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Vaterschaftstest: Was, wenn mein Man nicht der Vater ist?


28.01.2006 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Mein Mann hat eine Tochter von sechseinhalb Jahren mit seiner Exfreundin. Nun bestehen jedoch eigentlich schon seit Jahren (ca. 4 Jahren) Zweifel, dass dieses Kind von ihm ist und wir würden gern einen "heimlichen" Test machen, um Gewissheit zu bekommen. Die Zweifen rühren zum Ersten von der Tatsache, dass die Kleine keinerlei äußerliche Ähnlichkeit hat (im Gegenteil in einem bestimmten Stadium ähnelte sie eher dem Sohn Ihrer Mutter der nicht von meinem Mann stammt) und zum Zweiten das Sexualleben der Expartnerin sehr bewegt war - zum einen war sie damals noch verheiratet und zum Zweiten dem anderen Geschlecht sehr zugetan.

Gesetzt der Fall tritt ein und es kommt heraus, mein man ist nicht der Kindsvater - welche Chancen bestehen, um dies vor Gericht zu vertreten und zu recht zu gelangen - immerhin zahlt er monatlich 231,00 € Unterhalt.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

von einem heimlichen Vaterschaftstest rate ich ab. Er ist rechtswidrig und kann gegen den Willen des Kindes oder seines gesetzlichen Vertreters im Vaterschaftsanfechtungsverfahren als Beweismittel nicht verwertet werden. Über das Ergebnis des Vaterschaftstest lassen sich im Vaterschaftsanfechtungsverfahren dementsprechend auch keine Zweifel an der Vaterschaft schlüssig darlegen. Dies hat der BGH so in zwei Urteilen entschieden (Urteile vom 12.01.2005, Az. XII ZR 227/03 sowie XII ZR 60/03).

Im Rahmen eines Vaterschaftsanfechtungsverfahren könnte zwar ein Vaterschaftstest durch das Gericht eingeholt werden. Eine solche Vaterschaftsanfechtungsklage ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Es reicht nicht aus, wenn Ihr Mann geltend macht, er sei nicht der Vater des Kindes und die Vaterschaft könnte durch Sachverständigengutachten ausgeschlossen werden. Er muss vielmehr Umstände vortragen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Zweifel an seiner Vaterschaft zu wecken und die es als nicht ganz fernliegend erscheinen lassen, dass das Kind von einem anderen Mann abstammt. Die Zweifel können unter Umständen auch von dem Aussehen des Kindes herrühren, so z.B. wenn es statt Ihrem Mann dem Ex-Mann der Frau auffallend ähnlich sehen würde.

Es gibt für die Anfechtung der Vaterschaft allerdings Ausschlussfristen. Nach § 1600 b BGB kann die Vaterschaft nur innerhalb von zwei Jahren angefochten werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Anfechtungsberechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen. Bei einer vorherigen Vaterschaftsanerkennung beginnt die Frist auch nicht, bevor die Anerkennung wirksam geworden ist.
Da Sie schreiben, es bestünden schon seit ca. vier Jahren Zweifel an der Vaterschaft Ihres Mannes aufgrund des Aussehens des Kindes, des damaligen Familienstandes der Mutter und deren Sexuallebens wird die Ausschlussfrist greifen. Sie greift allerdings nicht, falls die Vaterschaftsanerkennung erst innerhalb der letzten zwei Jahre wirksam geworden ist (was aber wohl nicht anzunehmen ist aufgrund der bereits jahrelang bestehenden Zweifel).

Von dem Umständen, die objektiv dafür sprechen, dass Ihr Mann nicht der Vater ist, muss er volle oder sichere Kenntnis haben, damit die Frist beginnt. Dies wird zumindest in Hinsicht auf das Aussehen des Kindes und in bezug auf den damaligen Familienstand der Kindesmutter seit Jahren der Fall sein.
Nach Ablauf der Ausschlussfrist kann die Vaterschaft durch Ihren Mann gerichtlich nicht mehr angefochten werden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine verständliche erste Orientierung über die Rechtslage geboten zu haben. Gerne beantworte ich eine Nachfrage. Leider kann ich Ihnen keine positivere Mitteilung machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin
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