Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vaterschaft-kompliziert


| 20.03.2007 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hi,

ein Mann ist mit Sicherheit der Vater eines 5 Monate alten Kindes.
Er ist mit der Kindsmutter nicht verheiratet.
D.h. sie hat das alleinige Sorgerecht.

Trennung erfolgt vor 2 1/2 Monaten.
Die Kindsmutter verweigert die Vaterschaftsanerkennung des
Vaters.
Dieser Klagt vor Gericht --> Vaterschaftsfeststellungsklage.
Das Gericht ordnet ein Blutgruppengutachten an.

Dieser Beschluß wird dem Anwalt der Mutter zugestellt.
Plötzlich ist die Mutter nirgends mehr auffindbar.
An der Meldeadresse hält sie sich nicht auf und Ihr Anwalt
(Prozessbevollmächtigter) weiß auch keinen Aufenthalt.
An der Meldeadresse kann auch keine Post zugestellt werden.

Mit Sicherheit will sie sich so der erfolgreichen Vaterschaftsannerkennung entziehen und damit das resultierende Umgangsrecht boykottieren.

Zu irgendwelchen Ämtern muß sie nicht und arbeiten auch nicht
da sie über Vermögen verfügt, welches wohl noch einige Jahre
reichen wird.

Wie kommt der vermeintliche Vater zu dem Gutachten,
wenn das Kind und seine aSR Mutter nicht auffindbar sind
und auch nicht willens? Da er ja nur durch die Vaterschaftsfeststellung auch ein Umgangsrecht hat.
(Ich weiß das er auch eines hätte als Bekannter o.Ä., aber dies
kreift hier nicht)

Sollte er Strafanzeige stellen oder Vermißtenanzeige?
Die Eltern wollen oder können keine Auskünfte erteilen.

Bitte nur fundierte Antworten mit realistischen Möglichkeiten und inwiefern vor allen Dingen Zwangsmaßnahmen ergriffen werden können (Blutabnahme gegen den Willen erzwingen etc.)und
wie die zeitliche Dauer bei einer komplett unwilligen Kindsmutter im schlimmsten Fall anzusetzen wäre. Gibt es in
so einem Fall Urteile? Oder bin ich der erste, dem soetwas
widerfährt?

Ich habe schon sehr viele § gelesen und bin gut informiert,
aber hier bin ich mit meinem Latein am Ende.
In einem Urteil habe ich gelesen, das bei Weigerung der Vater
als Annerkannt gilt bei Weigerung. Dieses bezieht sich allerdings auf einen Mann, der die Blutabnahme verweigert.

Ich hoffe Sie können helfen.
Ich weiß einfach nicht weiter und will endlich mein Kind sehen
und selbstverständlich auch meine Pflichten (KU, BU) erfüllen.
20.03.2007 | 12:05

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Die Blutabnahme kann gem. § 372a ZPO notfalls auch gegen den Willen der Kindsmutter durchgeführt werden. Hierzu ist es erforderlich, dass das Gericht die KM zu einem Untersuchungstermin förmlich lädt. Erscheint sie zu diesem Termin nicht, kann das Gericht gem. § 390 ZPO zunächst ein Ordnungsgeld und auch Ordnungshaft festsetzen. Führt auch dies zu keinem Ergebnis, kann unmittelbarer Zwang angeordnet werden, insbesondere die Vorführung der KM durch den Gerichtsvollzieher, ggf. sogar mit Hilfe der Polizei (§ 372a II ZPO).

Ist die zwangsweise Blutentnahme trotzdem nicht durchführbar, können wohl ebenfalls die Grundsätze der Beweisvereitelung angewandt werden, mit dem Ergebnis, dass die KM so behandelt wird, als hätte die Blutuntersuchung keine vernünftigen Zweifel an Ihrer Vaterschaft ergeben. In diesem Bereich scheint es zwar bisher tatsächlich nur Urteile zu geben, die die Weigerung des Vaters betreffen, es ist aber nicht erkennbar, warum das einen Unterschied machen sollte.

Vermisstenanzeige und Strafanzeige werden hier kaum weiter helfen. Das Verfahren wird sich mit Sicherheit länger hinziehen, schon deshalb weil immer wieder Fristen einzuhalten sind. Eine genaue Prognose ist aber nicht möglich, weil dies von zu vielen Faktoren abhängt.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2007 | 12:17

Sehr geehrte Frau Koch,

leider kann der Kindsmutter ja keine Post zugestellt
werden (wie beschrieben)...
Muß Ihr der Beschluß zugestellt werden oder reicht
es an den Anwalt,der sie nicht erreicht? (wie beschrieben)(Da ja sonst die Berufungsfrist erst
mit Zustellung bei der Mutter [wann auch immer?????]
zu wirken beginnen würde...) Sie würde sicher 5x Beruf einlegen...

Ich bin wirklich am Ende und meine Nachfragefunktion ist jetzt
leider auch weg...

Trotzdem tausend Dank, auch wenn Sie mir wenig Hoffnung machen und wieviele Jahre gehen dann wohl bei dem Umgangsverfahren ins Land? Ist es realistischer sich von dem Gedanken auf eine
gelebte Vater-Sohn Beziehung zu verabschieden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.03.2007 | 12:47

Sehr geehrter Fragesteller,

die Zustellung ist nicht das Problem. Beschlüsse werden dem Prozessbevollmächtigten zugestellt, solange dieser das Mandat nicht niederlegt, damit laufen dann auch die Fristen. Die Ladung zur Durchführung der Blutabnahme muss an die KM direkt zugestellt werden. Wenn dies nachweislich nicht möglich ist (was hier ja offenstichtlich schon amtsbekannt ist), kann die öffentliche Zustellung beantragt werden. Die Ladung wird dann einen Monat im Gericht ausgehängt und gilt anschließend als zugestellt. Auf diese Art und Weise könnte auch alles weitere zugestellt werden, falls der Prozessbevollmächtigte das Mandat doch noch niederlegen sollte oder auch später in einem etwaigen Umgangsverfahren. Wird unmittelbarer Zwang (Vorführung) angeordnet, bestehen auch realistische Chancen, dass die Polizei die KM aufspürt.

Ich denke daher schon, dass Sie relativ gute Aussichten haben, die Vaterschaft feststellen zu lassen und ein Umgangsrecht zu erstreiten.

Ob sich dies dann allerdings jemals in eine gelebte Vater-Sohn Beziehung umsetzen läßt, wage ich zu bezweifeln. Denn wie wollen Sie, trotz aller rechtlicher Möglichkeiten (auch hier gibt es Zwangsgeld, Zwangshaft etc.)den Umgang jemals praktizieren, wenn Sie vor jedem Kontakt die KM erst suchen (lassen) müssen?

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, aber es spricht leider vieles dafür, dass Sie am Ende zwar eine Zahlungsverpflichtung, aber trotzdem keine wirkliche Beziehung zu Ihrem Sohn haben werden.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich denke dies war nicht meine letzte Anfrage an Sie. Vielen Dank "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Gabriele Koch »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Ich denke dies war nicht meine letzte Anfrage an Sie. Vielen Dank


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht