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Verdacht der Urkundenfälschung §267 StGB


06.12.2017 19:06 |
Preis: 70,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe heute einen Brief der Polizei mit folgendem Text bekommen:

"Sehr geehrter Herr ...,

in dem hier angehängten Ermittlungsverfahren stehen sie im Verdacht folgendes Delikt begangen zu haben:

§ 267 StGB, Urkundenfälschung. Hier sollen sie in zwei Fällen, am 07.03.17 und am 14.03.17 versucht haben, unter Vorlage verfälschter Kontoauszüge einen Kreditbei der Postbank zu erlangen.

Sie haben aufgrund der Bestimmungen des § 163 a der strafprozessordnung das Recht, zu den Beschuldigungen Stellung zu nehmen. Aus diesem Grund bitten wir sie am Dienstag, den 12.12.2017, um 08:30 Uhr, das Zimmer: E30.40 der oben genannten Dienststelle aufzusuchen."

Was bedeutet das für mich? Es stimmt dass ich Anfang des Jahres einen Kleinkredit beantragen wollte (max 5000€). Ich habe jedoch keine Auszüge direkt gefälscht, sondern bei den Ausdrücken die man sich vom Online Banking ausdrucken kann lediglich 1-2 Einträge weggelassen, einfach indem man ein Häkchen rausnimmt bzw. gar weglässt. Ist der Tatbestand damit trotzdem gegeben?
Es kam nicht zu einer Auszahlung sondern lediglich durch eine Ablehnung der Bank.
Muss ich mit einer Freiheitsstrafe rechnen? Ich bin nicht vorbestraft.
Soll ich zu dem Termin erscheinen? Muss ich mit einer Geldstrafe rechnen? Wenn ja, in welcher Höhe?

Ich hoffe sie können mir helfen denn ich bin komplett ratlos was zu tun ist.

Vielen Dank
06.12.2017 | 19:49

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Das Wichtigste gleich vorweg: Der Vorwurf der Urkundenfälschung ist keineswegs als Bagatelle zu sehen, sondern sehr ernst zu nehmen, zumal darüber hinaus noch die Frage im Raum steht, ob Sie nicht den Tatbestand des versuchten Betruges gem. § 263 StGB rechtswidrig und schuldhaft verwirklicht haben.

Vor diesem Hintergrund rate ich dringend davon ab, bei der Polizei eine Aussage zu machen. D. h., Sie nehmen den Termin bei der Polizei vom 12.12.2017 nicht wahr. Dazu sind Sie auch nicht verpflichtet.

Das einzig Richtige, was Sie tun sollten ist, einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Der Rechtsanwalt wird Akteneinsicht beantragen und nach erfolgter Akteneinsicht den Akteninhalt mit Ihnen besprechen. Aufgrund des Akteninhalts und der Besprechung kann man entscheiden, wie man weiter vorgeht, ob es z. B. Sinn macht, eine Einlassung zu fertigen. Diese Einlassung, also eine schriftliche Stellungnahme, wird Ihr Rechtsanwalt verfassen, sofern er zu dem Ergebnis kommt, dass eine Einlassung in Ihrem Sinn zweckmäßig ist.


2.

Nach Ihrer Schilderung dürften hier eine Urkundenfälschung sowie ein versuchter Betrug vorliegen.

Ich verstehe Ihre Schilderung dahingehend, dass Sie durch den nicht den Tatsachen entsprechenden Änderungen der Kontoauszüge den Eindruck besserer wirtschaftlicher Verhältnisse hervorrufen wollten, als sie in Wahrheit vorliegen. Durch das Vortäuschen unrichtiger finanzieller Verhältnisse wollten Sie die Bank täuschen und sie dazu bewegen, Ihnen einen Kredit zu bewilligen.


3.

Mit einer Freiheitsstrafe werden Sie nicht rechnen müssen, allerdings mit einer Geldstrafe.

Zur Höhe der Geldstrafe kann man im derzeitigen Stadium nichts sagen, auch weil ich Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, die für den Tagessatz maßgebend sind, nicht kenne. Die Geldstrafe setzt sich aus der Anzahl der Tagessätze (z. B. 100 Tagessätze) zu je X Euro zusammen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2017 | 20:11

Erstmal vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Welche Folgen kann es haben wenn ich einfach von sämtlichen Terminen fern bleibe und alles auf mich "zukommen lasse" auch ohne einen Anwalt zu beaufragen?

Eine Freiheitsstrafe ist bei derartigem Verhalten trotzdem zu 100% ausgeschlossen, richtig? Das Thema macht mir die meisten Sorgen da ich beim ersten Recherchieren von Freiheitsstrafen gelesen habe.

Vielleicht kennen sie hinsichtlich der Geldstrafe ja Erfahrungswerte auf die ich mich vorbereiten könnte. Dass sie nichts genaues sagen können ist mir klar. Meine wirtschaftlichen Verhältnisse sind relativ im Mittelfeld (36.000-40.000 im Jahr).

Vielen Dank nochmal, eine positive Bewertung wird natürlich folgen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.12.2017 | 20:38

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die "Taktik", den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Lösung, sondern eine Vorgehensweise, von der ich nur sehr eindringlich abraten kann.

Wenn man mit den Tatvorwürfen der Urkundenfälschung und des versuchten Betruges konfrontiert wird, sollte man nicht die schlechtmöglichste Verfahrensweise wählen, sondern die beste. Die Rechtsanwaltskosten zu sparen, wäre definitiv Sparen am falschen Platz!


2.

Dass eine Freiheitsstrafe hundertprozentig ausgeschlossen ist, kann man so nicht sagen. Eine Freiheitsstrafe ist durchaus denkbar, auch dass sie evt. zur Bewährung ausgesetzt wird.

Sie dürfen nicht vergessen, dass letztlich das Gericht über das Strafmaß entscheidet. Und hier eine hundertprozentige Prognose zu stellen, ist schlicht nicht möglich. Meine Einschätzung geht dahin, dass eine Gehaltstrafe erreicht werden könnte, wobei Sie nicht vergessen dürfen, dass ich nur den Sachverhalt kenne, den Sie geschildert haben.


3.

Spekulationen über die Höhe einer Geldstrafe sind auch bei Kenntnis Ihres Jahreseinkommens wertlos, zumal man aus Ihrer Angabe nicht herauslesen kann, ob Sie von Brutto- oder Nettoeinkünften sprechen. Wichtig sind darüber hinaus Ihre familiären Verhältnisse, Ihre Wohnungssituation (Miete), d. h. es kommt auf die gesamte wirtschaftliche Lage an und nicht allein auf das Einkommen.

Erfahrungswerte sind letztlich bloße Statistik. Welche Geldstrafe das Gericht verhängt ist, stets eine Frage des Einzelfalls. Und wenn ein Gericht zu einer Geldstrafe gelangen sollte, hat es vom gesamten Fall einen um ein Vielfaches tieferen Einblick in den Gesamtkomplex als ich aufgrund der Sachverhaltsschilderung.

So würde es Ihnen in keinster Weise helfen, würde ich 120 Tagessätze in den Raum stellen. Das wäre letztlich nicht mehr als eine willkürlich gegriffene Zahl und kann Ihnen deshalb nicht helfen.


4.

Deshalb nochmals: Vereinbaren Sie am Besten gleich morgen einen Termin bei einem Rechtsanwalt!


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Wenn Sie einfach nichts unternehmen, wird ein solches Verhalten sicher nicht zu Ihren Gunsten ausgelegt werden.

Deshalb ist es wichtig, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, da es gilt, positive Gesichtspunkte herauszuarbeiten, um eine möglichst geringe Strafe zu erzielen. Das wird Ihnen ohne Rechtsanwalt nicht gelingen. Oder drastischer formuliert: Wenn Sie bei einer Blinddarmentzündung keinen Arzt konsultieren, sondern warten, was passiert, wäre das eine fatale Entscheidung. Und sehr viel anders sieht es in Ihrem Fall nicht aus.

ANTWORT VON

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