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Urlaubsentgeld berechnen

10.05.2019 12:01 |
Preis: 55,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
In meinem Vertrag ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Std vereinbart, geleistet werden aber immer 8-12 Stunden mehr, jede Woche, diese werden auch als Überstunden ausgezahlt. Aufgrund einer Kündigung werden mir 50 Tage Urlaub ausgezahlt, a 8 Stunden. Diese Berechnung ist in meinen Augen verkehrt, da die tatsächliche Arbeitszeit ausgezahlt werden muss?Stimmt diese Aussage?Schlägt die tatsächliche Arbeitszeit die vereinbarten im Arbeitsvertrag.Auf welchen Paragraphen kann ich mich berufen,auf welches Gerichturteile. Danke
10.05.2019 | 13:09

Antwort

von


(908)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Fragen wie folgt beantworten.

§ 11 Abs. 1 S. 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) regelt: "Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes."

Für das Urlaubsentgelt bleibt das Engelt für die Überstunden unberücksichtigt, wenn nur vorübergehend die 40 Arbeitsstunden überschritten werden.

Das gilt aber nicht, wenn ständig Überstunden geleistet und gezahlt werden, letztlich also stillschweigend (Arnold/Tillmanns, BUrlG § 11 Urlaubsentgelt, Rdnr. 46) die Arbeitsverpflichtung pro Woche auf 48 - 52 Stunden erhöht wurde.

Das müssten Sie erforderlichenfalls nachweisen, beispielsweise durch die Lohnabrechnungen der letzten 12 Monate.

In Ihrem Fall geht es aber um § 7 Abs. 4 BUrlG :

"Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten."

Der Abgeltungsanspruch ist wie der Urlaubsanspruch (s.o.) zu behandeln.

> Wenn Sie ständig Überstunden leisten, ist für die Abgeltung der durchschnittliche Verdienst der letzten 13 Wochen inklusive Überstundenvergütung heranzuziehen.

Mit Ihren Worten: Die tatsächliche Arbeitszeit schlägt die im Arbeitsvertrag vereinbarte Arbeitszeit.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


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