Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vererblichkeit von Verlustabzug


| 07.05.2007 02:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater hat mit schlechten Immobiliengeschäften (Sanierungen alter Häuser) in Sachsen einen Verlustvortrag von 1,7 Mio Euro.

Diesen möchte er mir und meiner Schwester einmal vererben (er ist jetzt 73 Jahre und bei bester Gesundheit). Im Gegenzug verlangt er einen Pflichtteilsverzicht, den wir unterschreiben sollen, da er offensichtlich seine zweite Ehefrau absichern möchte (er ist noch Eigentümer von 2 Häusern, die mit in die Erbmasse fallen würden) .

Meine Schwester ist als nichtselbständige Angestellte erbwerbstätig. Ich bin alleinige Gesellschafterin einer GmbH.

Ist eine Vererbung von Verlustabzügen überhaupt noch möglich und kann ich zum Beispiel diese in meine eigene GmbH übernehmen (die GmH hat nichts mit seinen Geschäften zu tun)? Und hat meine Schwester als Angestellte überhaupt etwas davon?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
07.05.2007 | 02:46

Antwort

von


86 Bewertungen
Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Fragestellerin,

diese Frage läßt sich leider nicht abschließend beantworten, da diese Frage derzeit zwischen zwei Senaten des Bundesfinanzhofs umstritten ist und deshalb zur endgültigen Entscheidung dem großen Senat des Bundesfinanzhofs vorliegt.

Der I. Senat des Bundesfinazhofs hat daher folgendermaßen entschieden:

"Der I. Senat hält an seiner Auffassung fest, dass der Erbe einen vom Erblasser nicht ausgenutzten Verlustabzug gemäß § 10d EStG bei seiner eigenen Veranlagung zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer geltend machen kann (Senatsurteil vom 16. Mai 2001 I R 76/99, BFHE 195, 328, BStBl II 2002, 487). Er stimmt der Divergenzanfrage des XI. Senats im Beschluss vom 10. April 2003 XI R 54/99 (BFHE 202, 284, BFH/NV 2003, 1364) deshalb nicht zu."

Die endgültige Entscheidung dieser komplizierten Rechtsfrage steht daher noch aus. Es ist daher also noch offen, ob Ihnen der Verlust Ihres Vaters etwas bringen wird.

Von der Beantwortung dieser Frage wird es deshalb auch abhängen, ob der Verlustvortrag an die GmbH "weitergegeben" werden darf und ob Ihre Schwester ihn geltend machen kann.

Unabhängig davon bin ich aber der Auffassung, dass ein Verlustvortrag nur dann etwas bringt, wenn man auch etwas abzusetzen hat. Ob eine solche Steuerersparnis einen Pflichtteilsverzicht rechtfertigt, muss auch wirtschaftlich durchgerechnet werden. In dieser Frage verweise ich aber an einen Steuerberater.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt


Ergänzung vom Anwalt 07.05.2007 | 02:55

Ich darf ergänzen, dass das Verfahren derzeit beim BFH noch unter dem Az. GrS 2/04 anhängig und noch nicht entschieden ist:

BFH Anhängiges Verfahren, GrS 2/04 (Aufnahme in die Datenbank am 20.12.2004)

1. Kann der Erbe einen vom Erblasser nicht ausgenutzten Verlust bei seiner eigenen Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen?


2. Falls die 1. Rechtsfrage bejaht wird: Steht im Falle einer Erbengemeinschaft der Abzug nur demjenigen zu, der die Einkunftsquelle(n) fortführt, die den Verlust verursacht hat (haben)? Gelten für den Fall einer Sondererbfolge in die Verlust verursachende Einkunftsquelle Besonderheiten?


Rechtsmittelführer: Steuerpflichtiger

EStG § 10d

Vorgehend: BFH , Entscheidung vom 28.7.2004 (XI R 54/99)
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"war sehr informativ, danke "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Eckart Johlige »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

war sehr informativ, danke


ANTWORT VON

86 Bewertungen

Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Sozialversicherungsrecht, Fachanwalt Arbeitsrecht, Fachanwalt Verwaltungsrecht, Baurecht