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Verbot für den Mieter eine zweite Katze zu halten

05.11.2013 22:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Guten Abend,

wir sind Vermieter eines Mehrfamilienhauses.
Wir haben einer Mieterin das Halten eines Hasen und einer Katze zugestanden. Die Katze hat nun Junge bekommen, und eines davon möchte die Mieterin für Ihren Sohn behalten. Wir haben dies abgelehnt.

Können wir als Vermieter der Mieterin verbieten, eine weitere Katze zu behalten? Da wir direkt darunter wohnen hören wir das regelmäßige Toben der Katzen, zudem hinterläßt auch das Entsorgen des Katzenklos gelegentlich an den Mülltonnen oder im Treppenhaus seine Spuren.

MfG,

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Leider kann ich Ihnen hier keine guten Aussichten für ein Verbot einer weiteren Katze in der vermieteten Wohnung.
Nach Urteilen verschiedener Gerichte ist das Verbot von Kleintieren, zu denen auch Katzen gehören unter normalen Umständen, nicht zulässig.

- Von reinen Wohnungskatzen gehen bei art- und verhaltensgerechter Haltung keine Belästigungen für andere aus. Der Vermieter kann daher die Katzenhaltung nicht verbieten, denn sie gehört auch in einer Großstadt zum Lebensbereich Wohnen und ist daher Teil der freien Lebensgestaltung des Mieters.
AG Hamburg, Az.: 40aC402/95
- Auch wenn laut Mietvertrag das Halten einer Katze erlaubt ist, darf der Vermieter seine Zustimmung widerrufen, wenn die Mietze inzwischen Zuwachs erhalten hat und sich andere Hausbewohner dadurch belästigt fühlen.
Landgericht Hamburg, 316 S 195/96
- Der Uringeruch von Katzen, der nur in der Wohnung wahrzunehmen ist, rechtfertigt es nicht, dem Mieter das Halten zweier Katzen zu verbieten, weil Katzen "auch in einer Großstadt zum Lebensbereich Wohnen" gehören.
Amtsgericht Hamburg, 40a C 402/95
- Ein Vermieter kann einem Mieter mit einem verhaltensgestörten Kind nicht verbieten, eine Katze zu halten (trotz anders lautendem Mietvertrag), falls das Tier "eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Verhaltens des Kindes" spielt.
Landgericht Berlin, 64 S 447/93
- Auch wenn nach dem Mietvertrag das Halten einer Katze erlaubt ist, darf der Vermieter seine Zustimmung widerrufen, wenn eine Mieterin gleich mit sieben Katzen ihre Drei-Zimmer-Wohnung teilt.
Amtsgericht Lichtenberg, 8 C 185/96

Das sind nur einige Beispiele entsprechender Entscheidungen verschiedener Gerichte. Wie Sie daraus entnehmen können ist die Sachlage recht offen und es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an. Auch in Ihrem vorliegend geschilderten Sachverhalt kann auch nur immer eine auf Ihre konkreten Umstände abgestellt eine Einschätzung werden.

Machen Sie Ihren Mietern klar, dass die Hinterlassenschaften ihrer Haustiere außerhalb der Wohnung nicht zu dulden ist. Es ist hier für die Haustierbesitzer zumutbar diese restlos zu entfernen, soweit das die Mitbewohner beeinträchtigt.

Zum Toben der Katzen möchte ich auf die erste Entscheidung verweisen, zur artgerechten Haltung gehört auch das Spiel der Katzen, schließlich handelt es sich um Haustiere und nicht um Plüschtiere. In der Regel schlafen Katzen mehr als die Hälfte des Tages und toben nicht unablässig, so dass dies hier wohl Ihnen zuzumuten ist. Selbstverständlich hat der Mieter eine solche Ruhestörung innerhalb der allgemeinen Ruhezeiten, zwischen 22 und 6 Uhr zu unterbinden.

Ich hoffe Ihnen dennoch auf Ihren Frage hinreichend geantwortet zu haben, auch wenn das Urteil nicht umfassend zu Ihrem Vorteil ausfällt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

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