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Urlaubs'recht' für Alleinerziehende?

09.04.2011 20:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


22:01
Ich lebe in Scheidung, Trennungsjahr vorbei, Scheidungsantrag liegt bei Gericht. Ich fange am 1.5. wieder zum Arbeiten an. Die gemeinsamen Kinder (2 und 4) leben bei mir. Mein Noch-Mann hat sich nicht bereit erklärt, die Kinder in den Krippen- und Kindergartenschliesszeiten anteilig zu betreuen (Aussage bis dato: vorläufig 1 Woche in den Sommerferien ohne Zusage!) Ich kann dieses Jahr noch abdecken, da ich von vor der Elternzeit noch Resturlaub habe. Desweiteren habe ich eine Urlaubswoche in den Bergen (in den Ferien) geschenkt bekommen, für die ich nur die An- und Abreise zahlen muss. Doch auch hier zeigt er sich keineswegs bereit, die Kinder zu betreuen. So ein Glücksfall wird mir sicherlich so schnell nicht wieder passieren, dass ich meinem liebsten Hobby, welches mir Kraft gibt, den Alltag durchzustehen, kostenlos nachgehen kann.
Nun meine Frage - hat eine alleinerziehende Mutter denn überhaupt keinen Urlaubsanspruch? Kann sich ein Vater wirklich so leicht seiner Umgangspflicht in den Ferien entziehen?
09.04.2011 | 21:05

Antwort

von


(106)
Anwandener Straße 43
90431 Nürnberg
Tel: 0911 25395207
Web: http://www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Gem. § 1626 I BGB haben beide Elternteile das Recht und die Pflicht, für das minderjährige Kind zu sorgen. In § 1631 I BGB ist weiterhin geregelt, dass die elterliche Sorge das Recht und die Pflicht umfasst, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen. Danach ist der Vater grundsätzlich ebenso wie Sie verpflichtet, sich um die gemeinsamen Kinder zu kümmern und diese zu beaufsichtigen, auch in den Ferien.

Außerdem ist in § 1684 I BGB geregelt, dass das Kind das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil hat und jeder Elternteil zum Umgang mit dem Kind verpflichtet ist, und zwar immer, nicht nur dann wenn der Vater Lust dazu hat. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass die Kinder diesen Anspruch auch gerichtlich einklagen können. Weigert sich der Vater aber dann trotz Klage und ggf. Urteil immer noch, ist der Umgang nicht gegen seinen Willen durchsetzbar, weil dies nicht dem Wohle des Kindes dienen würde.

Im Ergebnis heißt das, dass Sie in letzter Konsequenz nichts machen können, wenn er sich strikt weigert. Sie können ihn aber auf die oben genannten Regelungen hinweisen und auch darauf, dass zumindest die Kinder den Anspruch sogar einklagen könnten. Wenn auch das nicht hilft, könnte evtl noch ein Hinweis auf erhöhte Kinderbetreuungskosten helfen (z.B. Tagesmutter für die Zeit der KiTa-Ferien), die dann evtl. von ihm alleine zu tragen wären, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Ich hoffe, Ihnen damit einen Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bei Bedarf nutzten Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort nur eine erste Einschätzung ist, die ausschließlich auf den von Ihnen gegebenen Informationen beruht und eine umfassende juristische Beratung nicht ersetzten kann. Jede noch so kleine Änderung des Sachverhalts kann zu einer vollkommen anderen rechtlichen Beurteilung führen.


Nachfrage vom Fragesteller 09.04.2011 | 21:24

Vielen Dank für die Beantwortung der Frage.

Ganz lapidar noch einmal nachgefragt, bedeutet dies wirklich, dass der Kindsvater Urlaub nach Lust und Laune machen kann und die alleinerziehende Mutter überhaupt keinen Anspruch auf eine Kinderpause, sprich Urlaub, hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.04.2011 | 22:01

Sehr geehrte Fragestellerin,

einen Anspruch auf "Urlaub" haben Sie tatsächlich nicht. Wenn der Kontakt zwischen Vater und Kindern aber gut ist und der Umgang, abgesehen von der Ferienproblematik einigermaßen klappt, dann fahren die meisten Väter sehr gerne auch mal mit ihren Kindern in Urlaub, was dann auch der Mutter eine kinderfreie Zeit bringt.

Wenn das nicht klappt, gäbe es tatsächlich nur noch die Möglichkeit, mal für ein paar Tage eine anderweitige Kinderbetreuung zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

ANTWORT VON

(106)

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90431 Nürnberg
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