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Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel zum 15.06.

16.09.2015 13:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zum Thema „Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel".

Zum 15.06.2015 habe ich den Arbeitgeber gewechselt und bei meinem bisherigen Arbeitgeber nur einen Teil des mir zustehenden Urlaubes genommen, da mir die Personalabteilung mitteilte, dass ich den restlichen Urlaub mit zu meinem neuen Arbeitgeber nehmen kann, da ich dort länger in 2015 beschäftigt bin. Mein neuer Arbeitgeber teilt mir nun mit, dass dem nicht so ist und ich mir die restlichen Tage von meinem alten Arbeitgeber auszahlen lassen soll.

Alter Arbeitgeber
Angestellt in 2015: 01.01.2015 – 14.06.2015
Jahresurlaubsanspruch: 30 Tage, somit anteilig 14 Tage
Urlaub genommen: 4 Tage, Resturlaub 10 Tage

Neuer Arbeitgeber
Angestellt in 2015: 15.06.2015 – 31.12.2015
Jahresurlaubsanspruch: 28 Tage, somit anteilig 16 Tage
Urlaub genommen: bisher 0 Tage

Nach der Logik meines alten Arbeitgebers muss ich die bereits bei ihm genommen vier Tage einfach von den 28 Tagen Urlaubsanspruch bei meinem neuen Arbeitgeber abziehen, so dass mir dort dann 24 Tage zur Verfügung stehen. Mein neuer Arbeitgeber sieht das nicht so.

Könnten Sie mir bitte mitteilen, wie viele Tage Urlaub mir bei meinem neuen Arbeitgeber mit welcher Begründung zustehen?
Falls mein neuer Arbeitgeber im Recht ist – mit welcher Begründung kann ich bei meinem alten Arbeitgeber die Auszahlung der 10 Tage einfordern.

Freundliche Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen,

1. "[W]ie viele Tage Urlaub [stehen] mir bei meinem neuen Arbeitgeber mit welcher Begründung zu [...]?"

2. "´[M]it welcher Begründung kann ich bei meinem alten Arbeitgeber die Auszahlung der 10 Tage einfordern?

beantworte ich wie folgt.


1.
Gegenüber dem neuen Arbeitgeber haben Sie im Moment lediglich Anspruch auf anteiligen Urlaub in Höhe von 3/12 des vertraglich vereinbarten Urlaubs, da seit Arbeitsvertragbeginn erst drei volle Monate vergangen sind. Es ergibt sich im Moment ein Anspruch auf 28 x 3 / 12 = 7 Urlaubstage.

Nach dem 15.12. haben Sie Anspruch auf 20 Urlaubstage bei einer Fünftagewoche (§§ 3, 4 BUrlG) abzüglich der bereits beim alten Arbeitgeber erhaltenen vier Tage (§ 6 Abs. 1 BUrlG).

Sie haben einen Anspruch gegen den alten Arbeitgeber auf Erteilung einer Bescheinigung über den bereits gewährten Urlaub (§ 6 Abs. 2 BUrlG).

2.
Da beim alten Arbeitgeber im aktuellen Jahr fünf volle Monate gearbeitet wurde, haben Sie einen Urlaubsanspruch in Höhe von 5/12 x 30 Tage = 12,5 = 13 Tage erworben (Aufrundung gemäß § 5 Abs. 2 BUrlG). Da für vier Tage Urlaub gewährt wurde, hat Ihr alter Abreitgeber 9 Tage abzugelten. Das ergibt sich aus § 7 Abs. 3 BUrlG:
"Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten."

3.
Sie können also wählen, ob Sie den nicht genommenen Urlaub vom alten Arbeitgeber abgelten lassen (bzw. erforderlichenfalls einklagen) oder sich vom neuen Arbeitgeber gewähren lassen.

>Der alte Arbeitgeber darf den Urlaubsanspruch bzw. dessen Abgeltung nicht kürzen, der neue Arbeitgeber darf den Urlaubsgewährung nicht unter Berufung auf entstandenen aber nicht gewährten Urlaub beim alten Arbeitgeber kürzen.

Urlaub bzw. dessen Abgeltung darf nur nicht doppelt gewärt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Ergänzung vom Anwalt 16.09.2015 | 16:37

Sehr geehrte Ratsuchende,

es ist von mir unter 3. missverständlich vormuliert, dass der neue Arbeitgeber den vom alten Arbeitgeber nicht gewährten Urlaub gewähren müsse.

Sie sollten die 16 Tage Mindesturlaub beim neuen Arbeitgeber einfordern und den nicht gewährten Urlaub vom alten Arbeitgeber abgelten zu lassen. In der Summe kommen Sie im Jahr 2015 auf 4 + 16 + 9 = 29 Urlaubs-/Abgeltungstage.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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