Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urlaubsanspruch bei Kündigung eines Ausbildungsverhältnis

4. Mai 2009 17:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Tag,

eine Bekannte bat mich, folgende Frage einzustellen:

Ich befinde mich im 1. Ausbildungsjahr zur Hotelfachfrau. Vor kurzen habe ich ordnungsgemäß und fristgerecht mein Ausbildungsverhältnis gekündigt, da ich einen Studiengang belegen möchte.

Mein Ausbildungsbetrieb hat die Kündigung auch akzeptiert, besteht aber darauf, dass der mir noch zustehende Resturlaub (13 Tage) nicht von mir genommen werden kann sondern finanziell abgegolten werden soll (was bei dem Lehrlingsgehalt in der Hotellerie nebenbei bemerkt finanziell gesehen geradezu lächerlich wäre).

Ich möchte aber lieber den Urlaub antreten und mich auf mein Studium vorbereiten. Soweit ich informiert bin, darf ein Betrieb den Urlaub bei Kündigung nur dann auszahlen, wenn dies dringende betriebliche Gründe erforderlich machen. Ich bin der Ansicht, dass ein Betrieb bei einer Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr nicht wirklich dringende betriebliche Gründe geltend machen kann. Bei einer Auszubildenden kann mein Arbeitgeber nicht wirklich behaupten, ich müsse erst noch Nachfolger anlernen oder sei für das Tagesgeschäft unverzichtbar.

Richtig? Darf mein Arbeitgeber auf die Auszahlung meines Resturlaubes bestehen oder kann ich vielmehr auf Antritt meines Urlaubes bestehen?

Meine Kündigungsfrist beträgt vier Wochen.

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Die Annahme, dass der Urlaubsanspruch nur abgegolten werden kann, wenn dringende betriebliche Erfordernisse der Gewährung des Resturlaubs entgegenstehen, ist richtig. Ob dies aber der Fall ist, ist für jeden Fall einzeln zu prüfen, eine pauschale Aussage ist hier nicht möglich. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass die Gründe einer gerichtlichen Überprüfung nicht anerkannt würden.

Somit sollte Ihre Bekannte zunächst vom Arbeitgeber eine schriftliche Begründung fordern, warum der Urlaub nicht gewährt werden kann. Weigert sich der Arbeitgeber, so bleibt keine andere Möglichkeit, als das Arbeitsgericht – ggf. im Rahmen eines einstweiligen Rechtsschutzes – anzurufen. Hierfür empfehle ich aber unbedingt die Konsultierung eines Anwalts vor Ort.

Auf jeden Fall muss ich Ihrer Bekannten davon abraten, sich selbst zu beurlauben. Denn hierdurch könnte sie sich schadensersatzpflichtig machen. Zwar müsste ein entstandener Schaden vom Arbeitgeber nachgewiesen werden, jedoch sollte sich Ihre Bekannte nicht darauf verlassen, dass kein Schaden entstehen wird (als Schaden wäre zum Beispiel anzusehen, dass eine Hilfskraft für den Zeitraum des "Urlaubs" eingestellt wird und hierdurch höhere Personalkosten entstehen).

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Rückfrage vom Fragesteller 5. Mai 2009 | 12:13

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre ausführliche und freundliche Antwort.

Sie sind jedoch nicht direkt auf den Sonderfall Auszubildende eingegangen. Ein Arbeitgeber kann doch nicht ernsthaft bei einer Auszubildenden - zumal sie erst im ersten Ausbildungsjahr ist - sagen, sie sei für 13 Tage unersetzlich. Gibt es da nicht bereits Vergleichsfälle/Urteile?

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 5. Mai 2009 | 13:08

Sehr geehrter Fragesteller,

wie ich bereits in meiner ursprünglichen Antwort gesagt habe, ist hier eine Entscheidung von Fall zu Fall zu treffen. Dies bedeutet, dass alle Umstände des Einzelfalls gegeneinander aufgewogen werden müsse.
Natürlich stellt die Tatsache, dass Ihre Bekannte ein Auszubildende im ersten Lehrjahr ist, einen Grund dafür da, dass der Urlaub gewährt werden müsste. Jedoch kann auch eine Auszubildende im ersten Lehrjahr für den Betrieb des Hotels notwendige Tätigkeiten ausführen. Demnach muss hier die allgemeine und momentane Personalstruktur daraufhin geprüft werden, ob die Tätigkeiten, die von Ihrer Bekannten ausgeführt werden, von einem anderen Angestellten übernommen werden können, ohne dass es im Betrieb zu Ablaufschwierigkeiten kommt.
Ist dies der Fall, so kann die Gewährung von Urlaub wohl durchgesetzt werden.
Zusammenfassend kann also nicht pauschal gesagt werden, dass Auszubildenden im ersten Lehrjahr jedenfalls Urlaub zu gewähren ist.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

FRAGESTELLER 30. Januar 2023 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 98671 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde knapp und vollständig beantwortet. Zusätzlich bekam ich einen Rat zum weiteren Vorgehen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute, schnelle und brauchbare Bearbeitung der Sachlage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
So schnell bekommt man sonst glaub ich von keinem Anwalt eine Antwort. Toller Service und super Auskunft. Danke für Ihre Hilfe! ...
FRAGESTELLER