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Verdacht auf Bandenmäßiger Hehlerei

10.08.2007 18:25 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag!

Ich habe heute einen Brif von Krimi bekommen.
Sie bitten, dass ich zur Erörturung der Bandenmäßiger Hehlerei
als Zeuge vorbeikomme. Ich weiss ja nich warum.
Ich habe schon im Ebay ein Paar Navi verkauft die wahrscheintlich gestollen waren das weis ich nich, ich denke nur so. Ich habe die aus Litauen gekauft. Der Verkäfer hat mir garantiert , dass die nicht gestollen sind.
Mit was kann ich am schlimmsten rechnen?
Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

In Betracht kommt, dass auch gegen Sie wegen dem Verdacht auf Hehlerei ermittelt werden wird. Gemäß § 259 StGB: Hehlerei wird Hehlerei mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe geahndet:

§ 259 StGB: Hehlerei Hehlerei (1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft...“

Sie haben unter Umständen im Ausland von einem „ Anderen “durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangte Sachen ( Navis ) angekauft etc..

Zwar wurde Ihnen versichert, dass die Navis nicht gestohlen sind.

Allerdings steht Hehlerei auch unter Strafe, wenn der Täter nicht weiß, welche Vortat im Einzelnen ausgeübt wurde ( <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%2092,%2084" target="_blank" class="djo_link" title="NStZ 92, 84 (3 zugeordnete Entscheidungen)">NStZ 92, 84</a> ). Nach vertretener Rechtsauffassung soll vorsätzliche Hehlerei bereits dann vorliegen, wenn der Täter mit der Möglichkeit einer Vortat rechnet und dies billigt oder sich um des erstrebten Zieles willen damit abfindet ( <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=wistra%2000,%20177" target="_blank" class="djo_link" title="wistra 00, 177 (2 zugeordnete Entscheidungen)">wistra 00, 177</a> ).

Sie sollte vor einer Aussage wissen, dass Sie gemäß § 55 StPO: Auskunftsverweigerungsrecht der Strafprozesßordnung (StPO) Auskunft auf solche Fragen verweigern dürfen, deren Beantwortung ihnen selbst oder einem der in § 52 StPO: Zeugnisverweigerungsrecht der Angehörigen des Beschuldigten bezeichneten Angehörigen die Gefahr zuziehen würde, wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Alles in allem wird Ihnen anzuraten sein, vor einer Aussage einen Rechtsanwalt vor Ort zu konsultieren. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern dafür angedacht ist, eine erste Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
----------------------------
<a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwaltkohberger.de" target="_blank">www.anwaltkohberger.de</a>

Anlage

§ 55 StPO: Auskunftsverweigerungsrecht

(1) Jeder Zeuge kann die Auskunft auf solche Fragen verweigern, deren Beantwortung ihm selbst oder einem der in § 52 Abs. 1 bezeichneten Angehörigen die Gefahr zuziehen würde, wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden.
(2) Der Zeuge ist über sein Recht zur Verweigerung der Auskunft zu belehren.

§ 260 StGB: Gewerbsmäßige Hehlerei, Bandenhehlerei

Gewerbsmäßige Hehlerei, Bandenhehlerei

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer die Hehlerei
1. gewerbsmäßig oder
2. als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub, Diebstahl oder Hehlerei verbunden hat,
begeht.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 sind die §§ 43a, 73d anzuwenden. § 73d ist auch in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 anzuwenden.

§ 260a StGB: Gewerbsmäßige Bandenhehlerei

Gewerbsmäßige Bandenhehlerei

(1) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer die Hehlerei als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub, Diebstahl oder Hehlerei verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
(3) Die §§ 43a, 73d sind anzuwenden.

Rückfrage vom Fragesteller 12.08.2007 | 21:04

Danke für die schnelle Antwort.
Nach was richtet sich die strafe?
Wie hoch kann die Geldstrafe sein?
Können die Kripo im Ebay nachsehn was und wem was verkauft war. Wie lange bleibt es im Ebay gespeichert.
Danke schön. MfG Alex.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.08.2007 | 21:44

Vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

1.Die Schuld des Täters ist gemäß <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwalt4you-info.de/0337b899860d84f01/0337b899871229a01/0337b8998a12abc01/index.html" target="_blank">§ 46 StGB</a> die Grundlage für die Zumessung einer Strafe. Ein Strafgericht entscheidet hierzu in der Regel nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung.

2 <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwalt4you-info.de/0337b899860d84f01/0337b899871229a01/0337b8998a12b1a05/index.html" target="_blank"> Gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1 StGB</a> beträgt eine Geldstrafe mindestens fünf und wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze. Die Tagessatzhöhe richtet sich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters; vgl. hierzu <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwalt4you-info.de/0337b899860d84f01/0337b899871229a01/0337b8998a12b1a05/index.html" target="_blank"> Gemäß § 40 Abs. 2 StGB</a>.

3 Begründen bestimmte Tatsachen den Verdacht, dass jemand als Täter oder Teilnehmer eine Straftat von ERHEBLICHER BEDEUTUNG, insbesondere eine der in § 100a StPO: Telekommunikationsüberwachung genannten Straftaten ( hierzu zählt gemäß § 100a StPO: Telekommunikationsüberwachung insbesondere auch gewerbsmäßige Hehlerei, Bandenhehlerei oder eine gewerbsmäßige Bandenhehlerei ) oder mittels einer Endeinrichtung (§ 3 TKG: Begriffsbestimmungen des Telekommunikationsgesetzes) begangen, in Fällen, in denen der Versuch strafbar ist, zu begehen versucht oder durch eine Straftat vorbereitet hat, DARF ANGEORDNET WERDEN, dass diejenigen, die geschäftsmäßig Telekommunikationsdienste erbringen oder daran mitwirken, unverzüglich Auskunft über die in § 100g StPO: Erhebung von Verkehrsdaten bezeichneten Telekommunikationsverbindungsdaten zu erteilen haben, soweit die Auskunft für die Untersuchung erforderlich ist. Die Auskunft darf auch über zukünftige Telekommunikationsverbindungen angeordnet werden.
Telekommunikationsverbindungsdaten sind gemäß § 100g StPO: Erhebung von Verkehrsdaten :
1.
im Falle einer Verbindung Berechtigungskennungen, Kartennummern, Standortkennung sowie Rufnummer oder Kennung des anrufenden und angerufenen Anschlusses oder der Endeinrichtung,
2.
Beginn und Ende der Verbindung nach Datum und Uhrzeit,
3.
vom Kunden in Anspruch genommene Telekommunikationsdienstleistung,
4.
Endpunkte festgeschalteter Verbindungen, ihr Beginn und ihr Ende nach Datum und Uhrzeit.

Wie lange Firmen Daten speichern ist von Fall zu Fall unterschiedlich und entzieht sich bezüglich eBay meiner Kenntnis. Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
--------------------------
Austraße 9 ½
89407 Dillingen a.d.Donau
Tel./Fax.: 09071-2658
<a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwalt4you-info.de" target="_blank">www.anwaltkohberger.de</a>

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