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Verfahrensfreies Bauen Art. 57 BayBO

29.06.2017 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Ein Dachüberstand ist bei der Berechnung der Bruttogrundfläche eines überdachten Stellplatzes (Carport) nicht zu berücksichtigen.

Geplant wird ein genehmigungsfreier Carport als Grenzbau. Dieser darf nur noch eine Länge von 7,50 m haben da bereits eine Grenzgarage von gleicher Länge auf der anderen Grundstücksseite besteht. Laut BayBO darf dieses Gebäude genehmigungsfrei erstellt werden, wenn es nicht grösser als 50qm erstellt wird. Geplante Länge 7,50 und Breite 6,50 als Holzkonstruktion mit Pultdach also unter 50qm! So und jetzt die Frage: Muss der Dachüberstand mit eingerechnet werden oder bleibt er bei der Berechnung der Grundfläche und der maximalen noch möglichen Grenzbebauung von 7,50m unberücksichtigt? Würde gerne vorne 70cm und hinten 50cm Dachüberstand miteinplanen wollen, somit hätte ich natürlich eine Dachlänge von 8,70m! Will natürlich kein Theater mit dem LRA haben um dann später doch noch die Gebühren und Planzeichnungen für ein Gebäude zu bezahlen was genehmigungspflichtig ist!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Art. 57 Abs. 1 b BayBO sind verfahrensfrei Garagen einschließlich überdachter Stellplätze im Sinn des Art. 6 Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 mit einer Fläche bis zu 50 m2, außer im Außenbereich. Garagen und überdachte Stellplätze fallen nach Art. 57 Abs. 1 unter die Kategorie "Gebäude".

Nach Art. 2 Abs. 6 BayBO sind Flächen von Gebäuden als Bruttogrundfläche zu ermitteln, soweit nichts anderes geregelt ist. (Nach Art. 57 Abs. 2 BayBO sind im Geltungsbereich einer städtebaulichen oder einer Satzung nach Art. 81, die Regelungen über die Zulässigkeit, den Standort und die Größe der Anlage enthält, wenn sie den Festsetzungen der Satzung entspricht, Garagen mit einer Nutzfläche bis zu 100 qm sowie überdachte Stellplätze genehmigungsfrei. Da Sie hierzu in Ihrer Frage nichts mitteilen, gehe ich davon aus, dass die Voraussetzungen dieser Vorschrift nicht vorliegen.)

Die Bruttogrundfläche bestimmt sich nach der DIN 277 in der zur Zeit geltenden Fassung von 2005. Nach der DIN 277 ergibt sich die Brutto-Grundfläche (BGF) eines Gebäudes aus der Summe der nutzbaren Grundflächen aller Grundrissebenen sowie deren konstruktiver Umschließung. Sie bemisst sich nach den äußeren Abmessungen eines Gebäudes.

Nach Nr. 4.1.2 DIN 277 sind Grundflächen von Bauwerken entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu folgenden drei Bereichen getrennt zu berechnen:

Bereich a): „Überdeckt und allseitig in voller Höhe umschlossen."

Dazu zählen die Grundflächen des Kellergeschosses, Erdgeschosses, Obergeschosses, Dachgeschosses.

Bereich b): „Überdeckt, jedoch nicht allseitig in voller Höhe umschlossen."

Hierzu zählen Durchfahrten, überdeckte Balkone und Terassen oder Loggias.

Bereich c): „Nicht überdeckt."

Dazu zählen nicht überdeckte Balkone oder nicht überdeckte Terrassen. Dachüberstände gelten in diesem Zusammenhang nicht als Überdeckung (Weber, Ulrich [2007]: Brutto-Grundfläche (BGF). In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich [2007]: Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 178).

Bei der Berechnung der BGF finden nicht nutzbare Dachflächen keine Berücksichtigung. Dabei handelt es sich um Flächen, die keine nutzbaren Grundrissebenen sind.

Demnach ist der Dachüberstand des Carports bei der Berechnung der Bruttogrundfläche nicht zu berücksichtigen. Die Fläche unter dem Dachüberstand kann zum Unterstellen eines Fahrzeugs im Carport nicht genutzt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.07.2017 | 14:51

Bei der Berechnung der Bruttogrundfläche finden also nicht nutzbare Dachflächen keine Berücksichtigung, weil sie nicht zu den nutzbaren Grundrissebenen zählen.
Da aber der Carport offen geplant ist, also nur eine fiktive Grundrissebene (der Pfostenabstand) hat, würde der Dachüberstand ja eine nutzbare Dachfläche ergeben. Oder zählt diese nutzbare Dachfläche nur, wenn auch ein Fahrzeug komplett darunter passen würde? Im obigen Fall würde man ca. 1,5m mehr an Nutzfläche erhalten, da ja weder Rückwand noch ein Tor eingebaut werden würde!
Vielen dank schon im Voraus für die abschließende Beurteilung von ihrer Seite.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.07.2017 | 15:21

Es kommt darauf an, ob die überstehende Dachfläche eine nutzbare Funktion hat.

Wenn sie dazu dienen kann, ein Auto darunter zu parken und vor Regen oder Hagel zu schützen, dann ist sie bei der Grundflächenberechnung zu berücksichtigen. Dies ist dann der Fall, wenn man ein Auto so im Carport abstellen kann, dass es unter dem Dachüberstand steht.

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