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Vaterschaftsanfechtung für (nicht gegen) außereheliches Kind

| 20.09.2020 20:35 |
Preis: 35,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


07:51
Frau A, verheiratet mit Mann B, erwartet ein außereheliches Kind von C.
A und B leben in Trennung; A und C im gleichen Haus, aber in verschiedenen Wohnungen und ebenfalls getrennt. Die ehelichen Kinder sind meistens bei A und häufig bei B.
Eine Scheidung zwischen A und B wurde bislang nicht eingereicht.
C erkennt die Vaterschaft an. Er will als Vater des Kindes anerkannt sein, unbedingt.

Nach dem was ich gelesen habe, wird B nach §1592 Abs. 1 der Vater des Kindes und §1592 Abs. 2 greift nicht.
Allerdings kann C nach §1600 Abs. 1 Nr. 2 die Vaterschaft anfechten.

a) Kann diese Anfechtung formal bereits vor der Geburt des Kindes erfolgen?

b) Kann die Anfechtung auch erfolgreich sein, wenn die A und B wieder zusammenziehen und somit die Voraussetzung des Nicht-Bestehens einer "sozial-familiären Beziehung" zwischen B und dem Kind im Sinne von "in häuslicher Gemeinschaft lebend" gem. §1600 Abs. 3 nicht erfüllt wird?

c) Kann die Anfechtung auch erfolglos bleiben, obwohl die o.g. Voraussetzung erfüllt ist?

d) Sofern die Voraussetzung erfüllt ist: Welche Rolle spielt der Kooperationswille von A und B bei dem Verfahren hinsichtlich des Erfolgs der Anfechtung? Bzw. anders gefragt, wie hässlich kann das werden für alle Beteiligten, wenn A und B zwar nicht dagegen sind, aber nicht kooperieren?

Vielen Dank!
20.09.2020 | 21:15

Antwort

von


(262)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu a) C könnte die Anfechtungsklage zwar vor der Geburt beim Familiengericht einreichen. Es würde ihm aber nichts nutzen. Die Beweisaufnahme erfolgt erst nach der Geburt. Eine Fruchtwasseruntersuchung wäre für das ungeborene zu gefährlich.
Inzwischen gibt es zwar Bluttests, die keine Gefahr für das ungeborene bedeuten, aber die Schwangere kann nicht zur Blutabnahme gezwungen werden. Sollte A das Kind verlieren, hätte C die Verfahrenskosten umsonst gezahlt.

Zu b) Nein. Denn dann wäre C nicht anfechtungsberechtigt.

Zu c) Ja, wenn der DNA Test zeigt, dass C nicht der Erzeuger ist, nutzt es ihm nichts, dass A und B getrennt leben.

Zu d) A und B können behaupten, dass zwischen B und dem Kind eine sozial-familäre Beziehung im Sinne des § 1600 Absatz 2 BGB besteht. Dann müsste zunächst das Gegenteil bewiesen werden.

Wenn A und B einfach nichts machen ist das unwichtig. Das Gericht wird den DNA Test anordnen. Der Arzt nimmt die Proben, sendet sie ins Labor. Wenn das Ergebnis vorliegt, verkündet das Familiengericht die Entscheidung.

Hässlich für die Beteiligten kann es nur werden, wenn A oder B aktiv dagegen arbeiten, indem sie das Kind verstecken, ins Ausland verbringen oder ähnliches. Dann müsste das Gericht versuchen mit Zwangsgelder oder Beugehaft den Aufenthaltsort des Kindes zu ermitteln, bzw. eine Rückführung des Kindes zu erreichen, um den DNA Test durchführen zu können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 21.09.2020 | 06:58

Herzlichen Dank für Ihre Antwort; sie ist in alle Punkten sehr hilfreich!
Gestatten Sie mir bitte eine Nachfrage zu a):
Ist es so, dass eine Anfechtung auch dann bis zur Geburt wirkungslos bleibt, wenn A und B kooperativ ebenfalls erklären, dass C der Vater ist? Hätte die Einreichung eines Scheidungsantrags (ohne Umsetzung) hier noch Einfluss?
Freundliche Grüße und Danke für die Hilfe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.09.2020 | 07:51

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn A, B und C übereinstimmend das gleiche vortragen, könnte die Gerichtsentscheidung theoretisch auch vor der Geburt stattfinden.
Die Einreichung des Scheidungsantrags wäre ein Indiz dafür, dass keine sozial familiäre Verbindung zwischen B und dem Kind besteht.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.09.2020 | 19:35

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"Das "könnte theoretisch" in der Antwort zur Nachfrage leitet eine Option ein, die der ersten Antwort zu (a) entgegensteht. Insofern wäre eine kurze Erläuterung hilfreich gewesen, die das "könnte theoretisch" gegenüber einem "kann" oder "wird" begründet.

Die Empfehlungseinschätzung ist unabhängig von der Antwort Herrn Müllers; ich war noch nie in der Situation, eine Anwaltsempfehlung auszusprechen."
Stellungnahme vom Anwalt:
Wenn A, B und C übereinstimmend das gleiche sagen, wird ein DNA Test überflüssig. Deshalb könnte die Gerichtsverhandlung theoretisch vor der Geburt stattfinden. Da das Gericht vorher nicht weiß, ob A, B und C in der mündlichen Verhandlung so aussagen, wie vorher in den Schriftsätzen angekündigt wird, wird das Gericht praktisch bis zur Geburt abwarten.
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.09.2020
4,2/5,0

Das "könnte theoretisch" in der Antwort zur Nachfrage leitet eine Option ein, die der ersten Antwort zu (a) entgegensteht. Insofern wäre eine kurze Erläuterung hilfreich gewesen, die das "könnte theoretisch" gegenüber einem "kann" oder "wird" begründet.

Die Empfehlungseinschätzung ist unabhängig von der Antwort Herrn Müllers; ich war noch nie in der Situation, eine Anwaltsempfehlung auszusprechen.


ANTWORT VON

(262)

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13407 Berlin
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