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Vaterschaftstest + Rechtliche Möglichkeiten


05.08.2005 11:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Meine Frau ist zurzeit schwanger. Nun hat sie mir gestanden das sie in der Zeit in der sie schwanger wurde ein Verhältnis mit einem anderen Mann hatte. Es ist also theoretisch möglich dass entweder ich oder der anderen Mann der biologische Vater des Kindes ist. Ich werde aber meine Frau während der Schwangerschaft weiter voll unterstützen und zu dem Kind stehen. Ich möchte aber sofort nach der Geburt des Kindes wissen ob ich der richtige biologische Vater des Kindes bin und lasse einen Vaterschaftstest machen. Falls ich der Vater sein sollte ist alles OK und mir fällt ein großer Stein vom Herzen. Falls aber bei dem Test heraus kommt das ich nicht der Vater bin, bin ich nicht bereit ein ganzes Leben lang für dieses Kind zu bezahlen und möchte den richtigen Vater zu Rechenschaft ziehen. Und dazu habe ich nun ein paar Fragen die nicht alltäglich sind ich hoffe aber hier die Antworten zu bekommen:

- Was muss ich tun um nach der Geburt des Kindes von dem anderen Mann einen Vaterschaftstest zu bekommen?

- Muss ich hierzu warten bis das Kind geboren ist oder kann ich jetzt schon Vorbereitungen treffen?

- Ich habe im Moment leider nur die Handynummer dieses Mannes, weder den Namen noch die Anschrift, meine Frau kann sich daran nicht mehr erinnern. Besteht hier dann die Möglichkeit über diese Hadynummer via Richterlicher Anordnung oder so den Namen und die Adresse des Mannes herzufinden um einen Vaterschaftstest bei ihm durchzuführen?

- Falls der andere Mann der Vater sein sollte wie sieht es dann mit dem Sorgerecht aus? Ich habe bereits mit ihm telefoniert und ihn interessiert das Kind nicht im Geringsten. Ich bin Bereit mich wie ein Vater dann um das Kind zu kümmern aber nicht mein ganzes Leben lang dafür zu bezahlen. Wenn er der Vater ist muss er dann Unterhalt bezahlen und darf das Kind dann Trotzdem bei meiner Frau leben sprich hat sie dann das Sorgerecht?

Ich möchte gerne wissen was für rechtliche Möglichkeiten ich hier bei all meinen Fragen ausschöpfen kann wenn ich ggf. nicht der Vater bin.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie werden juristisch zunächst als Vater des Kindes gelten, auch wenn Sie nicht der biologische Vater sind, da Sie mit der Mutter verheiratet sind (§ 1592 Nr. 1 BGB). Dies hat zur Konsequenz, dass Sie dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig sind. Diese Konsequenz können Sie, wenn der Vaterschaftstest zu Ihren Ungunsten ausfallen sollte, dadurch beseitigen, dass Sie Ihre Vaterschaft mit der Begründung, dass in Wahrheit eine andere Person der Vater des Kindes sei, gerichtlich anfechten zuständig ist das örtliche Familiengericht. Zur Begründung der Anfechtung können Sie sich allerdings nur dann auf den von Ihnen durchgeführten Vaterschaftstest beziehen, wenn Sie diesen mit dem Einverständnis Ihrer Frau durchgeführt haben. "Heimliche" Vaterschaftstests, zu denen nicht beide Sorgeberechtigte ihr Einverständnis erteilt haben, werden, wie Sie vielleicht schon aus den Medien wissen, vor Gericht nicht anerkannt und können insbesondere nicht dazu dienen, ein Verfahren über die Anfechtung der Vaterschaft einzuleiten. Sprechen Sie sich also bitte mit Ihrer Frau ab und lassen Sie sich ihr Einverständnis zum Vaterschaftstest am besten schriftlich geben.

Sofern Sie tatsächlich nicht der Vater sein sollten und Ihre Vaterschaft, wie soeben beschrieben, erfolgreich angefochten haben, entfällt Ihre Unterhaltspflicht für das Kind, und Sie können auf der Basis der Gerichtsentscheidung vom wahren Vater den bereits geleisteten Unterhalt zurückfordern. Außerdem verlieren Sie das Sorgerecht für das Kind, das Sie aufgrund der Tatsache, dass Sie mit der Mutter verheiratet sind, bis zur Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung im Anfechtungsverfahren innehaben werden. Dies führt allerdings nicht dazu, dass der wahre Vater des Kindes automatisch Sorgerechtsinhaber würde. Vielmehr wird Ihre Frau dann das alleinige Sorgerecht für das Kind besitzen. Der wahre Vater kann nur dann Mitinhaber des Sorgerechts werden, wenn er seine Vaterschaft anerkennt und gemeinsam mit Ihrer Frau eine Sorgeerklärung abgibt.

Wer an Ihrer Stelle der tatsächliche Vater des Kindes ist, braucht Sie eigentlich nicht wirklich zu interessieren. Wenn Sie die Vaterschaftsanfechtung erfolgreich durchführen konnten, dann ist es anschließend Sache Ihrer Frau als Vertreterin des Kindes, an den wahren Vater heranzutreten und ihn auf Zahlung von Kindesunterhalt in Anspruch zu nehmen. Seine Vaterschaft kann, wenn er sie nicht freiwillig anerkennen will, notfalls gerichtlich festgestellt werden. Ihre Frau sollte daher in ihrem Gedächtnis kramen und versuchen, sich doch noch an den Namen des Mannes, mit dem sie das Verhältnis hatte, zu erinnern. Möglicherweise kennt ja auch jemand aus Ihrem Bekanntenkreis den Namen des Mannes? Es gibt meines Wissens zudem Möglichkeiten, anhand der Handynummer den Namen des Handyinhabers herauszufinden. Sie sollten gegebenenfalls hiernach im Internet stöbern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Auskünften weiterhelfen. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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