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Vaterschaft amtlich abklären lassen

11.04.2012 21:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte(r) Herr/Frau Anwalt,

ich habe von der Kindsmutter erfahren müssen dass ich nicht der Vater meines Sohnes bin. Mein Sohn ist nun 17 Jahre alt und wird im Oktober 18.

Die Umstände sind ein wenig verworren, daher muss ich ein wenig ausholen. Ich kann nicht wissen welche Fakten für Sie wichtig sind und welche es nicht sind. Darum ist es eventuell ein wenig ausführlich.

Am besten ich fange mal vorne an zu erzählen.
Vor 18 Jahren machte ich eine weibliche Bekanntschaft in einer Bar. Sie gab mir einen Drink nach dem anderen aus und wir landeten bei ihr zuhause im Bett. Erinnerung daran habe ich keine. Ich war damals sehr betrunken. Am Morgen verließ ich ihr Haus mit einem riesigen Kater und die Sache war - sowohl für sie als auch für mich - damit erledigt.

Ungefähr ein Jahr später meldete sich diese Frau und erklärte mir dass ich der Vater ihres Sprösslings sei und ich die Vaterschaft anerkennen soll. Ich war damals mehr als skeptisch und vereinbarte mit ihr ein Treffen bei dem ich mir den Knaben mal ansehen wollte. Es kam zu dem Treffen. Da ich mir beim Anblick des Säuglings einbildete eine Ähnlichkeit mit Babyfotos von mir zu erkennen, verzichtete ich aus Kostengründen auf eine medizinische Abklärung und erkannte die Vaterschaft beim Jugendamt an. Ich war damals davon überzeugt der Vater zu sein.

Im darauf folgenden Jahr ging ich so gut es ging einmal im Monat bei ihm vorbei um ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen und brachte auch meistens gleich den Unterhalt für ihn in Bar für seine Mutter mit. So gut es ging eben. In dieser Zeit war ich nämlich arbeitslos und hatte oft kein Geld für den Unterhalt. So um die 100 Euro bekam ich aber immer zusammen. Manchmal auch ein wenig mehr. Die Mutter des Kindes hatte aber dafür Verständnis und drängte mich nicht mehr zu bezahlen. Soweit ich das beurteilen kann stand sie finanziell gut da.

Nach ungefähr zwei Jahren hatte die Mutter des Kindes eine neue Beziehung und schlug mir vor ganz auf den Unterhalt zu verzichten, wenn ich im Gegenzug dazu bereit wäre mich komplett aus dem Leben des Kindes zurück zu ziehen. Sie wollte das Kind in dem Glauben aufwachsen lassen dass ihr Lebensgefährte der Vater ist. Dabei würde ich nur stören. Geld hätten sie genug und daher wäre sie nicht auf den Unterhalt angewiesen. Da ich sowieso nicht so recht wusste wie ich den Jungen in meinem Leben integrieren sollte, ließ ich mich dazu überreden und stimmte zu. Außerdem musste ich erst mal mein eigenes Leben auf die Reihe kriegen. Damals hatte ich nicht einmal einen eigenen Wohnsitz und jede Menge anderer Probleme. Heute kann ich darüber lachen, aber damals war das für mich eine sehr schlimme Zeit und bin froh heute fest im Sattel zu sitzen.

Ich hörte viele Jahre nichts von ihr. Sie hielt sich an ihre Abmachung keinen Unterhalt zu fordern. In all den Jahren machte ich mir allerdings immer Vorwürfe, denn schließlich gab es da einen Sprössling von mir von dem ich rein gar nichts wusste. Sehr oft spielte ich mit dem Gedanken irgendwie mit ihm Kontakt aufzubauen damit man sich wenigstens mal kennenlernt. Dazu gekommen war es aber nie. Die Kindsmutter hatte mal erzählt dass er meinen Namen auf einer Geburtsurkunde gelesen hat und da ein wenig neugierig wurde. Er war da schon ein Teenager. Da hat sie ihm erzählen müssen dass ich sein Vater bin. Seit dem weiß er dass es mich gibt. Mehr aber auch nicht.

Ein paar Jahre vergingen und ich dachte immer seltener an den Jungen. Dann kam das erste merkwürdige Ereignis. So um das Jahr 2000 herum hatte die Polizei mit mir Kontakt aufgenommen. Sie wollten gerne dass ich einen Vaterschaftstest mache, weil sie davon ausgehen dass ich nicht der Vater des Kindes bin. Wie sie darauf kommen würden wollten sie mir nicht verraten. Nur dass sie gegen die Kindsmutter ermitteln würden und dass es etwas mit dem Ausländerrecht zu tun hätte. Die Kindsmutter kommt aus einem osteuropäischen Land sollte ich hier wohl erwähnen. Ich stimmte dem Test zu, solange ich die Kosten nicht tragen müsse. Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass ich der Vater des Jungen sei. Allerdings gefiel mir der Gedanke Sicherheit zu bekommen. Nur die hohen Kosten schreckten mich ab. Daher forderte ich die Polizei auf den Test doch einfach anzuordnen, oder wenigstens mir schriftlich zu bestätigen dass ich die Kosten nicht tragen müsse. Unter diesen Voraussetzungen wäre ich gerne bereit einen Test zu machen. Ein Vaterschaftstest kostete zu dieser Zeit noch um die 2.000,- EUR was für mich in dieser Zeit ein Vermögen war und ich hatte keinerlei Einkommen. Leider scheiterte es daran dass ich die Kostenübernahme nicht bestätigt bekam. Angeordnet wurde er auch nicht. Es kam also damals nicht zu dem Test. Es passierte also gar nichts. Dieser Zwischenfall geriet bei mir wieder in Vergessenheit.

Dann vergingen wieder viele Jahre ohne jeglichen Kontakt zu dem Jungen oder der Kindsmutter. Ab und an kam die Erinnerung an den Jungen mit einem schlechten Gewissen. Ich kam mir schäbig vor mich nicht um ihn zu kümmern. Kontakt nahm ich keinen auf. Die Situation änderte sich erst vor ein paar Wochen als eine Schreiben von einem Jobcenter kam. Darin ging es um Leistungen nach ALG II für den Jungen und ich wurde aufgefordert meinen Unterhalt berechnen zu lassen. Über das Schreiben freute ich mich, auch wenn das merkwürdig klingt. Für mich war es der richtige Anlass mich wieder ins Spiel zu bringen und so meinen Sohn mal kennen zu lernen. Darin sah ich meine Chance einen Anfang mit ihm zu finden. Da meine finanzielle Situation mittlerweile schon viele Jahre sehr stabil ist würde mir das auch nicht unbedingt weh tun für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

Daher kontaktierte ich den Jobcenter und schlug ihnen vor die bereits geleisteten Gelder zurück zu zahlen und mich persönlich um den Lebensunterhalt des Jungen zu kümmern. Ich sagte zu in Höhe des maximalen Unterhalts in seiner Altersstufe freiwillig zahlen, wenn nötig auch mehr. Der Jobcenter ließ sich darauf ein. Also überwies ich den geforderten Betrag von 1.560,- Euro und nahm Kontakt zur Kindsmutter auf um sie in meine Planung einzubeziehen und um einen Termin für ein erstes Treffen mit dem Jungen zu vereinbaren. Den Unterhalt für ein Jahr im Voraus wollte ich gleich in Bar mitbringen. Bei diesem ersten Kontakt erfuhr ich auch dass der damalige Lebenspartner schon lange nicht mehr aktuell war und schon einige weitere gescheiterte Beziehungen folgten. Einmal auch eine Heirat die momentan vor Gericht geschieden wird.

Ich erklärte ihr dass ich die Leistungen zurückbezahlt hatte und dass ich den Jungen gerne sehen wolle. Auch dass ich ihm finanziell unter die Arme greifen werde um die verlorene Zeit wieder gut zu machen. Ich dachte über solch eine Nachricht würde sie sich freuen. Weit gefehlt. Sie fuhr mich gleich an wie eine Furie, dass das überhaupt nicht in Frage kommen würde. Auf keinen Fall würde sie zustimmen dass ich den Jungen sehen könne. Davon ließ ich mich aber nicht beeindrucken und entgegnete dass er in ein paar Monaten volljährig ist und dann würde ich ihre Zustimmung gar nicht mehr brauchen. Ich sagte ihr, sie solle sich nicht so anstellen, denn schließlich ist es auch mein Sohn. Er hat ein Recht seinen eigenen Vater kennen zu lernen.

Dann kam es:
Sie sagte mir das ich nichts mit dem Jungen zu tun hätte und auch nicht sein Vater wäre. Daher hätte ich mich aus seinem Leben raus zu halten. Sie erzählte mir dass ich niemals mit ihr geschlafen habe. Damals bei der besagten Nacht wäre ich im Bett betrunken eingeschlafen. Zum Sex kam es nie. Als ich sie fragte warum sie mich dann damals die Vaterschaft anerkennen ließ, legte sie einfach den Hörer auf. Bei erneuten Versuchen sie anzurufen ging sie nicht mehr an das Telefon.

Einen Tag später hatte ich sie dann endlich wieder erreicht. Ich erklärte ihr dass ich das nun geklärt haben möchte. Auf offiziellem Weg mit einem Vaterschaftstest. Vor allem wolle ich wissen ob ich mir all die Jahre völlig umsonst ein schlechtes Gewissen eingeredet habe.

Daraufhin fing sie an zu weinen und flehte mich an dass ich das nicht machen solle. Das wäre jetzt ein ganz ungünstiger Zeitpunkt weil sie doch gerade in der Scheidung stecke. Was das mit der Scheidung zu tun hat ist mir allerdings schleierhaft. Jedenfalls bot sie mir an dass sie mir meine Unkosten die ich bereits an den Jobcenter überwiesen hatte zurück erstatten würde. Alles worum sie mich bitten würde wäre noch ein paar Monate zu warten. Dann wäre auch die Scheidung über die Bühne. Dann wäre es für sie in Ordnung die Vaterschaft von Amtswegen ändern zu lassen.

Dumm wie ich war ließ ich mich breit schlagen noch zu warten wegen der Scheidung. Das Geld hat sie natürlich nicht überwiesen. Auch jetzt noch nicht. Die Ausflüchte darüber ändern sich von Telefonat zu Telefonat. Doch meistens geht sie gar nicht ans Telefon. Es vergehen immer mehrere Tage bis ich sie wieder erreiche.

Das Geld ist aber letztlich egal. Darum geht es gar nicht. Ich möchte das jetzt geklärt haben ob er mein Sohn ist oder nicht. Ein für alle Mal. Ich will Klarheit in dieser Angelegenheit. Von mir aus kann sie das Geld behalten.

Meine Fragen:
Wie muss ich vorgehen um die Vaterschaft endgültig und amtlich abklären zu lassen?
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?


Mit freundlichen Grüßen
11.04.2012 | 23:26

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Sie können gem. § 1600 Abs. 1 Nr. 1 BGB die Vaterschaft anfechten. Die Anfechtung ist nur möglich innerhalb von zwei Jahren, nachdem Sie von den Umständen erfahren haben, die gegen Ihre Vaterschaft sprechen, hier also nachdem Ihnen die Kindesmutter eröffnet hat, Sie seien nicht der Vater.

Im Anfechtungsverfahren sind Sie beweisbelastet. D. h. wenn Ihnen der Beweis nicht gelingen sollte, daß Sie nicht der leibliche Vater sind, würden Sie gesetzlich weiterhin als Vater gelten.

Für das Anfechtungsverfahren zuständig ist das Amtsgericht – Familiengericht –, das für den Wohnort des Kindes örtlich zuständig ist.

Sie müssen sich dort durch einen Anwalt vertreten lassen.

Die Gerichtskosten betragen 146,00 €, die Kosten für den Anwalt betragen ca. 420 €. Dies richtet sich nach dem Gegenstandswert, der für Abstammungssachen in der Regel 2.000 € beträgt. Das Gericht kann aber auch einen höheren Gegenstandswert festsetzen, mit der Folge, daß sich die Gerichts- und Anwaltskosten erhöhen.

Auch bei einer erfolgreichen Anfechtung müssen Sie Ihre Anwaltskosten selbst tragen, die Gerichtskosten werden auf Mutter, Kind und Sie zu je 1/3 verteilt.

Sie können – wenn Ihr Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, um die Kosten zu tragen – Verfahrenskostenhilfe beantragen.

Bevor Sie die Vaterschaft gerichtlich anfechten, sollten Sie einen Vaterschaftstest durchführen lassen. Zum einen, weil Sie dadurch Gewißheit haben, zum anderen, weil auch ein außergerichtlich durchgeführter Vaterschaftstest als Beweismittel anerkannt werden kann. Letzteres steht aber im Ermessen des Gerichts.

Wenn die Kindesmutter bzw. das (volljährig gewordene) Kind sich weigern, bei einer solchen genetischen Untersuchung mitzuwirken, können Sie mit einem gerichtlichen Vaterschaftsklärungsantrag diese dazu zwingen (§ 1598a Abs. 1 BGB). Für einen solchen Antrag fallen allerdings dieselben Kosten wie oben an (Gericht: 146 €, Anwalt: ca. 420 €).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Vasel, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2012 | 07:25

Sie schreiben dass das Gericht den Vaterschaftstest anerkennen kann als Beweismittel und das die Beweislast bei mir läge.

Ich ging davon aus, dass ich diesen Test über das Gericht erzwingen kann und dieser dann als Beweis ausreicht. Natürlich vorausgesetzt es geht dann daraus hervor dass ich nicht der Vater bin.

Ich rechne nicht mit Kooperation seitens der Mutter. Im Gegenteil. Ich rechne eher damit dass sie alles abstreitet und sogar vor Gericht lügen würde. Daher wollte ich eine solche Diskussion vor Gericht gleich mit dem Test erschlagen. Dann gibt es nichts mehr abzustreiten.

Benötige ich noch andere Beweise ausser dem Test? Kann ich nicht gleich einen Vaterschaftsklärungsantrag nach 1598a Abs. 1 BGB stellen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2012 | 20:25

Sehr geehrter Fragesteller,

Wenn die Mutter bzw. das volljährig gewordene Kind nicht kooperieren, können Sie einen Vaterschaftsklärungsantrag nach 1598a Abs. 1 BGB stellen. In diesem Verfahren kann ein Vaterschaftstest bzw. die Mitwirkung daran erzwungen werden. Beachten Sie aber bitte, daß Sie außerdem die Vaterschaft anfechten müssen, um nicht mehr gesetzlicher Vater zu sein! Daß eine Vaterschaftsklärung ergibt, daß Sie nicht der leibliche Vater sind, ändert noch nichts an der gesetzlichen Vaterschaft, die Sie seinerzeit anerkannt hatten.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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