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Vater behält die Dividende aus dem Depot der Tochter ein

21.10.2018 18:27 |
Preis: 55,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zur Vorgeschichte:

Mein Vater eröffnete 1998 auf meinen Namen ein Depot und Girokonto. Dass dieses Konto existiert, war mir von Anfang an bewusst, da mein Vater mir den Anlagebetrag und auch Kontoauszüge zeigte und mir versprach, dass ich das Geld bekommen würde, sobald ich heirate oder ausziehe.
Obwohl mit Vollendung meines 18 Lebensjahres ich über das Konto und das Depot hätte verfügen dürfen, verweigerte mir mein Vater weiterhin den Zugriff und forderte zwei Jahre später, im Jahre 2011, eine Unterschrift für eine Kontovollmacht ein, da ich dann mein Studium begann, und verwaltete weiterhin das Konto. Ungefähr zu dieser Zeit eröffnete ich mir selbst ein Konto bei einer anderen Bank, da ich während der gesamten Zeit keinen Zugriff auf diese Konto/Depot hatte und ich ein eigenes Konto brauchte. Mein Vater händigte mir auch nur auf Nachfrage hin eine der 3 Bankkarten aus, die alle auf seinen Namen ausgestellt waren und die er stets allein bei sich trug. Außerdem achtete er penibel darauf, dass ich ihm die "geliehenen" Karten schnellstmöglich wieder zurück gebe.
Da ich während meiner Studienzeit auf ein Ärztliches Attest hin erwerbsunfähig geschrieben wurde, war mein Vater weiterhin unterhaltspflichtig und hielt mich an der kurzen Leine, wo es nur ging. Er drohte regelmässig die Zahlungen komplett einzustellen und forderte, dass ich arbeiten gehe solle oder versprach mir auf der anderen Seite, das Depot mir alsbald zu überlassen bzw. mir eine Eigentumswohnung zu kaufen.
Da dieses ewige hin und her und auch die ständige Angst meinen Unterhalt nicht bestreiten zu können mir sehr zusetzte, beschloss ich, auf eigene Faust seine Vollmacht zu kündigen und mein Depot auf ein anderes Konto zu übertragen.

Jetzt zu meinem Fall:

Nach der Trennung meiner Eltern und dem Auszug meines Vaters aus der gemeinsamen Wohnung hatte ich das erste mal Zugriff auf alle meine Kontoauszüge und Bankunterlagen, die mir all die Jahre verwehrt blieben.
Nach Durchsicht der Unterlagen aus fast 20 Jahren stellte sich heraus, das mein Vater regelmässig Geld von meinem Konto auf sein eigenes Konto überwiesen hatte, insgesamt waren dies ca. 32 Überweisungen und fast 90.000 Euro. Dieses Geld ergab sich aus den jährlichen Dividendenausschüttungen von meinem Depot. Diese 90.000 Euro verwendete er zum Teil um neue Aktien für sein eigenes Depot zu kaufen, für seinen eigenen Bausparvertrag, um Verwandten aus dem Ausland unter die Arme zu greifen oder um es Verwandten aus dem näheren Umfeld zu leihen. Zum Teil wurde das Geld an Ihn wieder zurück gezahlt, allerdings zahlte er dieses dann auch wieder auf sein eigenes Konto ein.
Da er meiner Schwester auch ein Depot eröffnete und auch von ihr die jährlichen Dividendenzahlungen auf sein Konto überwies, gehe ich rückwirkend davon aus, dass er so um die Kapitalertragsteuer herum kommen wollte, da auf mein Depot, sowie auch auf dem meiner Schwester, eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt vorlag.
Auch mein Unterhalt während des Studiums wurde zwar von seinem Konto überwiesen, es geht allerdings aus den Kontoauszügen hervor, dass er sich das Geld von meinem Konto wieder abgehoben oder auf sein eigenes Konto überwiesen hat. Da ich selbst nie eine eigene Karte zu diesem Konto besessen habe, konnten sämtliche Barauszahlungen, teilweise 1000de Euro, nicht von mir gewesen sein.

Ich möchte abschließend noch hinzufügen, dass ich zu keiner Zeit Kenntnis darüber hatte, dass mein Vater Geld von meinem Konto verlieh, abhob, oder überweis und ich war auch zu keiner Zeit damit einverstanden.

Zu meinen Fragen:

- Habe ich ein Anrecht auf die ca. 90.000 Euro die er sich nachweislich auf sein eigenes Konto überwiesen hat?
- Wenn ja, gibt es hier Verjährungsfristen, da die Überweisungen teilweise bereits 1998 getätigt worden sind?
- Habe ich ausserdem ein Anrecht auf das bar abgehobene Geld von meinem Konto?
- Bin ich verpflichtet meinen Vater beim Finanzamt zu melden, da er offensichtlich um die Steuer herum in seine eigene Tasche gewirtschaftet hat?
21.10.2018 | 21:31

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

"Habe ich ein Anrecht auf die ca. 90.000 Euro die er sich nachweislich auf sein eigenes Konto überwiesen hat?"

Ihr Vater ist nicht berechtigt von Ihrem Konto Geld zu entnehmen. Dies ist unabhängig davon ob es sich um gutgeschriebene Zinsen oder um das Grundkapital handelt.
Sie haben daher einen Anspruch auf Schadensersatz aus ungerechtfertigter Bereicherung.

"Wenn ja, gibt es hier Verjährungsfristen, da die Überweisungen teilweise bereits 1998 getätigt worden sind?"

Es gelten die gewöhnlichen Verjährungsfristen von drei Jahren. Ansprüche gegen Ihren Vater sind in der Verjährung allerdings gehemmt und beginnen frühestens mit Beginn Ihrer Volljährigkeit.

"Habe ich ausserdem ein Anrecht auf das bar abgehobene Geld von meinem Konto?"

Ja, der Vater darf das Geld von Ihrem Konto nicht für sich verwenden. Er darf das Geld auch nicht für Sie verwenden (Unterhalt, Ausstattung etc.). Tut er dies doch ist er zum Schadensersatz verpflichtet.

"Bin ich verpflichtet meinen Vater beim Finanzamt zu melden, da er offensichtlich um die Steuer herum in seine eigene Tasche gewirtschaftet hat?"

Nein, Sie müssen Ihren Vater nicht anzeigen (für die Zeit bis zur Volljährigkeit). Ab dem Moment in dem Sie eine Vollmacht an Ihren Vater ausgestellt haben, handelt es sich um eine Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Sie sind nicht verpflichtet sich selbst zu belasten.

Insbesondere für die Zukunft sollten Sie diese Praxis auf jeden Fall unterbinden.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollten Fragen offen geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


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