann auch abgeschlossen.
Einer seiner letzten Aussagen zufolge hat er nun auch keine Lust mehr auf Schule.

Nach meinem aktuellen Wissensstand ist die Übernahme des Geschäftes seiner Mutter wohl inzwischen kein Thema mehr und er hat sich bei einem großen Konzern mit einem Werk im Bayerischen Wald als Industriekaufmann beworben - bekam aber eine Absage. Er sprach auch von anderen Bewerbungen mit Absagen, hat mir hierzu aber keine weiteren Beispiele für angeschriebene Firmen genannt, weshalb ich der Glaubhaftigkeit seiner Aussage mal eher skeptisch gegenüberstehe.

Nun will er sich in Nürnberg und München für ein duales Studium zum "Bachelor of Arts Fitnesstraining" bewerben.
Mal davon abgesehen, dass dieses Thema grds. vermutlich schon seinen Interessen entsprechen dürfte, ist das dann aber doch eine komplett neue Ausrichtung seines bisherigen Werdegangs. Dazu kommt dann auch der Besuch einer weiteren Schule (Hochschule) mit einem Studiengang über 7 Semester, der auch betriebswirtschaftliche Inhalte und somit Fächer beinhaltet, die bisher nicht gerade zu seinen Stärken gezählt haben...

Soweit also die bisherige Vorgeschichte und nun zu meinen Fragen:

Mir ist bekannt, dass einem Studenten bis spätestens zum dritten Semester eine Umorientierung zugestanden wird, falls sich herausstellt, dass der gewählte Studiengang doch nicht das richtige ist. Muss ich das bei meinem Sohn sinngemäß ebenfalls so sehen und dulden?
Theoretisch könnte er ja nun im Herbst im Unternehmen seiner Mutter eine Ausbildung beginnen (wofür auch die FOS nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre)… Auch die Wohnsituation wäre dort gesichert.

Ich weiß noch nicht, wie die Bezahlung bei diesem dualen Studium geregelt sein wird, aber theoretisch könnte es ja sein, dass der Arbeitgeber die Studiengebühren bezahlt und der Student nur ein zusätzliches "Taschengeld" erhält. Behält mein Sohn in diesem Fall seinen kompletten Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern, obwohl er nach Abschluss der Realschule und der FOS dann schon die zweite "weiterführende Schule" besucht ? Soweit ich weiß, wird einem Kind nach seinem allgemeinen Schulabschluss der Besuch einer einzigen weiterführenden Schule zugestanden.

Falls er ein normales Ausbildungsgehalt beziehen sollte, gehe ich mal davon aus, dass dieses (nach Abzug der Ausbildungspauschale) auch auf seinen Unterhaltsanspruch angerechnet wird. Wie sieht es dann aber mit eventuell anfallenden Studiengebühren aus? Erhöhen die als zusätzlicher Bedarf seinen Anspruch für Studenten mit eigenem Haushalt gem. Düsseldorfer Tabelle?

Und mal angenommen, er würde im Herbst auch keinen Studienplatz bekommen... Wie wäre diese Situation dann unterhaltstechnisch zu bewerten?

So... Viel zu lesen, aber im Grunde nur 4 kurze Fragen, die Sie abschließend hoffentlich zu einer Einschätzung bringen, ob mein Sohn (nach bisher inkonsistenter Berufsorientierung und bereits einem Abschluss einer weiterführenden Schule ) mit Beginn eines dualen Studiums weiterhin seinen vollen Unterhaltsanspruch hat.

Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!

Freundliche Grüße aus Baden-Württemberg

10. März 2020 | 01:21

Antwort

von


(521)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
Web: http://www.ra-bernhard-mueller.de/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ja der Grundsatz, dass sich das Kind einmal umorientieren kann, wenn sich herausstellt, dass der gewählte Studiengang nicht der richtige ist, gilt auch bei Ihrem Sohn. Als er sich für die FOS entschieden hat, war er noch nicht 18. Da ist nicht einmal feststellbar, ob die FOS seine eigene Entscheidung oder die der Mutter war. Jetzt ist er 18 und kümmert sich um die Ausbildung, die seinen Interessen entspricht, nämlich dem dualen Studium. Auch wenn 5-7 Punkte nicht gerade die besten Noten sind, dürften diese reichen, um die Prüfungen zu bestehen.

Wenn der Sohn bei seinem dualen Studium ein Taschengeld bekommt, dass über der Ausbildungspauschale liegt, wird dies vom Unterhalt abgezogen, genauso, wenn er eine normale Ausbildungsvergütung bekommt.

Wenn Studiengebühren anfallen, die nicht vom Arbeitgeber gezahlt werden, dann erhöhen diese den Bedarf und müssen anteilig nach dem einsetzbaren Einkommen beider Elternteile von beiden Elternteilen bezahlt werden.

Wenn Ihr Sohn keinen Studienplatz bekommt, dann kann er sich auch im nächsten Semester wieder bewerben. Er muss sich jedoch um einen Job bemühen, mit dem er die Wartezeit überbrücken kann. Das Gehalt aus diesem Job wird dann auf den Bedarf angerechnet. Hier sollten Sie darauf bestehen, von jeder Bewerbung eine Kopie zu erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 10. März 2020 | 07:37

Sehr geehrter Herr Müller,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Hierbei ist bei mir noch folgende Rückfrage aufgetaucht:

Für den Fall, dass er keinen Platz für ein duales Studium erhält: Angenommen, mein Sohn kann oder will mir keine Nachweise zu seinen Bewerbungen vorlegen oder Auskunft zu seinen vorübergehenden Einnahmen aus einem Nebenjob geben (bzw. verschweigt einen Nebenjob), bis zu einer erneuten Bewerbung im Frühjahrs-Semester...
Kann ich ihm in dem Fall den Unterhalt kürzen? Und falls ja: Welches anzusetzende fiktive Einkommen wäre hier gerechtfertigt?

Vielen Dank nochmals und viele Grüße nach Berlin

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10. März 2020 | 07:55

Sehr geehrter Fragesteller,

das kommt darauf an. Wenn Ihr Sohn einen Unterhaltstitel hat, können Sie nicht selbständig kürzen, sondern müssen eine Abänderung des Titels beim Familiengericht beantragen.

Wenn der Unterhalt nicht tituliert wurde, teilen Sie ihm mit, dass Sie von Ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen, also solange nichts zahlen, bis er die Kopien der Bewerbung vorgelegt bzw. Auskunft über seine Einkommensverhältnisse gegeben hat. Das so vorläufig eingesparte Geld legen Sie zur Seite, bis die Informationen nachgeholt wurden. Dann rechnen Sie den Unterhalt anhand der nachträglich erhaltenen Informationen aus und zahlen den Betrag, der ihm zusteht.
Wenn er die benötigten Informationen nicht übermittelt, nachdem Sie ihm mitgeteilt haben, dass Sie das Geld zurückbehalten, bis er die Informationen an Sie übermittelt hat, können Sie bis zum Beweis des Gegenteils erst einmal davon ausgehen, dass er nicht mehr bedürftig ist und deshalb auch keinen Unterhalt mehr von Ihnen bekommt.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 10. März 2020 | 10:09

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Die Antworten kamen - selbst zu sehr später Stunde - extrem schnell und waren inhaltlich auf den Punkt auf meine Fragen fokussiert, die auch umfassend beantwortet wurden.
Das war das erste mal, dass ich diese Plattform genutzt habe und werde das nach diesen positiven Erfahrungen bei Bedarf gerne wieder tun.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10. März 2020
5/5,0

Die Antworten kamen - selbst zu sehr später Stunde - extrem schnell und waren inhaltlich auf den Punkt auf meine Fragen fokussiert, die auch umfassend beantwortet wurden.
Das war das erste mal, dass ich diese Plattform genutzt habe und werde das nach diesen positiven Erfahrungen bei Bedarf gerne wieder tun.


ANTWORT VON

(521)

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