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Vaterschaftstest nach dem Tode des Vaters und Erbanspruch

23.08.2018 16:32 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wurde 1964 unehelich geboren und wuchs bei meiner Mutter auf.
Schon als Kind wußte ich zwar, daß mein Vater mein Vater war, durfte dies aber nie sagen, auch nicht als dieser gestorben ist. Der Mann war verheiratet und hatte eine eheliche Tochter.

Kann die Vaterschaft noch nach dem Tod festgestellt werden und leiten sich daraus für mich Erbansprüche ab?
Ich bzw. meine Mutter haben nie Unterhalt bekommen. Was wäre das mögliche weitere Vorgehen?

Ich besitze einen Hut von meinem Vater. Reicht er aus um einen Gentest machen zu lassen zwecks Vaterschaftsanerkennung. Des Weiteren gibt es einen Liebesbrief von ihm.

Und könnte mich ein Anwalt in Frankfurt/Main hier vertreten?

Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Auch nach dem Tod Ihres mutmaßlichen Vaters ist eine Vaterschaftsfeststellung möglich. Erforderlich ist hierfür ein Antrag an das Familiengericht.

Der Hut wird nach meiner Einschätzung nicht ausreichen, um die genetische Abstammung festzustellen. Schließlich kann dieser auch von jemand anderem getragen oder durch Kontakt mit anderen Kleidungsstücken mit DNA von Fremden „verunreinigt" worden sein.

Ein Liebesbrief mag zwar die Beziehung zu Ihrer Mutter beweisen, aber nicht, dass der betreffende Mann Ihr Vater ist.

Ein Nachweis wäre möglich durch den Abgleich mit der DNA der ehelichen Tochter, ggf. - auch wenn dies sicher nicht der wünschenswerte Verlauf ist - durch eine Exhumierung.

Sollte festgestellt werden, dass die Vaterschaft biologisch besteht, kann der Mann als Ihr Vater im Rechtssinne festgestellt werden. Darauf begründen sich Erbschaftsansprüche Ihrerseits.

Ob Unterhalt noch geltend gemacht werden kann, ist so einfach nicht zu beantworten: Grundsätzlich ist durch eine spätere Feststellung der Vaterschaft die rückwirkende Geltendmachung von Unterhalt nicht ausgeschlossen, weil die vorherige Geltendmachung rechtlich nicht möglich war. Allerdings bestehen hier eine Einschränkung, wenn eine „unbillige Härte" vorliegt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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