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Vaterschaftsanerkennung/ -aberkennung

06.02.2008 08:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Ich bin seit 15 Jahren verheiratet. Im Januar 2008 hat meine Ehefrau ein Kind von einem anderen Mann bekommen. Im August 2007 ist sie ausgezogen, wohnt alleine, der Erzeuger besucht sie dort regelmäßig.

Rechtlich bin ich (wir sind nach wie vor verheiratet) der Vater.
Ich möchte das der Erzeuger der rechtliche Vater wird.

Wie verhält sich eine solche Vaterschaftsklage? Sollte ich klagen müssen, kann ich die entstehenden Kosten beim Erzeuger geltend machen? Kann der Erzeuger als Vater eingetragen werden, da wir noch verheiratet sind. Oder ist hierzu eine Scheidung unumgänglich? Kann die Mutter dem Test widersprechen? Kann ich dem Erzeuger momentan das Besuchsrecht zum Kind in der Wohnung der Mutter verweigern? Wie ist der rechtliche und behördliche Ablauf einer Vaterschaftsanfechtung? Ist hier, totz einer möglichen gütlichen Einigung, eine gerichtliche Entscheidung unumgänglich?

Wenn der Erzeuger als Vater festgestellt wird, ist er (neben dem Kind) auch gegenüber der Mutter unterhaltspflichtig? Wie verhält sich dies nach einer möglichen Scheidung?

06.02.2008 | 09:51

Antwort

von


(2338)
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26135 Oldenburg
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Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

hier ist eine gerichtliche Entscheidung notwendig. Ihre Vaterschaft müssen Sie anfechten. Dringt die Anfechtung durch ist festgestellt, dass Sie nicht der Vater des Kindes sind.

Dieses Feststellung setzt Ihre Klage auf Anfechtung der Vaterschaft voraus. Auf Grund der Tatsache, dass das Kind nicht während eines Scheidungsverfahrens geboren worden ist, muss zunächst einmal rechtskräftig feststehen, dass Sie nicht der Vater sind.

In dieser Klage müssen Sie die Vaterschaft anfechten und darlegen, warum Sie nicht der Vater des Kindes sind. Dieses dürfte hier nicht sonderlich schwierig sein, wenn auch die Mutter erklärt, dass Herr .... der Vater ist und auch dieser dieses bestätigt.

Die überwiegende Anzahl der Gerichte wird aber trotz dieses "Einvernehmens" ein Gutachten einholen, das auch in der Klage als Beweismittel angebeben werden muss.

Vom Gericht wird dann die Erstellung dieses Gutachtens beschlossen. Auf Aufforderung des vom Gericht bauftragten Institutes MUSS ihre Frau mit dem Kind dann auch zum Test erscheinen. Sie kann dem nicht widersprechen.

Steht fest, dass Sie nicht der Vater sind, kann der Erzeuger als Vater eingetragen werden, wenn er entweder die Vaterschaft dann anerkennt oder seine Vaterschaft bei Verweigerung eines Anerkenntnisses gerichtlich festgestellt ist. Es kommt dann nicht darauf an, ob Sie noch verheiratete sind oder nicht.

Die Kosten für die Vaterschaftanfechtung können Sie nicht vom Erzeuger geltend machen. Sie könnten aber für das Verfahren Prozesskostenhilfe beantragen, wenn Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dieses ermöglichen.

Die Besuche beim Kind können sie nicht verbieten.

Eine gerichtliche Entscheidung ist hier erforderlich, da das Kind während der Ehe geboren ist. NUR wenn das Kind während eines laufenden Scheidungsverfahrens geboren worde wäre, wäre ein Verfahren überflüssig.

Die Mutter hat einen Unterhaltsanspruch. Einmal gegen Sie und zum anderen gegen den Erzeuger. Die Berechnung des Anspruches erfolgt dann anteilig nach dem Einkommen der Männer und dem Bedarf der Mutter.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thoams Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 06.02.2008 | 10:14

Vielen Dank für die komplexe Antwort.

Sie Schreiben ICH muß die Vaterschaft anfechten.
Diese Feststellung setzt MEINE Klage voraus.

Ist es möglich das der Erzeuger die Vaterschaft anfechtet
und auch klagt? Hierbei würden mir keine Kosten entstehen.
(Wie hoch sind die Kosten im allgemeinen?)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.02.2008 | 10:45

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Erzeuger kann die Vaterschaft nicht anfechten, da er eben -noch - nicht als Vater gilt.

Die Anfechtung steht nut einem bestimmten Personenkreis zu. Das regelt § 1600 BGB . Das sind Sie, weil Ihre Vaterschaft aufgrund der Ehe angenommen (§ 1592 BGB )wird. Daneben könnte aber noch die Mutter und das Kind die Vaterschaft anfechten.

Der Erzeuger kann Ihre Vaterschaft nicht anfechten. Auf gerichtliche Festllung kann er nicht klagen, weil Sie noch vom Gesetz als Vater gelten.

Insoweit müssen Sie tätig werden.

Für Ihren Anwalt entsteht bei einem Streitwert von 2.000,00 EUR eine Vergütung in Höhe von ca. 400,00 EUR. Hinzutreten die Kosten für das Gutachten. Diese liegen zwischen 500,00 EUR - 1.500,00 EUR.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Ergänzung vom Anwalt 06.02.2008 | 14:58

Sehr geehrter Ratsuchender,

zu § 1600 BGB möchte ich noch ergänzen, dass der Erzeuger aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen auch anfechten könnte. Dafür ist aber zunächst einmal Voraussetzung, dass er an Eides statt versichert, während der Empfängniszeit der Mutter beigewohnt zu haben.

Ohne diese Versicherung kann er nicht anfechten. Dazu können Sie ihn auch nicht veranlassen. Bleibt der Erzeuger also untätig, müssen Sie des Weg der Anfechtung wählen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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