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Vater interessiert sich nur sporadisch, kann ich das alleinige Sorgerecht bekommen?

03.09.2008 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Bastian


Folgender Sachverhalt:

Mein Exmann kümmerte sich seid der trennung 2005 nur spärrlich um das gemeinsame Kind. Das erste jahr garnicht,Begründung seinerseids: er hat eine freundin 300 km weit weg.. es sei ihm wichtiger sie zu sehen. Dann forderte er Umgangstage die ich ihn gewährte die er aber nie einhielt sondern das Kind an diesen tagen bei seinen Eltern abgab.Dann wollte er ihn wieder nicht und dann wieder doch, was beziehungsabhängig war..also immer wenn er eine freundin hatte verlor er das Interesse ..hatte er eine neue in aussicht nahm er das Kind zum vorführen mit und das war es dann.Er kümmerte sich offiziell sehr rührend um die Kinder seiner Freundinnen aber nie um seins.. nach drei jahren dieser Spielchen forderte ich ihn auf damit aufzuhören und richtig vater zu sein.Es ginge einfach nicht das er sich nicht kümmert mit der begründung das Kind nervt. Jedenfalls stellte ich ihn vor die Wahl.. entweder ordentlich alle 14 tage oder garnicht mehr und wir regeln das gerichtlich. darauf die antwort ich solle ihm am arsch lecken (endschuldigung)
Nun habe ich seid längerer zeit vor wieder in meine heimat zu gehen (700 km) welches er auch sofort unterschrieb und mir sämtliche Vollmachten gab, Weiterhin vermerkte er per mail: er wünsche keinen Kontakt mehr zu uns und wir sollen aus seinem Leben verschwinden.
Vor zwei Tagen rief er mich an und wollte den Kleinen sehen da er ihn ja nie wieder sehen würde, ich verweigerte dies zum Teil (sehen ja abe rnicht mitnehmen)mit der begründung das er sich jetzt 3 Monate nicht gemeldet hat und wir in wenigen tagen umziehen sei es für das Kind eher verwirrend als förderlich. Und er könne seinen Umgang auch wahrnehmen bei 700 km entfernung ,denn schließlich habe er ja auch mit mir bei 700 km entfernung eine beziehung aufbauen können und eine familie gründen.Darauf antwortete er : seine eltern wollen das Kind nochmal sehen worauf ich meinte: sie können herkommen . er meinte aber: sie wollen nicht. damit war das gespräch beendet
Meine Frage: kann er mir rein rechtlich jetzt noch die letzten tage schaden?
Hätte ich ihm das Kind geben müssen ?
Wie sieht es mit dem Sorgerecht aus, habe ich Erfolgschancen auf das alleinige
P.s: er schrieb viele mails in denen er zu verstehen gab das kein Interesse besteht und er mich auch nicht sehen will..grund ist nicht bekannt.

Vielen Dank für ihre Antwort

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Sofern Sie fragen, ob Ihr Exmann Ihnen die letzten Tage in Ihrer alten Heimat noch schaden kann, halte ich dies für ausgeschlossen.
Aufgrund des bestehenden gemeinsamen Sorgerechts hatte Ihr Exmann grundsätzlich einen Anspruch auf Umgang mit dem Kind, wobei nach den Umständen des Einzelfalles zu entscheiden ist, ob dieser nur begleitet stattfinden darf bzw. sollte.

Grundsätzlich könnte Ihr Exmann für die Zukunft sein Umgangsrecht gerichtlich einklagen. Da Sie ihm den Umgang jedoch nicht verweigern wollten und wollen, sehe ich keinen Grund für eine einstweilige Anordnung. Letztendlich ist es ja auch der Kindesvater, welcher angebotene Besuchstermine nicht wahrnimmt. Ferner würde auch die Entscheidung im Rahmen einer einstweiligen Anordnung sowie in der Hauptsache Zeit in Anspruch nehmen und nicht von heute auf morgen getroffen werden.

Für einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechtes sehe ich gute Chancen. Zum einen hat der Kindesvater mehrfach wiederholt, dass er mit Ihnen und dem Kind nichts mehr zu tun haben will. Evtl. würde er daher einem Antrag auch zustimmen, so dass das Familiengericht gem. § 1671 Abs.2 Nr.1 BGB das Sorgerecht auf Sie übertragen muss.

Zum anderen wäre eine Übertragung auch möglich, wenn die Alleinsorge dem Wohle des Kindes am Besten entspricht. Hier sind die Umstände des Einzelfalles entscheidend. Da der Kindesvater sich auch in der Vergangenheit wenig bis gar nicht um die Angelegenheiten des gemeinsamen Kindes gekümmert hat und dies bei Entfernung von 700 km sicherlich nicht besser werden wird, wäre dies ein Argument für die Alleinsorge. Nur so können Sie Entscheidung von erheblicher Bedeutung alleine treffen. Zudem will der Kindesvater sich aufgrund seiner Aussagen auch offensichtlich nicht um das Kind kümmern. Dies kann nicht zum Wohle des Kindes sein, so dass hier die Alleinsorge vorzuziehen wäre.
Im Rahmen dieser Online-Beratung kann diesbezüglich natürlich nur eine grobe Orientierung gegeben werden, zumal die Entscheidung im Ermessen des Gerichts liegt, sofern Ihr Exmann der Übertragung nicht zustimmt.


Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Doreen Krüger
Rechtsanwältin

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§ 1671 BGB

(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so kann jeder Elternteil beantragen, dass ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge allein überträgt.
(2) Dem Antrag ist stattzugeben, soweit
1. der andere Elternteil zustimmt, es sei denn, dass das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat und der Übertragung widerspricht, oder
2. zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.
(3) Dem Antrag ist nicht stattzugeben, soweit die elterliche Sorge auf Grund anderer Vorschriften abweichend geregelt werden muss.

Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2008 | 14:49

vielen dank für die schnell Antwort.
Er wird dem Antrag auf alleinige Sorge nicht zustimmen.Ich konnte aber leider nicht herauslesen ob ich ihm nun das Kind hätte mitgeben müssen ode rnicht, oder hat es gereicht das ich ihn ja Umgang bei mir zu hause gewährt hatte, was er aber abgelehnt hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2008 | 15:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich besteht ein Anspruch auf unbegleiteten Umgang, d.h. Sie hätten ihm das Kind herausgeben müssen. Nur wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte festgestellt werden könnte, dass durch den unbegleiteten Umgang das Kindeswohl gefährdet ist, darf die Herausgabe verweigert werden.
Eine solche Kindeswohlgefährdung kann ich jedenfalls Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht unbedingt entnehmen.


Mit freundlichen Grüßen


Doreen Krüger
Rechtsanwältin

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