Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vaterschaftsrechte, uneheliches Kind


12.01.2007 04:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrter Anwalt,

ein Freun von mir ist heute Vater geworden. Er ist ein US Soldat und momentan stationiert in Irak. Seine Ex-Freundin ist Deutsche, 2 Monate nach der Trennung hat er erfahren das sie ein Kind erwartet.
Er moete am Leben des Kindes beteiligt sein, hat schon vor der Geburt des Kindes alles finanziert und hat auch in Zukunft fuer das Kind da zu sein. Natuerlich moeche er auch das Kind sehen. Die Ex will aber mehr und mehr, und droht immer damit dass er seinen Sohn nicht sehen wird.

Er hat sich auf der Base erkundigt was nun genau seine Verpflichtungen und Rechte sind, und anscheinend hat er ueberhaupt keine Rechte, muss aber dafuer KOMPLETT fuer alles aufkommen was die Mutter braucht/moechte, natuerlich zusaetzlich zu dem Unterhalt fuer das Kind.

Er wird einen Vaterschaftstest durchfuehren lassen, und wenn es bestaetigt ist, wo und wie muss er es ofiziell anerkennen?
Welche finanziellen Verpflichtungen hat er?
Und hat er wirklich keine Rechte?
Kann er sich irgendwie gegen die Erpressungen der Mutter schuetzen?

Vielen Dank.

Mit freundlichem Gruss

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Vater eines Kindes ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist, der die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.
Bei der Anerkennung vor der Geburt oder bei der Geburtsbeurkundung steht der Vater wie bei verheirateten Eltern von Anfang an mit im Geburtenbuch.
Die Vaterschaft wird anerkannt durch den Vater persönlich in öffentlich beurkundeter Form. Die Vaterschaft kann anerkannt werden bei jedem Standesamt, Jugendämtern, Amtsgerichten und Notaren.
Die Vaterschaftsanerkennung wird wirksam durch persönliche Zustimmung der Mutter in öffentlich beurkundeter Form bei den Behörden, durch die auch Vaterschaft anerkannt wird.
Voraussetzungen hierfür wären:

• Abstammungs- oder Geburtsurkunde des Anerkennenden oder
• beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch
• Personalausweise oder Reisepässe beider Elternteile, wenn die Mutter zur Zustimmung anwesend ist

Bei unverheirateten Paaren mit Kind hat die Mutter die alleinige Sorge. Sie kann mit dem Vater die gemeinsame Sorge übernehmen, wenn beide in öffentlich beurkundeter Form (zum Beispiel vor dem Jugendamt oder Notar) „Sorgeerklärungen“ abgeben. Minderjährige Mütter benötigen hierzu die Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters.
Um die gemeinsame Sorge wieder rückgängig zu machen, ist eine familiengerichtliche Entscheidung notwendig.
Gegen den Willen der Mutter kann ein Vater eine Beteiligung an der Sorge oder ein alleiniges Sorgerecht nicht erzwingen. Er kann aber die Übertragung der Alleinsorge auf sich beantragen, wenn die Mutter zustimmt und dies dem Kindeswohl dient. Stirbt die Mutter oder wird ihr das Sorgerecht entzogen, muss das Familiengericht die Sorge auf den Vater übertragen. Vorraussetzung ist, dass dies dem Wohl des Kindes dient.

Der Vater des nicht-ehelichen Kindes schuldet dem gemeinsamen Kind den Kindesunterhalt gemäß der Düsseldorfer-Tabelle. Entscheidend ist das monatliche Netto-Einkommen des Vaters.

Neben dem Kindesunterhalt muss der Vater des Kindes auch der Mutter wegen der Betreuung des Kindes Unterhalt zahlen, soweit diese einer Erwerbstätigkeit nicht nachgeht, § 1615 l BGB und zwar für einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren. Für die Höhe des Unterhaltsanspruchs kommt es auf die Einkünfte der Mutter vor dem Eintritt in die Elternzeit an. In der Regel beträgt der Unterhalt mindestens € 770,00, bei Aufnahme einer Berufstätigkeit mindestens € 890,00.

Das Kind hat einen Anspruch auf den Umgang mit seinem Vater, der unter Umständen auch gerichtlich durchgesetzt werden kann. Der Vater braucht sich also den „Erpressungen“ der Mutter nicht aussetzen. Bei Problemen steht dem Vater das Familiengericht rechtlich zur Seite.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme mit einem Kollegen vor Ort.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Walden

Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2007 | 12:46

Vielen Vielen Dank, Sie haben mir sehr weiter geholfen!

Die gesamt Summe ist sehr hoch, was ist wenn er es sich nicht leisten kann, er muss ja auch noch von was leben koennen? Kriegt sie nicht auch noch zusaetzlich Unterstuetzung vom Staat?
Wird er automatisch einen Bescheid ueber seine Zahlungsverpflichtungen kriegen oder muss er es irgendwo anfordern? Wie muss er sich verhalten bis ein Bescheid kommt, einfach ca. 1000 EUR im Monat zahlen bis der genaue Betrag festgelegt ist?

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.01.2007 | 17:54

Sehr geehrte Ratsuchende,


reicht das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten zur Deckung seines eigenen Bedarfs und der gleichrangigen Unterhaltsberechtigten nicht aus (sogenannte Mangelfälle), ist die nach Abzug des jeweiligen Eigenbedarfs (Selbstbehalts) des Unterhaltspflichtigen verbleibende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis ihrer jeweiligen Einsatzbeträge gleichmäßig zu verteilen.
Ein absoluter Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen des Verpflichteten zur Deckung seines notwendigen Selbstbehalts und der gleichrangigen Unterhaltsansprüche nicht ausreicht (§ 1603 BGB).
Der Unterhalt lässt sich mittels einer privaten oder notariellen Unterhaltsvereinbarung mit dem Vater festlegen. Dies ist der einfachste Weg. Soll der Unterhalt erhöht werden, wird eine neue Vereinbarung notwendig, sofern keine regelmäßige Steigerung festgelegt wurde.
Rechtspfleger bei Jugendämtern und Gerichten können in einem vereinfachten Verfahren einen Unterhaltsanspruch nach der Regelbetragsverordnung festsetzen. Der Unterhalt ist dabei nicht einkommensabhängig, sondern richtet sich ausschließlich nach den ersten drei Altersstufen der geringsten Einkommensklasse - wie in der Düsseldorfer Tabelle.

Das Maß des der Mutter zu gewährenden Unterhalts bestimmt sich nach ihrer Lebensstellung. In Rechtsprechung und Literatur wird deswegen regelmäßig auf das Einkommen der Mutter abgestellt, das sie ohne die Geburt des Kindes zur Verfügung hätte. Dieser Anspruch ist auf den Halbteilungsgrundsatz beschränkt, die Hälfte des „gemeinschaftlichen Einkommens“.

Wenn die Mutter beispielsweise kein Arbeitslosengeld mehr erhält, so wäre sie sehr wahrscheinlich Hartz IV - Empfängerin, so dass der Unterhaltsanspruch sich auf etwa € 770 belaufen müsste. Nach heutigem Recht muss mit Ablauf von drei Jahren wieder eine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden, sofern dies nicht grob unbillig ist. Nach neuem Recht wird die Schwelle für eine Verlängerung des Betreuungsunterhaltes der nichtehelichen Mutter abgesenkt.

Nach dem Gesetz sind auch Schulden im Rahmen der Leistungsfähigkeit des verpflichteten Vaters zu berücksichtigen (§§ 1581, 1603 I BGB). Beim Kindesunterhalt kommt es auf das tatsächlich verfügbare Einkommen an. Somit können auch die monatlichen Raten für Schulden vom bereinigten Nettoeinkommen abgezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Walden

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60118 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für diese konkrete, ausführliche Antwort. So soll es sein, Sie haben wir definitiv weiter geholfen. Gerne wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und relevante Beantwortung, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden. Das Problem hat mich schon seit laengerem belastet und in meinen Handlungsmoeglichkeiten eingeschraenkt. Der Anwalt konnte mir mit seiner rechtlichen Einschaetzung des Sachverhalts aufzeigen, wie ich dieses ... ...
FRAGESTELLER