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Vaterschaft enziehen und Umgangsrecht

| 22.02.2008 12:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,
ich habe einen 6 1/2 jährigen Sohn geboren 2001. Während der Schwangerschaft haben mein damailiger Lebensgefährte und ich uns gemeinsam entschlossen eine Vaterschaftsanerkennung seitens von ihm zu unterzeichnen und für ein gemeinsames Sorgerecht. Schon in der Schwangerschaft war uns beiden allerdings klar das er eventuell auch nicht der Vater sein könnte, da wir im Zeitraum der Zeugung uns kurz vorher getrennt hatten und es nicht sicher war.

Nun ja, als das Kind geboren wurde ist mein damaliger Lebenspartner (mit dem ich übrigens 11 Jahre zusammen war mit mehreren Unterbrechungen) wieder in seinen alten Lebensrythmus übergesprungen und hat uns also Kind und Mutter sehr vernachlässigt. Als mein Sohn 3 Jahre alt war (Anfang 2004) entschloss ich mich letztmalig (!!!) mich von meinem LP zu trennen, hier war seitens von ihm auch viel Alkohol im Spiel.

Ein halbes Jahr später (Mitte 2004 )lernte ich meinen heutigen Lebenspartner kennen. Anfangs wohnten wir getrennt, allerdings zogen wir dann letztendlich 1 1/4 Jahre später zusammen (Ende 2005). Seitdem führen wir ein sehr harmonisches Familienleben, was mein Sohn aus früheren Zeiten überhaupt nicht kannte.

Schon beim damaligen Zeitpunkt der Trennung habe ich meinen Ex darauf angesprochen das eine Klärung der Vaterschaft notwendig sei, da jeder Mensch ein Recht darauf hat zu wissen woher seine Wurzeln stammen. Und ich zu gegebener Zeit meinem Sohn erklären muss, ich denke den Zeitpunkt werde ich als Mutter selbst bestimmen.

Daraufhin stieß isch auf taube Ohren. Er tat so wie wenn es ihn nicht interessierte, also mein Ex. Trotz allem habe ich ihm bis zum letzten Jahr das Besuchrecht eingeräumt. Er hat alle 14 Tage meinen Sohn bei uns von Freitag abend abgeholt und Samstags wieder zurückgebracht. Nun fragen Sie sich bestimmt jetzt schon wieso so kurz??), Nun es kam sehr oft vor das mein Sohn gar nicht mit meinem Ex mitwollte und sich an meinen neuen Lebenspartner seine Beine geklammert hat und fürchterlich geweint hat. Auch verstand sich mein Sohn nicht mit meinem Ex seiner neuen Freundin. Hier musste im Urlaub 2006 (immer zu Pfingsten konnte mein Ex zwei Wochen mit meinem Sohn in Urlaub gehen) bei dem sie auch dabei war was vorgefallen sein.

Zeitgleich musste ich auf Anraten der Kindergärtnerin und meinem Arzt eine einzel Ergotherapie mit meinem Sohn besuchen die sich dann über 1 1/2 Jahre erstreckte, da er im Kinderagarten wegen agressivem Benehmen und diversen anderen Dingen negativ auffalen würde.

Ich versuchte immer wieder um Klärung der Vaterschaft zu bitten und um seine Einwilligung, er jedoch wehrte sich mit Händen und Füßen.

Immerwieder kam es auch vor das mein Sohn uns von ihm aus anrief und heimwollte. Wir (als mein LP und ich) haben immer versucht meinen Sohn dazu zu stärken zu meinem Ex zu gehen und auch versucht immer seine neue Freundin als eine gute Person hinzustellen. Hier wurde es aber seitens von meinem Sohn immer schlimmer und seine Abwehrhaltung zum Ex zu gehen immer größer. Zum Schluss bat ich meinen Sohn als er dann nicht mehr zum Ex wollte selbst anzurufen und abzusagen, da ich nicht wollte das man über mich sagt das ich das Kind negativ beeinflussen würde.

Die "Absagtelefonate" wurde immer häufiger und der Druck wurde für meinen Sohn immer größer, und zum Schluss habe ich dann doch die Sache selbst in Griff genommen und versucht es meinem Ex zu erklären, dass das Kind nicht mehr wolle. In dieser Zeit wollte mein Sohn schon gar nicht mehr ans Telefon wenn es schon klingelte: Mama ned rangehen das ist bestimmt .....(Ex)!

Als ich dann letztes Jahr wieder ihn um Klärung der Vaterschaft bat und er dies wieder und wieder verweigerte und sich immer wieder neue Ausreden einfallen lies wieso nicht, bin ich zum Rechtsanwalt.

Zeitgleich hat er aber auch durch seinen Rechtsanwalt ein Prozessantrag wegen Umgangsrecht beantragt, denn er sah in der Zwischenzeit meinen Sohn gar nicht mehr weil mein Sohn nicht hin möchte und ich ihm keine weitere seelische Verletzungen hinzufügen wollte.

In der Zeit blühte mein Sohn regelrecht auf, kein Wunder er wurde mit dieser "Ich-will-Vater-sein-und-habe-meine-Rechte-Problematik" nicht mehr konfrontiert. Er sprach selten über ihn und wenn dann nur in Abwehrhaltung das er da auf gar keinen Fall mehr hinwolle zu ihm. In der Zischenzeit ist er sehr gut in der Schule und gehört zu einen der Besten.

Ein Monat vor Prozesstag hat er durch seinen Rechtsanwalt dann endlich zu einer genetischen Abstammungsuntersuchung zugestimmt. Hier verlangte er dass sein Rechtsanwalt als Zeuge mitsolle, da ich eine getrennte Untersuchung von ihm und Kind haben wollte, und er mir nicht vertraute -dachte wohl ich bringe das falsche Kind mit!!!-. Und eine Woche vor dem Prozess kam das Ergebniss das der Putativvater ausgeschlossen sei.

Am Prozesstag kam der Richter wohl schon mit seinem Urteil in der Hand in den Sitzungssaal. Mein Ex hat eine Vaterschaftsanerkennung unterschreiben und er ist der Vater, unbeachtet dass die genetische Abstammungsuntersuchung (gemäß allen Richtlinien) vorlag. Er räumte meinen Ex ein Besuchsrecht einmal im Monat von Fr-So ein, mit einer Festlegung welches WE es immer sein sollte. Zu meiner Begründung, dass mein Kind aber nicht zu ihm wolle auf Grund der Vorkommnisse der Vergangenheit meinte er nur ich wäre wohl eine Mutter die sehr auf ihren Sohn hören würde und wenn mein Sohn heut heimkommen würde und zu mir sagen würde Mama ich möchte aber ab morgen nicht mehr in die Schule, dann höre ich wohl auch auf mein Kind und würde nachgeben. Weitere diverse Kommentare seitens dem Richter wurden gemacht auf die ich hier nicht eingehen möchte.

Auf jeden Fall wurde beschlossen dass mein Sohn im nächsten Monat zu ihm muss und alles andere interessierte ihn nicht. Nun steheh ich vor dem Problem:

-wie erkläre ich meinem Sohn dass vor Gericht beschlossen wurde dass er zu meinem Ex gehen muss, ohne negaitv auf ihn zu wirken??

-im Prinzip zwingt mein Ex nun mein Kind zu ihm zu gehen, darf ich aber so nicht sagen oder??

-wie kann ich meinem Ex die Vaterschaft entziehen?? Ist das so einfach??

-wie kann es für mich und meinem Sohn weitergehen ohne dass mein Kind wieder seelisch verletzt wird??

......denn ich bin es in der Zwischenzeit; und schlafe kaum noch nachts!! Bloss weil ein Mensch meint er hat Rechte und nicht das Wohl des Kindes sieht!!

Vielen Dank im voraus!

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Am besten wäre es, wenn Sie versuchen, Ihrem Sohn seinem Alter entsprechend darzulegen, dass ein Gericht entschieden hat, dass er einmal im Monat zu seinem Vater muss. Versuchen Sie dabei auch, ihm zu vermitteln, warum ein Gericht darüber entscheiden darf und warum man diese Entscheidung befolgen muss. Vermeiden Sie dabei jegliche Beeinflussung des Kindes, welche das Verhältnis zum Vater verschlechtern würde. Auch sollten Sie – wie Sie erkannt haben – vermeiden zu sagen, dass der Vater das Kind zwingt, zu ihm zu gehen.

Die Entziehung der Vaterschaft ist für Sie nicht mehr möglich.
Nachdem Ihr Ex mit Ihrer Zustimmung die Vaterschaft anerkannt hatte, war die Anfechtung nur noch innerhalb von zwei Jahren möglich. Somit ist eine Anfechtung nicht mehr möglich. Auch das genetische Gutachten vermag hieran nichts ändern. Denn Sie sind ja von Anfang an davon ausgegangen, dass Ihr Ex nicht der genetische Vater ist. Somit sind durch das genetische Gutachten keine neuen Tatsachen bekannt geworden, die die Anfechtungsfrist in Gang setzen könnten.
Allerdings besteht für den biologischen Vater die Möglichkeit, die Vaterschaft anzufechten, wenn er bisher noch nichts davon wusste, bzw. seine Kenntnis weniger als zwei Jahre zurückliegt. Eine Verpflichtung hierfür besteht für den genetischen Vater allerdings nicht.
Schließlich besteht noch für Ihr Kind die Möglichkeit mit Erreichen der Volljährigkeit, die Vaterschaft anzufechten.

Zum weiteren Vorgehen ist Folgendes zu sagen:
Gegebenenfalls besteht noch die Möglichkeit der Berufung oder der Revision gegen das Urteil. Dies ist der Fall, wenn Ihnen das Urteil noch nicht zugestellt wurde oder wenn der Zeitpunkt der Zustellung weniger als einen Monat zurückliegt. Dadurch kann das Urteil geändert werden. Berufung und Revision können allerdings nur durch einen Rechtsanwalt eingelegt werde.
Besteht die Möglichkeit der Berufung oder der Revision nicht mehr, können Sie dennoch beim Familiengericht einen Antrag auf Neuregelung des Umgangsrechtes stellen, wenn das Kindswohl durch den Umgang gefährdet ist. Dies müssen Sie allerdings nachweisen. Hilfreich ist hier z.B. ein psychologisches Gutachten, was im Rahmen eines Gerichtsverfahrens als Beweismittel beantragt werden kann.

Aber, um Ihre und die Interessen Ihres Kindes optimal durchzusetzen, empfehle ich dringend die Konsultation eines Rechtsanwaltes, auch wenn Sie den Antrag auf Neuregelung des Umgangsrechtes ohne anwaltliche Hilfe stellen könnten.

Ich hoffe, daß meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 22.02.2008 | 13:48

Nun das ist alles schon klar. Für mich ist es jedoch nicht ersichtlich wieso ihm die Vaterschaft nicht entzogen werden kann. Ich könnte doch als Erziehungsberechtigte im Auftrag meines Sohnes eine Anfechtung der Vaterschaft erwirken und seine Unterschrift - die ich wahrscheinlich dann hierzu benötige ?- durch richterlichen Beschluss erwirken.
Anschließend wäre er nicht mehr der Vater! Oder stimmt das nicht?
Liebe Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.02.2008 | 14:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie ich oben bereits geschrieben habe, können Sie die Vaterschaft nicht mehr anfechten.
Die Frist für die Anfechtung einer Vaterschaft beginnt grundsätzlich dann, wenn der Anfechtungsberechtigte, Sie, Kenntnis von Tatsachen erhält, die das bestehen der genetischen Vaterschaft zweifelhaft erscheinen lassen. Diese Kenntnis hatten Sie schon von Anfang an. Da in ihrem Falle die Vaterschaftserklärung – der Sie zugestimmt haben – erst später vorgenommen wurde, begann die Frist erst mit dieser Erklärung zu laufen.
Die Frist beträgt zwei Jahre. Somit ist Sie jedenfalls schon abgelaufen.
Für Ihr Kind, als Vertreterin, können Sie die Vaterschaft nicht anfechten. Denn da Sie schon zum Zeitpunkt der Geburt gesetzliche Vertreterin ihres Kindes waren, muss sich Ihr Kind auch Ihre Kenntnis zurechnen lassen. Demnach besteht die Anfechtungsmöglichkeit für Ihr Kind – wie ich bereits geschrieben habe – erst wieder mit achtzehn Jahren.

Würde eine Anfechtungsmöglichkeit irgend einer Art bestehen, hätte ich Ihnen diese in der ursprünglichen Antwort genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


1600 b BGB Anfechtungsfristen
(1) Die Vaterschaft kann binnen zwei Jahren gerichtlich angefochten werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen; das Vorliegen einer sozial-familiären Beziehung im Sinne des § 1600 Abs. 2 erste Alternative hindert den Lauf der Frist nicht.
(2) Die Frist beginnt nicht vor der Geburt des Kindes und nicht, bevor die Anerkennung wirksam geworden ist. In den Fällen des § 1593 Satz 4 beginnt die Frist nicht vor der Rechtskraft der Entscheidung, durch die festgestellt wird, dass der neue Ehemann der Mutter nicht der Vater des Kindes ist.
(3) Hat der gesetzliche Vertreter eines minderjährigen Kindes die Vaterschaft nicht rechtzeitig angefochten, so kann das Kind nach dem Eintritt der Volljährigkeit selbst anfechten. In diesem Falle beginnt die Frist nicht vor Eintritt der Volljährigkeit und nicht vor dem Zeitpunkt, in dem das Kind von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen.
(4) Hat der gesetzliche Vertreter eines Geschäftsunfähigen die Vaterschaft nicht rechtzeitig angefochten, so kann der Anfechtungsberechtigte nach dem Wegfall der Geschäftsunfähigkeit selbst anfechten. Absatz 3 Satz 2 gilt entsprechend.
(5) Erlangt das Kind Kenntnis von Umständen, auf Grund derer die Folgen der Vaterschaft für es unzumutbar werden, so beginnt für das Kind mit diesem Zeitpunkt die Frist des Absatzes 1 Satz 1 erneut.
(6) Der Fristablauf ist gehemmt, solange der Anfechtungsberechtigte widerrechtlich durch Drohung an der Anfechtung gehindert wird. Im Übrigen sind die für die Verjährung geltenden Vorschriften der §§ 206, 210 entsprechend anzuwenden.

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Anschließend wäre er nicht mehr der Vater! Oder stimmt das nicht?
Liebe Grüße "
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