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Verbindlichkeiten in der Einnahme/Überschussrechnung aus der GmbH Bilanz


23.07.2006 13:02 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



alte Situation:
In der GmbH-Bilanz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.
neue Situation:
Die GmbH wird in eine Personengesellschaft überführt, die eine Einnahme-Überschussrechnung (EÜR) dem Finanzamt vorlegt.
Fragen:
1) Müssen die Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden?
2) Da die Verbindlichkeiten vorher zu einer Steuerminderung führten, müssen dann die Steuern beim Übergang in eine EÜR nachgezahlt werden, auch wenn die Verbindlichkeiten weiter bestehen?
Sehr geehrter Fragesteller,

die Umwandlung der GmbH in eine Personengesellschaft unterliegt dem Umwandlungsgesetz (UwmG). Siehe hierzu die §§ 1-3 und § 191 UmwG.

Die Beurteilung der steuerlichen Folgen ergibt sich aus dem sog. Umwandlungssteuergesetz. Diese regelt die ertragsteuerlichen Folgen der Vermögensübertragung bei Umwandlungen i.S.d. Umwandlungsgesetzes. Nach § 2 UmwStG gilt das Datum der Umwandlung als Stichtag für die Bemessung der Steuern der ehemaligen GmbH. D.h. bis zu diesem Datum erfolgt die steuerliche Abrechnung und müssen auch dem Finanzamt gegenüber nachgewiesen werden. Hieraus ergeben sich dann auch alle weiteren Folgen in steuerrechtlicher Sicht.

Da es jedoch eine Steuerminderung gab, wie Sie angeben, dürfte eine Nachzahlung nur bei Veränderungen innerhalb der GmbH bis zum Stichtag erfolgen. Danach wird die EÜR für die neue Gesellschaft geführt. Die jeweiligen Werte werden dann aus der Schlussbilanz der GmbH entnommen und in die Eröffnungsbilanz übernommen. Aus dieser ergeben sich dann wiederum die neuen Werte und auch die Berücksichtigung von Verbiondlichkeiten, soweit diese nicht in der steuerlichen Abrechnung zum Umwandlungsstichtag erfasst wurden.

Die weitere Regelung entnehmen Sie bitte dem beigefügten § 4 UmwStG:

UmwStG § 4 Auswirkungen auf den Gewinn der übernehmenden Personengesellschaft
(1) Die Personengesellschaft hat die auf sie übergegangenen Wirtschaftsgüter mit dem
in der steuerlichen Schlussbilanz der übertragenden Körperschaft enthaltenen Wert zu
übernehmen.
(2) 1Die übernehmende Personengesellschaft tritt in die steuerliche Rechtsstellung
der übertragenden Körperschaft ein, insbesondere bezüglich der Bewertung der
übernommenen Wirtschaftsgüter, der Absetzungen für Abnutzung und der den steuerlichen
Gewinn mindernden Rücklagen. 2Ein verbleibender Verlustvortrag im Sinne der §§ 2a,
10d, 15 Abs. 4 oder § 15a des Einkommensteuergesetzes geht nicht über. 3Ist die Dauer
der Zugehörigkeit eines Wirtschaftsguts zum Betriebsvermögen für die Besteuerung
bedeutsam, so ist der Zeitraum seiner Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen der
übertragenden Körperschaft der übernehmenden Personengesellschaft anzurechnen.
(3) Sind die übergegangenen Wirtschaftsgüter in der steuerlichen Schlussbilanz der
übertragenden Körperschaft mit einem über dem Buchwert liegenden Wert angesetzt, sind
die Absetzungen für Abnutzung bei der übernehmenden Personengesellschaft in den
Fällen des § 7 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes nach der
bisherigen Bemessungsgrundlage, in allen anderen Fällen nach dem Buchwert, jeweils
vermehrt um den Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der einzelnen
Wirtschaftsgüter und dem Wert, mit dem die Körperschaft die Wirtschaftsgüter in der
steuerlichen Schlussbilanz angesetzt hat, zu bemessen.
(4) 1Infolge des Vermögensübergangs ergibt sich ein Übernahmegewinn oder
Übernahmeverlust in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen dem Wert, mit dem die
übergegangenen Wirtschaftsgüter zu übernehmen sind, und dem Buchwert der Anteile an
der übertragenden Körperschaft. 2Der Buchwert ist der Wert, mit dem die Anteile nach
den steuerrechtlichen Vorschriften über die Gewinnermittlung in einer für den
steuerlichen Übertragungsstichtag aufzustellenden Steuerbilanz anzusetzen sind oder
anzusetzen wären. 3Bei der Ermittlung des Übernahmegewinns oder des
Übernahmeverlustes bleibt der Wert der übergegangenen Wirtschaftsgüter außer Ansatz,
soweit er auf Anteile an der übertragenden Körperschaft entfällt, die am steuerlichen
Übertragungsstichtag nicht zum Betriebsvermögen der übernehmenden
Personengesellschaft gehören.
(5) Ein Übernahmegewinn erhöht sich und ein Übernahmeverlust verringert sich um einen
Sperrbetrag im Sinne des § 50c des Einkommensteuergesetzes, soweit die Anteile an der
übertragenden Körperschaft am steuerlichen Übertragungsstichtag zum Betriebsvermögen
der übernehmenden Personengesellschaft gehören.
(6) Ein Übernahmeverlust bleibt außer Ansatz.
(7) 1Der Übernahmegewinn bleibt außer Ansatz, soweit er auf eine Körperschaft,
Personenvereinigung oder Vermögensmasse als Mitunternehmerin der Personengesellschaft
entfällt. 2In den übrigen Fällen ist er zur Hälfte anzusetzen.

Ich hoffe, Ihre Frage hilfreich beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntag.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.stracke-und-collegen.com

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