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Veräußerung geerbter landwirtschaftlicher Grundstücke - Drei-Objekt-Grenze?

| 28.10.2020 12:20 |
Preis: 65,00 € |

Steuerrecht


Um möglichst wenig steuerliche Nachteile aus einer Veräußerung landwirtschaftlicher Nutzflächen zu haben ist von Bedeutung, ob diese Veräußerung aus privater Vermögensverwaltung oder als gewerblicher Grundstückshandel zu betrachten ist. Folgender Sachverhalt:

- 6 Flurstücke (aus einer Betriebsauflösung unmittelbar nach dem Tod meiner Mutter) wurden vor ca. 4 Jahren geerbt, davon 2 Weinbergflächen und 4 Acker-Grünlandflächen, insges. rd. 1,1 Ha

- diese sollen noch in diesem Jahr durch Kaufverträge an zwei der bisherigen langjährigen Pächter gehen, dabei sollen diese Flächen weiterhin als Weinbau- /Ackerflächen genutzt werden (Größenordnung rd. 50-60Tsd. €)

Frage: werden diese im ungünstigen Falle als 6 Objekte betrachtet, d. h. droht die Gefahr eines gewerblichen Grundstückhandels, oder kann es als 1 Objekt gesehen werden, das aus einer Betriebsauflösung resultiert? Ist dabei von Bedeutung, dass ein weiteres, landwirtschaftlich genutztes Grundstück aus einer Schenkung von 2003 sowie ein geerbter Bauplatz von 2008 nach zwischenzeitlich ablgelaufener Spekulationsfrist von 10 Jahren verkauft werden soll?


Einsatz editiert am 28.10.2020 14:33:07

Einsatz editiert am 28.10.2020 23:44:28

Sehr geehrter Fragesteller,

für die Beurteilung, ob die sogenannte drei Drei-Objekt-Grenze überschritten ist, wird üblicherweise ein Fünfjahreszeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung angenommen. Deshalb werden die letztgenannten Grundstücke schon gar nicht für die Zählung in Betracht kommen, da Sie diese schon so lange im Besitz haben.

Darüber hinaus gilt:

Wird ein bislang landwirtschaftlich genutztes Grundstück in Parzellen aufgeteilt und dann verkauft, handelt es sich um ein so genanntes Hilfsgeschäft eines landwirtschaftlichen Betriebs und nicht um gewerblichen Grundstückshandel. Das gilt unabhängig davon, wie viel Gewinn mit der Parzellierung erzielt wurde und wie viele Grundstücke verkauft wurden.

Dies ergibt sich aus dem BMF-Schreiben vom 26. März 2004 in der Tz. 9:

"Nicht einzubeziehen sind jedoch – unabhängig vom Umfang des Grundbesitzes – Grundstücke, die durch Erbfolge übergegangen sind (vgl. BFH-Urteil vom 15. März 2000 – BStBl 2001 II S. 530 ), es sei denn, dass bereits der Erblasser in seiner Person einen gewerblichen Grundstückshandel begründet hat und der Erbe einen unternehmerischen Gesamtplan fortführt oder der Erbe die Grundstücke vor der Veräußerung in nicht unerheblichem Maße modernisiert und hierdurch ein Wirtschaftsgut anderer Marktgängigkeit entstanden ist."

Siehe BMF-Schreiben "Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und gewerblichem Grundstückshandel" vom 26. März 2004 (BStBl I S. 434):

https://esth.bundesfinanzministerium.de/esth/2016/C-Anhaenge/Anhang-17/inhalt.html

Ich sehe demnach keinen Anlass für das Finanzamt, gewerblichen Grundstückshandel anzunehmen.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben. Sollte noch etwas unklar geblieben sein, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.10.2020 | 16:59

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