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Verbreitung pornografischer Schriften?

| 31.05.2018 16:56 |
Preis: 60,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


18:08

Zusammenfassung: Das Versenden eines Penisbildes (sogenanntes dickpic) kann den Tatbestand der Verbreitung pornografischer Schriften erfüllen. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Beschuldigte sollten keine Angaben zur Sache machen und sich professionell verteidigen lassen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Ereignis fand vor knapp 3 Monaten statt.

auf einer Flirt- und Kennenlernseite habe ich mit einer Dame geschrieben. Anfangs hatte ich kein Bild von mir drin, sondern eins aus dem Internet. Während des Gesprächs wurden Intimbilder von beiden Seiten ausgetauscht. Darunter auch ein im Internet gefundenes Penisbild, welches ich verschickte. Als ich ihr das Bild schickte, machte sie keinen abgeneigten Eindruck, im Gegenteil sie schickte mir ein Intimbild zurück.

Später schickte ich ihr ein wirkliches Bild von mir. Ich sagte aber, dass es ein Freund von mir sei und ob sie ihn hübsch finden würde und ob sie mit ihm (also mit mir) camen würde. Sie meinte, dass das Bild ihr gefällt und sie gerne mit ihm (also mit mir) camen würde. Dazu kam es nie und sie reagierte nicht mehr auf meine Nachrichten. Nun befürchte ich, dass sie gemerkt hat, dass es in Wirklichkeit keine 2 Personen waren, sondern ein und dieselbe.

Nun frage ich mich, ob ich mich strafbar gemacht habe wegen Verbereitung pornografischer Schriften? Das erste Bild verschickte zwar ich, aber wie gesagt, sie schickte welche zurück und war nicht abgeneigt. Ich habe den Chatverlauf aber leider nicht mehr und es könnte sein, dass sie die von mir geschickten Intimbilder noch hat. Würde sie mit einer Anzeige durchkommen?

Meine IP Adresse dürfte mein Provider nicht mehr haben, da er diese nur 7 Tage speichert. Aber sie hat ja mein Bild auf dem ich gutzusehen bin. Meine größte Sorge ist, ob es deswegen vielleicht sogar zu einer öffentlichen Fahndung kommen könnte. Wäre das realistisch wegen soetwas?

Vielen Dank und Liebe Grüße
31.05.2018 | 17:48

Antwort

von


(14)
Beim Schlump 58
20144 Hamburg
Tel: 040 - 35709790
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Web: http://www.verteidigerin-braun.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung wie folgt:

Zunächst einmal denke ich, dass Sie sich keine allzu großen Sorgen machen müssen. Zwar ist es theoretisch möglich, dass die Dame eine Anzeige erstattet, ich halte dies aber für unwahrscheinlich.

Die Übersendung eines Penisbild kann den Tatbestand des § 184 StGB (Verbreitung pornografischer Schriften) erfüllen. Ich gehe davon aus, dass es sich um einen erigierten Penis handelte. Bei einem nicht erigierten Penis dürfte der Tatbestand nicht erfüllt drin. Ob ein "Penisbild" tatsächlich unter den Tatbestand fällt, muss jeweils immer im Einzelfall geprüft werden.

Ein Tatbestandsmerkmal ist, dass es sich um eine unverlangte Zusendung handelt. Nach Ihren Schilderungen ist ein bisschen unklar, ob Sie eventuell auch um ein Bild gebeten wurden.

Sollten Sie eine Vorladung von der Polizei erhalten, so müssen Sie natürlich keine Angaben machen. Sie haben das Recht zu schweigen und einen Anwalt zu beauftragen. Von beiden Rechten sollten Sie Gebrauch machen. Für den Fall eines Ermittlungsverfahrens halte sich eine Einstellung des Verfahrens durch durchaus denkbar. Eine Anklage könnte sich also verhindern lassen.

Eine öffentliche Fahndung müssen Sie wohl nicht befürchten. Bei einer Öffentlichkeitsfahndung muss es sich bei der vorgeworfenen Straftat um eine Straftat von erheblicher Bedeutung handeln. Hier ist ein Straftaten wie Totschlag, schwere Körperverletzung etc. zu denken. Der Strafrahmen beträgt bei der Verbreitung pornografischer Schriften Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Es dürfte sich hier nicht um eine Straftat von erheblicher Bedeutung handeln.

Insgesamt gehe ich - wie oben schon erwähnt - davon aus, dass Sie keine allzu großen Sorgen machen sollten. Sollte es tatsächlich zu einer Vorladung kommen, so machen Sie selbst keine Angaben und wenden sich an einen spezialisierten Rechtsanwalt.

Beachten Sie bitte, dass dieses Forum nur einer ersten Orientierung dient und eine persönliche Beratung nicht ersetzen kann. Sollten Ihnen noch etwas unklar sein, so nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Braun
-Rechtsanwältin-


Rechtsanwältin Alexandra Braun
Fachanwältin für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2018 | 17:56

Sehr geehrte Frau Braun,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Die Dame fragte mich nicht nach einem Penisbild. Der Bildertausch fing mit meiner Frage "Lust Bilder zu tauschen?" an. Sie war einverstanden.

Im Falle einer Anzeige würde sich die Polizei dann nicht den Chatverlauf bei dem Internetanbieter holen?

Außerdem sagten Sie, dass es zu einer Vorladung kommen könnte....Wie könnte ich außer einer öffentlichen Fahndung identifiziert werden?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2018 | 18:08

Der Chatverlauf wäre für die Polizei wohl wichtig und man würde versuchen, ihn zu bekommen (bei der Anzeigenerstatterin, beim Internetanbieter).
Ob man Sie überhaupt identifizieren kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Übliche Möglichkeiten sind beispielsweise eine angegebene Handynummer oder E-Mail-Adresse. Wenn dies von Ihnen der Dame nicht bekannt ist, so dürften Sie kaum zu identifizieren sein.
In solchen Fällen, in denen ich verteidigt habe, waren Handynummer oder E-Mal der Anzeigenerstatterin jeweils bekannt.


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