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Verbot ausgesprochen Fotografie

| 13.02.2020 23:32 |
Preis: 60,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Rahmen eines Fotoshootings habe ich einen guten Freund fotografiert. Das Thema : Vikinger.

Der zu fotografierende Freund hat eine handgefertigte Axt von einem Schmied zum Shooting mitgebracht, welche er vor einiger Zeit online bei dem Schmied bestellt hat. Also die Axt ist vom Schmied abgekauft worden.

Auf meiner Instagram Seite habe ich nun das Foto von meinem Kollegen mit der Axt auf der Schulter hochgeladen, um eventuell anderen Menschen welche auch Interesse an einem Shooting haben könnten mein Können zu zeigen.

Der Schmied meinte nun er hat Anspruch auf das Foto, da ja schließlich auch seine handgefertigte Axt zu sehen ist. Der Schmied verbot mir Fotos auf meiner Seite zu veröffentlichen auf denen sein Produkt zu sehen ist.

Meine Frage kann er mir verbieten Fotos mit seinem Produkt zu veröffentlichen? Oder kann er sogar Anspruch auf die Bilder erheben?

Der Schmied kommt aus Russland.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworte:

Ich kann Sie beruhigen, ihrem Fotoshooting steht nichts entgegen.

Das ergibt sich einerseits aus § 903 BGB :

„Befugnisse des Eigentümers
Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen."

Ihr Freund hat die Axt gekauft und ist damit Eigentümer geworden. Daher kann er die Axt auch nach seinem Belieben verwenden.

Weiterhin liegt hier nach meiner Ansicht auch keine Urheberrechtsverletzung vor.

Das Urheberrecht an den Fotos steht ihnen als Urheber zu. Urheberrechte des Schmids werden nach ihrer Darstellung nicht verletzt.

Zwar kann auch ein Foto eine Vervielfältigung eines Werks gemäß § 16 Abs. 2 UrhG darstellen. Fraglich wäre jedoch, ob die betreffende Axt überhaupt ein Werk im Sinne des Urheberrechts darstellt.
Bei einer üblichen Axt ist dies sicherlich nicht der Fall, hier fehlt die betreffende Schöpfungshöhe für einen urheberrechtlichen Schutz.
Selbst wenn bei der Axt ein Werk im Sinne des Urheberrechts vorliegt, würde ich bei der Verwendung der Axt bei dem Fotoshooting lediglich eine Form der freien Benutzung gemäß § 24 UrhG sehen, da Sie mit den Fotos ein neues eigenständiges Werk schaffen.

Etwas anderes wäre es wenn Sie z.B. spezielle Äxte in Nahaufnahme ins Internet stellen.

Schließlich können in diesem Fall auch keine Markenrechte verletzt worden sein. Ich gehe nicht davon aus, daß eine Marke auf der Axt erkennbar ist.

Daher kann ich in diesem Fall keine Anspruchsgrundlage des Schmids erkennen, Ihnen die Verwendung der Axt in einem Fotoshooting zu untersagen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt









Nachfrage vom Fragesteller 14.02.2020 | 01:11

Es handelt sich hierbei um eine spezielle Axt mit vielen Details.

Ein Markenzeichen ist jedoch nicht vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.02.2020 | 12:09

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre freundliche Bewertung.

Gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

In diesem Fall ist vermutlich von einem urheberrechtlichen Schutz der Axt auszugehen.

Dennoch sehe ich nach Ihrer Schilderung hier eher eine Form der freien Benutzung wie zuvor ausgeführt.
Der BGH führt dazu aus: Eine freie Benutzung setzt voraus, dass angesichts der Eigenart des neuen Werkes die entlehnten eigenpersönlichen Züge des geschützten älteren Werkes verblassen.

Sie haben hier zwar ein möglicherweise urheberrechtliches geschütztes Werk verwendet – die Axt – aber durch ihr Fotoshooting ein neues künstlerisch eigenständiges Werk geschaffen.

Ein Wikinger-Shooting bei dem eine Axt verwendet wird, würde ich daher als eigenständiges Werk ansehen, welches der Hersteller der Axt nicht untersagen kann.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt





Bewertung des Fragestellers 14.02.2020 | 01:26

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"Herr Mack konnte mir eine ausführliche Antwort zu meinem speziellen Fall geben.

Die Antwort erhielt ich zudem sehr schnell, verständlich und ausführlich.

Ich bin jetzt sehr beruhigt und bedanke mich herzlich bei Herrn Mack

Mit freundlichen Grüßen,

ein Hobbyfotograf"