Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.380
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

VU Begegnungsunfall in Engstelle

| 06.12.2017 23:53 |
Preis: 47,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Sehr geehrte Damen, sehr geehrter Herren,

Innerorts befindet sich eine Engstelle, in der sich - theoretisch - 2 Fahrzeuge begegnen könnten, ohne zu kollidieren. Die Engstelle ist ca. 15m lang.
Fahrzeug 1 fährt an die Engstelle, bremst bis zum Stillstand, um den Gegenverkehr passieren zu lassen, und fährt danach in die Engstelle ein. Zum Zeitpunkt der Einfahrt ist die Engstelle leer (kein Gegenverkehr in der Engstelle).
Fahrzeug 1 fährt nach Einfahrt in die Engstelle, in die Mitte der Fahrbahnen.
Der Fahrer des Fahrzeug 1 erkennt auf ca. halber strecke der Engstelle, dass das Fahrzeug 2 seine Geschwindigkeit beibehält, und trotz Gegenverkehr, in die Engstelle einfahren möchte. Fahrzeug 1 führt eine Gefahrenbremsung durch (steht in der Mitte der Fahrbahn) und Fahrzeug 2 fährt frontal links auf das Fahrzeug 1 auf.

Bitte um Schilderung der Rechtslage bzgl. Schuldfrage mit Nennung der entsprechenden Gesetzestexte.

Herzlichen Dank vorab.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die wesentlichen Anspruchsgrundlagen im Verkehrsrecht ergeben sich aus § 7 StVG ( Haftung des Fahrzeughalters) und aus § 18 StVG ( Haftung des Fahrzeugführers). Hinzu kommen Ansprüche aus §823 BGB i.v.m. entsprechenden Schutzvorschriften aus der StVO. Der Führers des Fahrzeuges 1 hat zwar bei der Einfahrt in die Engstelle den Gegenverkehr passieren lassen, ist dann aber nach Ihrer Schilderung in der Fahrbahnmitte gefahren und hat damit das Rechtsfahrgebot gem. § 2 Abs. 2 StVO verletzt.

Der Führer des Fahrzeuges 2 hat sich an der Engstelle nicht richtig verhalten und hätte gem. § 6 StVG den Gegenverkehr, der sich bereits in der Engstelle befand, passieren lassen müssen, insbesondere wenn der Fahrzeugführer 2 erkennt, dass für zwei Fahrzeuge nicht ausreichend Platz ist.

Die Halter und Fahrzeugführer haften je zu 50 Prozent.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2017 | 15:55

Sehr geehrter Herr Hauser,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

An der Engstelle befindet sich keine Mittellinie. Die beiden Fahrspuren lassen sich somit nicht voneinander abtrennen. Im §2 Abs. 2 StVO steht, dass Fahrzeuge möglichst weit rechts fahren müssen.
Eine Landstraße hat im Bundesschnitt eine Fahrspurbreite von 300 cm. Das Fahrzeug 1 hat eine Lichte Breite von ca. 204 cm. Somit kann man annehmen, dass es dem Fahrer dieses Fahrzeuges zuzumuten ist, dass er sein Fahrzeug auf seiner Fahrspur, mit einem durchschnittlichen Abstand von je 48 cm (links und rechts), kollisionsfrei bewegt. Doch wenn sich die Fahrspur auf beiden Seiten um je ca. 50 cm verengt, entsteht bei einem Fahrer eine Unsicherheit, die sich mit einer potentiellen Kollisionsgefahr mit der Bordsteinkante begründen lässt.

Ab welchem Abstand, gemessen vom Rad zur der Bordsteinkante, gilt das Rechtsfahrgebot verletzt, gerade dann, wenn sich an dieser Stelle die Fahrbahn durch ein Hindernis (Warnbarke), abrupt verengt? Mit anderen Worten: Welchen Abstand, von einem Hindernis, kann man einem Fahrzeugführer zugestehen, in dem er ein Hindernis umfährt ohne dass er das Rechtsfahrgebot verletzt?

Herzlichen Dank vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2017 | 16:36

Sehr geehrter Fragesteller,

es gibt keine generellen Abstand, unter dem das Rechtsfahrgebot verletzt wäre. Das Gebot ist, wie schon dessen Wortlaut erkennen lässt, nicht starr. Der Abstand hängt von der Örtlichkeit, der Fahrbahn bzw. Fahrbahnbeschaffenheit, der Fahrgeschwindigkeit, den Sichtverhältnissen und dem Gegenverkehr ab. Kollidiert ein Fahrzeug in einer Engstelle mit dem entgegenkommenden Fahrzeug und theoretisch hätten beide Fahrzeuge genug Platz, hat der Fahrer, der zu weit links gefahren ist, offensichtlich das Rechtsfahrgebot verletzt.

Mit freundlichen Grüßen


Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 10.12.2017 | 14:45

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Nach weiterer (eigener Recherche) wurde ein wichtiger Paragraf der StVO (§6) gar nicht in der Antwort erwähnt."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 10.12.2017 3/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER