Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vaterschaftsanfechtung durch das Jugendamt

| 20.03.2009 20:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

folgende Problematik:

-Abstammungstest der (nach langem hin und her mit der Mutter) im Juni 2008 durchgeführt wurde, ergab, dass ich nicht der Vater des 7jährigen Kindes bin, wie ich immer angenommen hatte. Die Ehe mit der Kindesmutter wurde geschieden als das Kind 1,5Jahre alt war.
-Die durch mich betriebene Vaterschaftsanfechtung habe ich in 1.Instanz verloren. Während des Verfahrens erklärte das Jugendamt, es liege nicht im Interesse des Kindes, zu wissen, wer der Vater ist und sah somit von einer Anfechtung für das Kind ab.
-Berufung läuft.
-Zeitgleich läuft ein Regreßprozeß gegen den biologischen Vater. Der jetzt in dem Berufungsprozeß der Kindesmutter als Nebenintervient begetreten ist.
-Die Kindesmutter hat ausgesagt, dass nur er als Vater in Frage kommt, er hat ausgesagt, dass er in der Empfängniszeit Verkehr mit ihr hatte.
-Zu dem Kind habe ich seit Frühjahr 2008, als sich der Verdacht bei mir breitmachte keinen Kontakt mehr. Die Kindesmutter und ich haben jedoch noch das gemeinsame Sorgerecht. Welches Sie aber ankündigte mir entziehen zu wollen.
-Ihren biologischen Vater kennt das Kind nach Aussage der Mutter "als guten Freund der Familie".

Da ich nie wieder Kontakt zu dem Kind haben will und auch nicht möchte, dass es in dem Irrglauben auswächst, ich sei der Vater und habe es verstossen, während der andere, der schon gesetzteren Alters ist, sich als "Freund" vorstellt und ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ein Kind, dass Recht hat zu erfahren, wer der Vater ist, meine Chancen aber auch in der Berufung schlecht stehen, dass die rechtliche Bindung beseitigt wird und dadurch eine Zuordnung zum wahren Vater möglich wäre, hier nun meine Frage:

Da ich das gemeinsame Sorgerecht mit der Mutter habe, kann auch ich die Anfechtung durch einen Ergänzungspfleger für das Kind beim Jugendamt beantragen? Bisher habe ich immer nur die Auskunft erhalten, die Vaterschaft müsse für das Kind unzumutbar sein, damit das JA anfechtet. Demnach müsste ich der Mutter nach dem Leben trachten oder ähnliches. Die Mutter könnte bei vorliegendem gemeinsamen Sorgerecht für das Kind die Anfechtung durch das JA beantragen, ich sollte als "Vater" doch wohl dasselbe Recht haben. Zumal im Urteil des Anfechtungsprozesses steht, dass ich als biologischer Vater ausgeschlossen bin.

Mir geht es darum, dass das Kind überhaupt die Chance hat, dem wahren Vater zugeordnet zu werden, da es ein eigenes Anfechtungsrecht erst mit 18 hat und es fraglich ist, ob der gute Herr dann noch lebt. Ausserdem wird das Kind durch meine rechtliche Vaterschaft finanziell schlechter gestellt. Der wahre Vater verdient das doppelte von mir. Das Verhalten des Jugendamtes kann nur als skandalös bezeichnet werden.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Grundsätzlich können Sie die Einsetzung eines Ergänzungspflegers für das Kind beim Gericht beantragen, damit die Vaterschaft angefochten werden kann. Es kann dabei beantragt werden dem Ergänzungspfleger die Pflicht zur Erhebung der Klage aufzuerlegen. Allerdings prüft das Gericht, ob die Anfechtung dem Wohl des Kindes dient. Es ist nach der Erfahrung schwierig, dass Jugendamt auf gerichtlichem Wege zur Anfechtung zu zwingen, aber nicht ausgeschlossen. Die Rechtsprechung betont zuletzt immer wieder das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Letztlich hängt der Erfolg aber auch von der Haltung der Kindesmutter ab, wenn Sie die Anfechtung für das Kind ablehnt, stehen die Chancen eher schlecht. Es gibt dann aber noch eine andere Möglichkeit. Da Sie die gemeinsame Sorge haben, können Sie nach § 1628 BGB: Gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern beantragen, dass Ihnen das Recht zur Anfechtung für das Kind übertragen wird, weil es sich um eine Sache von überragender Bedeutung handelt.

Für die Einhaltung der Anfechtungsfrist des § 1600b BGB: Anfechtungsfristen kommt es in diesem Fall auf die Kenntnis des gesetzlichen Vertreters an. Erlangt dieser zunächst die erforderliche Kenntnis und wird er erst später auch für den Anfechtungsprozess vertretungsbefugt, so beginnt die Frist erst mit dem Zeitpunkt, in dem die Vertretungsbefugnis gegeben ist (OLG Brandenburg 03.03.2008 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20WF%20283/07" target="_blank" class="djo_link" title="OLG Brandenburg, 03.03.2008 - 10 WF 283/07: Beginn der Frist für die Vaterschaftsanfechtung dur...">10 WF 283/07</a> - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202009,%2059" target="_blank" class="djo_link" title="OLG Brandenburg, 03.03.2008 - 10 WF 283/07: Beginn der Frist für die Vaterschaftsanfechtung dur...">FamRZ 2009, 59</a>-60).

Falls also in Ihrem Fall die Frist ein Problem darstellt, kann dieses so umgangen werden. Ich halte den Weg selbst über § 1628 BGB: Gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern zu gehen für sinnvoller als den Weg über das Jugendamt. Sie sollten den Antrag stellen, bevor Ihre Exfrau die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge beantragt hat.




Rückfrage vom Fragesteller 22.03.2009 | 13:39

Sehr geehrter Herr Wöhler,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Wenn ich sie richtig verstanden habe, kann ich den Antrag (+Begründung?) selbständig einreichen ohne anwaltlichen Beistand?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.03.2009 | 19:12

Sehr geehrter Fragesteller,

den Antrag beim Familiengericht können Sie selber einreichen, es besteht kein Anwaltszwang. Den Versuch sollten Sie machen, sicher ist der Erfolg aber nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 22.03.2009 | 18:47

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Seit über einem Jahr bin ich Klient eines Anwaltes wegen dieser Thematik, aber auf die hier genannte Möglichkeit hat er mich noch nicht hingewiesen. Ich danke Herrn Wöhler sehr dafür, somit hab ich doch noch ein wenig Hoffnung für mich gewonnen.

"