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Vaterschaftsfeststellung oder direkte Anfechtung?

15.09.2016 12:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Zur Vaterschaftsanfechtung.

Guten Tag!
Ich habe seit kurzer zeit den begründeten Verdacht nicht der Vater meines rechtlich anerkannten Kindes zu sein.
Beweismittel ist hier die Aussage eines Zeugen, dass die Kindesmutter sich zu Beginn der Schwangerschaft nicht sicher war, ob ich der Vater sei. Es würde noch jemand anderes in Frage kommen. Obwohl die Kindesmutter keinen Namen genannt hat, gibt es einen konkreten Verdacht auf den anderen mutmaßlichen Vater. Dies war im Mai, ich liege also noch innerhalb der 2 Jahres Frist. Weiterhin sprechen Daten eines Zeugungsrechners gegen meine Vaterschaft.
Obwohl es noch keinen offiziellen Test gegeben hat, hat mein Anwalt nun direkt eine Anfechtung aufgesetzt und tendiert auch eindeutig zu dieser Vorgehensweise.
Ich bin nun sehr verunsichert, da mir andere Betroffene geraten haben zunächst unbedingt nur eine einfache Vaterschaftsfeststellung zu beantragen um nicht eine Ablehnung der Anfechtung zu riskieren und um mit einer negativen Feststellung einen weiteren Beweis in der Anfechtung im zweiten Schritt anbringen zu können.
Meine Frage: Zu welcher Vorgehensweise würden Sie mir grundsätzlich Raten und ist eine direkte Anfechtung tatsächlich riskant?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Nach § 1592 BGB ist Vater eines Kindes der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist, die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft nach § 1600d BGB gerichtlich festgestellt ist.

Nach Ihrer Darstellung haben Sie die Vaterschaft anerkannt.

2.
Die anerkannt Vaterschaft gilt nach § 1599 Abs. 1 BGB "nicht ,wenn aufgrund einer Anfechtung rechtskräftig festgestellt ist, dass der Mann nicht der Vater des Kindes ist".

Dazu dient die Vaterschaftsanfechtungsklage. Sie muss innerhalb der Anfechtungsfrist von 2 Jahren wirksam erhoben werden (§1600b Abs. 1 BGB).

Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

3.
Eine gerichtliche Feststellung der Vaterschaft dient dagegen nur der POSITIVEN Feststellung der Vaterschaft.

"Besteht eine Vaterschaft nicht nach§ 1592 Nr. 1 und 2, §1593, so ist die Vaterschaft gerichtlich festzustellen" (§ 1600d Abs. 1 BGB).

Da Ihre Vaterschaft anerkannt ist, bleibt nur die Anfechtungsklage, was Ihr Anwalt richtig sieht.

Ich bedauere Ihnen keine günstigerere Nachricht geben zu können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2016 | 15:46

Vielen Dank Herr Moosmann,

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die Kindesmutter einem gemeinsamen Gentest nicht zustimmen möchte.
Daher nochmal meine Frage ob ein einfacher Antrag auf Feststellung der Vaterschaft VOR der eigentlichen Anfechtung nicht die bessere Variante ist?
Mal angenommen es stellt sich heraus ich bin nicht der leibliche Vater, dann bleibe ich zunächst rechtlicher Vater, dass ist mir klar.
Aber habe ich in der folgenden Anfechtung nicht bessere Karten, wenn bereits ein Testergebnis vorliegt, welches bestätigt das ich nicht der leibliche Vater bin?

So wie ich es verstanden habe kann eine Anfechtung ja auch abgelehnt werden und dann würde im schlimmsten Fall gar kein Test gemacht.

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2016 | 17:20

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.
Nocheinmal: eine Möglichkeit eines "einfachen" Antrags auf Feststellung der fehlenden Vaterschaft durch das Gericht gibt es NICHT. Hierzu dient vielmehr die Vaterschaftsanfechtungsklage, bei der folgender Antrag gestellt wird:

"Es wid festgestellt, dass das Kind... nicht das Kind des Antragsstellers ist."

2.
Wenn schon ein für Sie günstiges Testergebnis vorläge, hätten Sie bei einer anschließenden Anfechtungsklage nicht "bessere Karten", sondern das Prozessrisiko wäre geringer und der Ausgang könnte besser eingeschätzt werden.

3.
Sie teilen mit, dass die Kindesmutter einem Gentest nicht zustimmen möchte.

Nach § 1598a Abs.1 BGB kann aber "zur Klärung der leiblichen Abstammung
eines Kindes" u.a. der Vater jeweils von Mutter und Kind verlangen, dass diese "in eine genetische Abstammungsuntersuchung einwilligen und die Entnahme einer für die Untersuchung dulden".

Nach Sachlage müsste wohl auch dies wohl gerichtlich geltend gemacht werden. Und sie müssen damit rechnen, dass die Anfechtungsfrist bereits zu laufen begonnen hat.

Eine genetische Unterschung bleibt Ihnen keinesfalls erspart. Die Kosten eines Anfechtungsverfahren entstehen großteils durch die Begutachtung:

Ein heimlicher Gentest wäre nach ständiger Rechtsprechung unzulässig und auch strafbar (BGH-NJW 2008,445).

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

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