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Verbraucherinsolvenz mit Restschuldbefreiung - Vergleiche mit Gläubigern

11.10.2019 08:12 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


13:24

Ich befinde mich in der Verbraucherinsolvenz.
Durch die Hilfe Dritter möchte ich die Insolvenz vorzeitig beenden.
Kann ich Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern aufnehmen?
Müssen alle Gläubiger am Ende dieselbe Quote bekommen?
Wenn sich manche Gläubiger mit einem Betrag zufrieden geben und
damit meine Gesamtschulden geringer werden, könnte ich dann den
Rest auch mit einer Quote von 35% bedienen, damit dann nach 3 Jahren
die Insolvenz beendet wird?
Kann ich oder einer meiner Vertrauten diese Verhandlungen führen oder
muss das der Insolvenzverwalter tun?
Falls weitere Porblematiken im Zusammenhang mit dieser Frage auftauchen,
bitte nennen Sie diese auch.

11.10.2019 | 09:18

Antwort

von


(409)
Nürnberger Strasse 71
96114 Hirschaid
Tel: 095432380252
Web: http://www.ra-henning.biz
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage(n) möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst zum Vergleich: Selbstverständlich können Sie auch nach Eröffnung des Verfahrens (ich unterstelle, dass das Verfahren noch nicht aufgehoben wurde und Sie sich nicht in der Restschuldbefreiungsphase befinden) eine Einigung mit Ihren Gläubigern herbeiführen. So steht es in Ihrem Ermessen, den Gläubigern eine Quote (die, da Verhandlungen individuell geführt werden, nicht zwingend gleich hoch sein muss - sofern die Gläubiger nicht darauf bestehen) anzubieten. Im Gegenzug liegt es im Ermessen der Gläubiger, die Quote zu akzeptieren. Sobald Sie sich mit allen (!) Gläubigern einig geworden sind, besteht dann die Möglichkeit, dass Sie entsprechend § 213 InsO: Einstellung mit Zustimmung der Gläubiger die Einstellung des Insolvenzverfahrens beantragen und die Gläubiger dem (als Gegenleistung für die Quote) zustimmen. Nachteil dieses Verfahrens ist, dass Sie sicher sein müssen, wirklich alle Gläubiger ins Boot geholt zu haben, da Forderungen von Gläubiger, die nicht am Verfahren beteiligt sind oder nicht bekannt sind, anders als bei der Restschuldbefreiung nicht erlöschen. Vorteil ist die zeitliche Flexibilität (keine Fristen/Wartezeiten) und ggf. niedrigere Kosten.

Alternativ besteht die von Ihnen bereits angesprochene Möglichkeit, dass Ihnen gem. § 300 InsO: Entscheidung über die Restschuldbefreiung nach Ablauf von drei Jahren und Leistung einer 35%-Quote die Restschuldbefreiung erteilt wird. Nachteil dieses Procederes ist, dass Sie neben der gesetzlich fixierten Mindestquote auch den Insolvenzverwalter sowie möglicherweise den Treuhänder bezahlen müssen, deren Honorar sich nach der verwalteten Masse, also mindestens dem zur Leistung der 35%-Quote erforderlichen Kapital, berechnet. Dieser Weg kann also teurer sein. Zudem müssen Sie hier die besagten drei Jahre abwarten. Vorteil ist, dass Sie über die Restschuldbefreiung auch nicht am Verfahren beteiligte bzw. unbekannte Gläubiger ins Boot holen. Daher ist dieser Weg empfehlenswert, wenn Sie nicht sicher sind, alle Gläubiger zu kennen.

Zur Abwicklung: Sollten Ihnen die Mittel von dritter Seite zur Verfügung gestellt werden, ist zumindest im ersten Fall (Vergleich mit Gläubigern) zwingend die Einschaltung eines Dritten als Treuhänder zu empfehlen. Denn wenn Sie selbst den Vergleich abwickeln, müssen Sie auch über das erforderliche Vermögen verfügen. Sobald Ihnen dieses zur Verfügung gestellt wird, besteht aber die nicht unerhebliche Gefahr, dass dieses als Ihr pfändbares Vermögen angesehen und vom Verwalter zur Masse gezogen wird. Damit wäre der Vergleich aber gescheitet. Die Vergleichsverhandlungen selbst hingegen können auch Sie führen. Dabei wäre aber zu bedenken, dass ggf. auf Gläubigerseite Emotionen im Spiel sind, die eine Einigung mit Ihnen schwieriger erscheinen lassen, als mit einem "neutralen" Dritten, so dass sich auch hier ein Treuhänder anbietet.
Als Treuhänder können Sie einen Rechtsanwalt, aber auch einen anderen gewöhnlich mit Treuhandverhältnissen befassten Berufsträger wie Steuerberater, Notar oder Wirtschaftsprüfer beauftragen. Alternativ können Sie auch eine Privatperson beauftragen, wobei hier kein Entgelt vereinbart werden sollte, um nicht evtl. gegen Standesrecht wie das RDG oder das SteuerBerG zu verstoßen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Henning

Rückfrage vom Fragesteller 11.10.2019 | 12:59

Ich befinde mich schon in der Wohlverhaltensphase.
Macht das einen Unterschied?

Wichtig ist die Frage, kann ich mich mit einem Teil der Gläubiger vergleichen und einigen
und dann die nichtvergleichswilligen Gläubiger mit der 35% Quote bedienen.
So könnte sich die Basis für die 35%-Quote erheblich vermindern.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.10.2019 | 13:24

Hallo

und danke für die Nachfrage. Mit Abschluss des Insolvenzverfahrens wird ein Verteilungsverzeichnis erstellt, welches auch für die Wohlverhaltensphase relevant ist. Daher ist es nach § 294 InsO: Gleichbehandlung der Gläubiger in der Wohlverhaltensphase nicht mehr möglich, mit den Gläubigern individuelle Vergleiche zu schließen. D.h. es läuft für Sie auf die 35%-Regelung hinaus.
Allerdings muss ich meine Aussage zu den Kosten revidieren: Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens ist der Insolvenzbeschlag Ihres Vermögens weggefallen. Das ist auch der rechtstechnische Grund für die von Ihnen zusammen mit dem RSB-Antrag erklärte Abtretung von pfändbaren Gehaltsbestandteilen. Denn nur diese können vom Treuhänder vereinnahmt werden. Wird Ihnen aber zum Erreichen der 35%-Quote von Dritter Seite ein Betrag zur Verfügung gestellt, hat der Treuhänder (anders als zuvor der VErwalter) hierauf keinen Zugriff, so dass auch Auswirkungen auf die Treuhändervergütung nicht zu befürchten sind.

Freundliche Grüße

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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