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Vaterschaftsanalyse/Pflichtteilsklage


22.10.2005 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Ein Man erfährt, dass sein leiblicher Vater sein Onkel war. Dieser Onkel ist vor 4 Monaten gestorben. - Aus Briefen dieses Onkels ließ sich genetisches Material gewinnen, so dass mit Hilfe einer Vaterschaftsanalyse der Verdacht bestätigt werden konnte.

Fragen:

1. Kann der Betroffene mit diesem "Beweis" seinen Pflichtteil am Nachlaß des Onkels einklagen oder wäre dazu die Exhumierung des Onkels erforderlich?

2. Sind hierbei Fristen zu beachten und welche sonstigen juristischen Schritte sind erforderlich?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie werden nicht allein aufgrund der vorgenommenen Vaterschaftsanalyse einen Pflichtteilsanspruch hinsichtlich des Nachlasses Ihres "Onkels" geltend machen können. Pflichtteilsansprüche bestehen nur hinsichtlich des Nachlasses des "rechtlichen" Vaters im Sinne von § 1592 BGB. Diese Vorschrift lautet:

Vater eines Kindes ist der Mann,
1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 640h Abs. 2 der Zivilprozessordnung gerichtlich festgestellt ist.


Da Ihr Onkel im Zeitpunkt Ihrer Geburt weder mit Ihrer Mutter verheiratet war, noch seine Vaterschaft beim Standesamt anerkannt hat, und seine Vaterschaft auch nicht gerichtlich festgestellt wurde, ist er nicht Ihr "rechtlicher" Vater, so dass Ihnen insoweit keine Pflichtteilsansprüche zustehen.

Sie könnten unter Umständen erreichen, dass Ihr verstorbener Onkel als Ihr "rechtlicher" Vater anerkannt wird. Hierfür müssten Sie zunächst die Vaterstellung des Mannes, der bislang als Ihr Vater gilt, anfechten (binnen einer Zweijahresfrist, die ab dem Zeitpunkt läuft, in dem Sie Kenntnis davon bekommen haben, dass in Wahrheit jemand anders Ihr Vater ist). In einem zweiten Schritt müssten Sie sodann gerichtlich feststellen lassen (§ 1592 Nr. 3 BGB), dass Ihr verstorbener Onkel Ihr wahrer Vater ist. Ob die Vaterschaftsanalyse, die Sie haben vornehmen lassen, als Beweis in diesem Verfahren ausreichen würde, ist aus meiner Sicht zweifelhaft, da sie höchstwahrscheinlich ohne Einwilligung Ihres Onkels erfolgte und der BGH unlängst die Verwendbarkeit solcher Vaterschaftsanalysen in Prozessen stark eingeschränkt hat.

Alles in allem möchte ich Ihnen eher dazu raten, die Finger von einem solchen Vorgehen zu lassen. Es handelt sich um ein hochkompliziertes Verfahren mit ungewissem Ausgang, das auch viel Kummer über Sie und Ihre Familie bringen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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