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Veräusserung GmbH Anteil mit Wohnsitz Nicht EU Ausland

| 25. November 2019 18:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich lebe seit 1997 fest im Nicht-EU Ausland (Südamerika, kein Doppelbesteuerungsabkommen) und habe auch seitdem keinen Wohnsitz in Deutschland mehr. In dieser Zeit hielt und halte ich einen 10% Anteil an einer GmbH mit Sitz in Deutschland. Daraus erhielt ich die letzten Jahre eine Gewinnausschüttung von jährlich etwa EUR 60.000, die mit der Abgeltungssteuer versteuert wurde. Eine Einkommenserklärung machte ich nicht, da ich in D. keine weiteren Einkünfte erzielte und keinen Grundbesitz habe.
Nun wird die GmbH verkauft und ich erwarte für meinen Anteil einen Gewinn von etwa Euro 350.000.
Wie muss dieser Gewinn in Deutschland versteuert werden?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie werden als Deutscher, der über keinen Wohnsitz oder Aufenthalt in Deutschland verfügt, als beschränkt steuerpflichtig behandelt gemäß § 1 Abs. 4 EStG , der lautet:

"Natürliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 und des § 1a beschränkt einkommensteuerpflichtig, wenn sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 haben."

Gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 2 e) EStG sind inländische Einkünfte im Sinne des § 1 Abs. 4 EStG auch Einkünfte aus Gewerbebetrieb

" die unter den Voraussetzungen des § 17 erzielt werden, wenn es sich um Anteile an einer Kapitalgesellschaft handelt, die ihren Sitz im Inland hat".

§ 17 Abs. 1 S. 1 EStG wiederum lautet:

'Zu den Ein­künften aus Gewer­be­be­trieb gehört auch der Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung von Anteilen an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, wenn der Ver­äu­ßerer inner­halb der letzten fünf Jahre am Kapital der Gesell­schaft unmit­telbar oder mit­telbar zu min­des­tens 1 Prozent betei­ligt war."

Somit sind Sie für den Erlös aus dem Verkauf der GmbH-Anteile einkommensteuerpflichtig. Sie sollten sich für die Steuererklärung insoweit eines in Deutschland ansässigen Steuerberaters bedienen, der die Übermittlung der benötigten Daten an das zuständige Finanzamt auf elektronischem Wege (ELSTER-Verfahren) übernehmen wird.

Bitte fragen Sie gerne nach, sofern etwas unklar geblieben sein sollte.

Mit freundlichem Gruß!

Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien

Rückfrage vom Fragesteller 25. November 2019 | 21:13

Für die laufenden Gewinne also Abgeltungssteuer und für den Erlös aus dem Verkauf richtige Steuererklärung. Wieviel Prozent Steuer sind da fällig und gibt es einen Freibetrag, bzw. werden nur x Prozent davon versteuert?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25. November 2019 | 22:05

Generell unterliegt der Gewinn dem Teileinkünfteverfahren. Damit werden im Grundsatz 60 % des Ergebnisses besteuert.

Der maßgebende Veräußerungsgewinn ermittelt sich nach folgender Grundformel:

60 % des Veräußerungsentgelts
./. 60 % der Veräußerungskosten
./. 60 % der Anschaffungskosten der Anteile
= steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn

Vom ermittelten Veräußerungsgewinn wird ein Freibetrag i. H. v. 9.060 EUR gekürzt. Dieser Wert gilt aber nur, wenn 100 % der Anteile veräußert worden sind; andernfalls reduziert sich der Freibetrag anteilig. Zudem vermindert sich der Freibetrag um den Wert, um den der Veräußerungsgewinn den maßgebenden Teil von 36.100 EUR überschreitet.

Zu beachten ist ferner § 50 EStG , der den Abzug von Werbungskosten bei beschränkt Steuerpflichtigen regelt.

Freundliche Grüße!

Bewertung des Fragestellers 27. November 2019 | 16:15

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