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Vater kürzt Kindesunterhalt


31.01.2018 12:53 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Guten Tag,
der Vater meines Sohnes (19 Jahre) ist bisher seinen Unterhaltverpflichtungen nachgekommen.
Unser Sohn hat im April Abitur gemacht und wird sich die nächsten vier Monate im Ausland aufhalten (Work & Travel).
Nun hat mein Exmann meinem Sohn erklärt, dass er ihm während der Zeit weniger Unterhalt zahlen wird, weil unser Sohn ja auch lernen soll, alleine klar zu kommen.
Zu Zeit überweist mein Sohn den Unterhalt an mich weiter. Er wohnt bei mir uns ich zahle auch alle anfallenden Kosten für ihn.
Unser Sohn konnte mit dem Gesagten seines Vaters nicht viel anfangen und hat es mir erzählt. Auf meine Nachfrage hin, dass unser Sohn das wohl falsch verstanden hätte, hat er mir nur gesagt, dass er es mit ihm besprochen hätte und es mich nichts angehe.
Für den kommenden Monat hat er ihm 362,00 Euro weniger überwiesen.

Meine Frage ist jetzt, ob das korrekt ist? Kann der Vater einfach den Unterhalt kürzen? Und falls nicht, wie kann mein Sohn vorgehen, um an seinen vollen Unterhalt zu kommen?

Herzliche Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, insbesondere da sich mit dem Ablegen des Abiturs und der Volljährigkeit des Sohnes Änderungen im Hinblick auf die Unterhaltszahlung des Vaters ergeben.
Zunächst ist mit Eintritt der Volljährigkeit der Sohn verantwortlich, um seine Unterhaltsansprüche gegenüber den Eltern geltend zu machen. Dies bedeutet, nachdem der Sohn auch seine schulische Ausbildung beendet hat, ist er nicht mehr privilegiert im Sinne des Unterhaltsrechts und kann insofern nunmehr Unterhalt von beiden Elternteilen verlangen. Dies hat auch zur Folge, dass der Kindesvater eine neue Unterhaltsberechnung verlangen kann, da gegebenenfalls die Kindesmutter auch unterhaltspflichtig gegenüber dem Kind ist und sich der gemeinsame Unterhalt anhand des Einkommens der Eltern aufteilt.
Es kann also sein, dass der Unterhaltsanspruch in der ehemaligen Höhe des Sohnes gegen den Vater gar nicht mehr besteht.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass, wenn der Sohn nicht im Anschluss an seine schulische Ausbildung eine Berufsausbildung aufnimmt, ein Unterhaltsanspruch möglicherweise bis zur Aufnahme einer Berufsausbildung nicht mehr bestehen kann. Dies gilt nur dann nicht, wenn zum Beispiel eine notwendige Wartezeit bis zum Start der Berufsausbildung besteht oder anderweitige Dinge zur Vorbereitung der Berufsausbildung, wie zum Beispiel Praktika durch den Sohn ausgeübt werden.
Zudem ist Einkommen, welches er möglicherweise im Rahmen seiner Reisen nunmehr erhält, auch auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen.
Daher wäre vorliegend die Neuberechnung des Unterhalts naheliegend unter Berücksichtigung der oben genannten Situation oder ein entsprechend klärendes Gespräch mit dem Vater unter Darstellung seiner beruflichen Ausbildung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2018 | 11:37

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Seit dem 18. Geburtstag zahlen schon beide Elternteile Unterhalt.
Im Rahmen der Reise wird er Arbeit gegen Kost und Logis tauschen, so dass kein Einkommen zu erwarten ist.
Ein Gespräch wurde vom Vater verweigert.
Daher möchte das Kind eine Vollmacht an die Mutter ausstellen, damit sie seine Unterhaltsansprüche an den Vater weiterverfolgen kann, wenn das Kind auf Reisen ist. Eine Neuberechnung wäre wünschenswert, wurde bisher vom Vater aber abgelehnt.
Meine Frage: Gibt es bestimmte Richtlinien, die bei einer Vollmacht dieser Art eingehalten werden müssen? Beziehungsweise eine Vorlage?

Herzlichen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.02.2018 | 12:08

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch das Entgelt aus der Arbeit wird grundsätzlich aus Einkommen anzusehen sein, da ja gerade in dem Einkommen bzw. in den Unterhaltsbeträgen diese Kosten für Ernährung und Unterbringung enthalten sind.

Insofern dürfte sich hier auch eine entsprechende Anrechnung ergeben.

Grundsätzlich ist die Erteilung einer Vollmacht an die Kindesmutter möglich, damit Sie die Unterhaltsansprüche des Kindes geltend macht, auch wenn der volljährig ist.

Die Vollmacht kann einfach schriftlich formuliert werden und könnte wie folgt lauten:

Hiermit bevollmächtigte ich

Name und Anschrift und Geburtsdatum des Sohnes

Frau, Name und Anschrift und Geburtsdatum der Kindesmutter

Mit der Geltendmachung meiner Unterhaltsansprüche gegenüber Name und Anschrift des Vaters.

Ich ermächtige Frau ..... insbesondere hier alle außergerichtlichen und gerichtlichen Schritte vorzunehmen, um Auskunft über die zur Unterhaltsberechnung notwendigen Einkünfte einzuholen, den Unterhalt zu berechnen und gegebenenfalls daraus sich ergebende Unterhaltsansprüche geltend zu machen.

Dann sollte die Vollmacht durch den Sohn unterzeichnet werden.

Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie damit auch möglicherweise als Vollmachtnehmer befangen sind, da Sie auch selbst von den Unterhaltsansprüchen des Sohnes betroffen sind und einen entsprechenden Anteil zu leisten haben, Sie selbst auch auskunftsverpflichtet gegenüber dem Vater und dem Sohn sind im Hinblick auf ihre Einkünfte.

Dies kann dann durchaus zu Problemen innerhalb eines gerichtlichen Verfahrens führen oder auch bereits außergerichtlich, wenn bestimmte Interessen kollidieren.

Ich hoffe, dass ich auch ihre Nachfrage hilfreich beantwortet habe und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt


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