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Vaterschaft und Unterhalt

19.01.2006 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann


Guten Tag,

ich habe ein paar Fragen zu denen ich widersprüchliche Antworten im Internet fand.

Ich hatte vor drei Jahren eine Affäre, aus der wahrscheinlich ein Kind hervorging. Genaues steht nicht fest, da keine Vaterschaftsanerkennung durchgeführt wurde. Wenn das, mal als Beispiel, bis zum 15. Lebensjahr des Kindes nicht durchgeführt wurde; dann aber durch einen Vaterschaftstest (freiwillig oder per Verfügung) meine Vaterschaft nachgewiesen wird - muss ich dann für 15 Jahre rückwirkend die Unterhaltszahlungen leisten oder gibt es so etwas wie eine Verjährung?
Sollte es sie geben, muss ich diese geltend machen oder wird sie von Amts wegen berücksichtigt?

Besten Dank für ihre Antwort!

Gruß


Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage. Ich möchte sie sogleich unter Berücksichtigung Ihrer Informationen wie folgt summarisch beantworten.

Nach § 1613 Abs. 2 Nr. 2 BGB kann Unterhalt auch rückwirkend verlangt werden, wenn der/die Berechtigte an der Geltendmachung aus rechtlichen Gründe gehindert war. Paradefall dafür ist tatsächlich der Fall, dass die Vaterschaft erst nach der Geburt festgestellt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass dies auch im Grundsatz über Jahre hinweg verlangt werden kann. Allerdings ergibt sich aus dem Abs. 3 dieser Vorschrift, dass der Unterhalt nicht, nur in Teilbeträgen geschuldet oder gestundet wird, wenn eine grobe Unbilligkeit vorliegt. Dies wäre hier beispielsweise denkbar, wenn die Kindesmutter ohne nachvollziehbaren Grund die Vaterschaftsfeststellung grundlos über längere Zeit nicht betreibt. Im Grundsatz bleibt es aber bei der Pflicht, sodass Sie die Mutter wegen der Vaterschaft „ins Gebet“ nehmen sollten!

Ich hoffe, dass Ihre Fragen mithin beantwortet worden sind. Ansonsten stehe ich für Rückfragen im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-

Burgwedel 2006
mailabc@anwaltskanzlei-hellmann.de (entferne abc)

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2006 | 19:36

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort! Eine Nachfrage habe ich dann doch noch.
Wenn ich die Mutter ins "Gebet nehme", sie aber auf den Unterhalt verzichtet. Nützt mir eine schriftliche Bestätigung dieser Aussage etwas? Zumindest für die Vergangenheit? Oder muss ich weiter bangen, dass sie irgendwann doch auf mich zukommt?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2006 | 19:54

Ein Unterhaltsverzicht wäre zunächst unwirksam, da die Mutter nicht auf Kindesunterhalt verzichten kann.

Sie sollten aber eine klare Beweislage bzgl. der Vaterschaft schaffen, sodass später diese rückwirkende Unterhaltszahlung ausscheidet. Eine med. Feststellung wäre am sinnvollsten. Dann gilt der Regelfall, wonach ohne Verzug kein Unterhalt rückwirkend gezahlt wird.

mfg

RA Hellmann

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