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Verdienstausfall durch nicht eingehaltenen Abholtermin


| 25.12.2010 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren RA,

Anfang Dezember 2010 entdeckte ich auf der Suche nach gebr. KFZ-Stahlfelgen eine entsprechende
Anzeige auf einer bekannten Internetauktionsplattform.
Die Ware war in der Anzeige zur kostenlosen Abholung angegeben,Versand war nur möglich falls
der Käufer diesen auf eigene Kosten realisieren würde.
Wegen der großen Entfernung zum Verkäufer entschloss ich mich dazu dies zu tun.
Der Kauf wurde per Sofortkaufen abgeschlossen, der Verkäufer erhielt den Kaufpreis auf sein Bankkonto
überwiesen, Verpackte die Ware und teilte mir auf Anfrage die genauen Verpackungsmaße mit.
Auf der Suche nach einem geeigneten und kostengünstigen Versandunternehmen landete ich auf der Interneseite des Anbieters den auch die
bekannte Internetauktionsplattform automatisch anbietet wenn man bei der Anzeigeneinstellung die Versandkosten für den Käufer bestimmen möchte.
Dieser Transportunternehmer versendet nicht selbst sondern gibt seine Aufträge an Subunternehmer weiter.
Kurioserweise ist dies preiswerter als die Versandaufträge direkt beim Subunternehmer aufzugeben.
Der Subunternehmer ist vorwiegend der mit den weißen Transportfahrzeugen.
Aufgrund der Verpackungsmaße erstellte ich über die Eingabemaske des Transportunternehmers zwei Abholaufträge für den Montag der folgewoche.
Diese Daten teilte ich dem Verkäufer mit und er war damit einverstanden an diesem Tage zuhause anwesend zu sein.
Ich erhielt nach einiger Zeit vom Transportunternehmer zwei E-mail in der die Aufträge bestätigt wurden, jeweils für einen Abholzeitraum
von 9-17 Uhr,außerdem wurde angemerkt das die Abholung am genannten Tag oder spätestens am darauffolgenden Tag erfolgen würde.
Von diesem Umstand war bei der Auftragserstellung über das Internet allerdings nicht die Rede.
Ich hatte bei der Eingabe Standardversand ausgewählt, kein Express oder so etwas.
Ferner hatte ich bei der Auftragserstellung meine Telefonnummer und meine E-mail Adresse für die Auftragsbesätigung und Benachrichtigung hinterlassen.
Der vereinbarte Abholtermin wurde nicht eingehalten so das der Verkäufer vergeblich wartete.
Es erfolgte keine Benachrichtigung an mich seitens des Transportunternehmers.
Der Verkäufer reklamierte dies beim telefonisch beim Transportunternehmen und nahm sich darauf hin eigenmächtig einen Tag unbezahlten
Urlaub und wartete am nachfolgeden Dienstag wiederum vergebens auf das Transportunternehmen, da auch an diesem Tag keine Abholung
erfolgte, obwohl dies ja laut Auftrag hätte erfolgen müßen.
Auch an diesem Tag wurde ich nicht von dem Transportunternehmen in Kenntnis gesetzt.
Ich erhielt am Dienstag abend darüber eine entsprechende Mail des Verkäufers, in der er seinen Unmut äußerte.
Ich habe daraufhin beim Transportunternehmen per email reklamiert und erhielt am nachfolgenden Mittwoch
die Nachricht das die Ware nochmals für den Transport eingeteilt sei und im laufe des Tages in der Zeit
von 9-17 Uhr abgeholt werde.
Die Abholung erfolgte dann tatsächlich gegen Mittag.
Die Zustellung erfolgte am nächsten Tag, Verpackung und Zustand der Ware waren einwandfrei und wie in
der Verkaufsanzeige beschrieben, also keine Beanstandungen deshalb.
Der Verkäufer teilte mir am gleichen Tag mit das ihm von seinem Arbeitgeber ein Betrag von ca 60 Euro
netto vom Gehalt abgezogen werde.
Da diese Mail einen rein Informativen Charakter hatte (keinerlei Fristsetzungen oder sowas), habe ich sie nicht weiter beachtet.

Am 20.12.2010 jedoch erhielt ich vom Verkäufer einen Telefonanruf in ziemlich rüden Tonfall in dem er sich ziemlich Abfällig zu der Sachlage äußerte.
Der Verkäufer verlangt nun Schadensersatz für den Ihm entgangenen Verdienst und zwar von MIR, da ich ja mit dem Transportunternehmer einen Vertrag geschlossen habe.
Falls ich nicht zahle wolle er sich nach Weihnachten mit Hilfe eines Anwaltes "sein" Geld holen,
da er ja dafür hart Arbeiten müsse und (Originalton: "Es nicht geschissen") habe.

Anmerkung:

Ich habe mir erlaubt zur Beweissicherung ein Gedächtnissprotokoll der Gespräches anzufertigen, sowie den
gesammten E-mail Verkehr des Vorganges zu protokollieren.

Meine Frage nun:

Bin ich in diesem Falle verpflichtet einen Schadensersatz für den Verdienstausfall zu leisten, der ja durch die (freiwillige)

Inanspruchname eines unbezahlten Urlaubstages, sowie des nichteinhaltens des Abholtermines durch das Transportunternehmens verursacht

wurde ?


Falls ja, welche Unterlagen kann ich verlangen wie zB Bescheinigung des Arbeitgebers, Unterlassungserklärung des Verkäufers nach weiteren

Forderungen etc, oder ist das Transportunternehmen hier alleine in der Pflicht ?


Ich danke schon mal für die Antwort.


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ein Schadensersatzanspruch ist dem Grunde nach denkbar. Die Abnahme der Kaufsache ist eine Rechtspflicht des Käufers (§ 433 Abs. 2 BGB). Da Sie sich zur Erfüllung dieser Pflicht eines sog. Erfüllungsgehilfens (= das Transportunternehmen) bedient haben, müssen Sie sich dessen Verschulden zurechnen lassen (§ 278 BGB).

Allerdings war der Verkäufer gehalten, seinen Schaden möglichst gering zu halten. Dass er sich einen ganzen Tag unbezahlt von der Arbeit freistellen ließ, dürfte dieser Pflicht nicht entsprechen (§ 254 Abs. 2 BGB). Die Frage der Abholung hätte sich sicherlich auch auf andere Weise regeln lassen. Ein möglicher Schadensersatzanspruch ist also jedenfalls erheblich zu kürzen.

Da die Summe gering ist, dürfte mit einer Klage kaum zu rechnen sein. Falls es dennoch dazu kommen sollte, trägt der Verkäufer als Kläger die Darlegungs- und Beweislast für seinen Schaden.

Im Prozess sollten Sie dem Transportunternehmen den Streit verkünden (Streitverkündung gemäß §§ 72 ff. ZPO). Sie können nämlich, falls Sie haften, Regress von dem Unternehmen verlangen. Die Streitverkündung erleichtert die Durchsetzung des Regressanspruchs im Folgeprozess.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2011 | 19:03

Sehr geehrter Herr Juhre,
ich danke Ihnen für Ihre schnelle und kompetente Antwort.

Die Abnahme der Kaufsache war je bereits durch die Vorrausbezahlung auf das Konto der Verkäufers geregelt, selbst bei Nichtabnahme der Ware hätte er ja "sein" Geld gehabt.

Da ich mit der vorgehensweise des Verkäufers nicht einverstanden bin, habe ich einen Nachweis "seines" Schadens verlangt,denn ich muß ja irgendwie überprüfen können ob die Angaben überhaupt stimmmen.
Darauf hin wurden mir wiederum rechtliche Schritte angedroht.

Ich rechne also mit Post eines Ihrer Kollegen in den nächsten Tagen.

Da ich eigentlich ein Recht friedliebender Mensch bin stelle ich mir an dieser Stelle die Frage:

Soll ich die Sache so auf mich zurollen lassen, oder eine bestimmte Strategie einschlagen da der Verkäufer offensichtlich etwas "krawallig" veranlagt ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2011 | 19:08

In der Sache müssen Sie nichts veranlassen. Da es nur um eine geringe Summe geht, sollten Sie abwarten, ob die Drohungen überhaupt wahrgemacht werden. Da das Amtsgericht an Ihrem Wohnsitz zuständig ist, müsste der Kläger auch zu Ihnen reisen, was oft einen Aufwand bedeutet, der nicht im Verhältnis zum Streitwert steht. Einen Anwalt sollten Sie erst dann beauftragen, wenn es tatsächlich zum Prozess kommt.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.01.2011 | 19:07


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FRAGESTELLER 03.01.2011 5/5.0
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